Smart-Home-Sicherheit, BSI

Smart-Home-Sicherheit: BSI rät zu separatem Gast-WLAN für Geräte

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verbraucherzentrale NRW und BSI empfehlen getrennte WLANs; Berichte zu infizierten TV-Boxen und Sicherheitslücken zeigen weitere Risiken.
Ein minimalistisch gestalteter Flur in einem modernen Wohnhaus bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Smarte Haushaltsgeräte, vernetzte Lampen und Überwachungskameras sollten nicht im selben Netzwerk wie Computer oder Smartphones betrieben werden. Die Verbraucherzentrale NRW und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) raten Verbrauchern dazu, Smart-Home-Technik über ein separates Gast-WLAN vom eigentlichen Heimnetzwerk zu trennen.

Durch diese Netzwerksegmentierung lässt sich verhindern, dass ein kompromittiertes internetfähiges Haushaltsgerät direkten Zugriff auf persönliche Rechner und mobile Geräte im Haushalt ermöglicht.

Konfiguration des Routers und typische Stolperfallen

Die Einrichtung erfolgt über die Benutzeroberfläche des heimischen Routers. Dort wird das Gast-WLAN aktiviert, mit einem eigenen separaten Passwort abgesichert und anschließend als Verbindungspunkt für die smarten Komponenten genutzt.

Die Verbraucherzentrale NRW und das BSI machen dabei auf zwei typische Hürden aufmerksam: In vielen Routern ist eine automatische Zeitabschaltung für den Gastzugang voreingestellt. Dieses Zeitlimit muss dauerhaft deaktiviert werden, damit Heizungsthermostate oder Lampen nicht unbemerkt die Verbindung verlieren.

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Zudem blockieren viele Router im Gastbetrieb standardmäßig den Datenverkehr zwischen den angemeldeten Endgeräten. Bei Geräten wie der Fritzbox muss daher die Option aktiviert werden, dass WLAN-Geräte untereinander kommunizieren dürfen, damit Steuerungsbefehle innerhalb des Systems ankommen.

Als praktischer Nebeneffekt bleibt bei dieser Trennung das reguläre WLAN-Passwort für Besucher geheim, denen der Zugang weiterhin separat über einen QR-Code eingerichtet werden kann.

Empfehlungen für Router- und Gerätesicherheit

Für die grundlegende Absicherung des Netzes empfiehlt das BSI einen WLAN-Schlüssel mit einer zufälligen Kombination von mindestens 20 Zeichen. Internationale Institutionen wie die EU-Cybersicherheitsagentur und das britische NCSC warnen ebenfalls vor unsicheren Basiskonfigurationen. Sie raten dazu, Standardpasswörter sofort auszutauschen, automatische Aktualisierungen zu aktivieren, den Fernzugriff auf den Router abzuschalten und Smart-Geräte grundsätzlich von Rechnern und Telefonen zu separieren. Das finnische Cybersicherheitszentrum Traficom empfiehlt zudem, Geräte ohne echten Netznutzen gar nicht erst mit dem Internet zu verbinden.

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Sicherheitsrisiken durch fehlerhafte Hardware

Die Notwendigkeit getrennter Netzwerke unterstreichen Berichte über manipulierte Hardware. Nach Angaben von Google wurden rund 1,3 Millionen Smart-TV-Boxen für das Botnet XCPE missbraucht. In diesem Fall gab es Belege dafür, dass der Hersteller die Schadsoftware bereits bei der Fertigung in der Fabrik installieren ließ. Da Käufer ab Werk installierte Software nicht überprüfen können, griffen herkömmliche Schutzmaßnahmen der Endanwender nicht.

Auch bei größeren Haussystemen entstehen neue Angriffspunkte. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) wies auf eine Sicherheitslücke bei rund 250.000 Photovoltaik-Anlagen in Deutschland hin.

Da Solaranlagen, Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen zunehmend vernetzt werden, fordert der Verband mehr Cybersicherheit bei der Produktplanung. ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser betonte, dass es statt zunehmend abgeschotteter Herstellerwelten vor allem sichere und interoperable Systeme brauche.

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