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Smart Glasses: Potsdam verbietet Datenbrillen in Bädern und Saunen

12.06.2026 - 10:55:35 | boerse-global.de

Immer mehr deutsche Städte verbannen Datenbrillen aus Bädern und Saunen, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen.

Smart Glasses in Schwimmbädern: Verbote als Reaktion auf Datenschutzrisiken
Smart - Eine Hand hält Smart Glasses mit integrierter Kamera vor dem verschwommenen Hintergrund eines Schwimmbads, symbolisch für Datenschutzbedenken. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Smart Glasses sind von normalen Brillen kaum zu unterscheiden – und lösen eine Welle lokaler Verbote aus.

Potsdam macht den Anfang

Die brandenburgische Landeshauptstadt hat als eine der ersten Kommunen reagiert. Die Stadtverordneten stimmten dafür, Smart Glasses explizit in die Haus- und Badeordnung aufzunehmen und deren Nutzung zu untersagen. Ziel: Der Schutz der Privatsphäre der Badegäste. Niemand soll unbemerkt gefilmt werden können – nur um die Aufnahmen später in sozialen Medien zu teilen.

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Warnung aus Sachsen-Anhalt

Auch die Landesdatenschutzbeauftragte warnt vor der Nutzung der Technik in Badeanstalten. Aufnahmen ohne Einwilligung seien datenschutzrechtlich unzulässig. Das Problem: Für Personal und andere Gäste sind die Geräte oft nicht als Kameras erkennbar. In Magdeburg und Halle gibt es zwar noch keine gesonderten Regelungen für Datenbrillen. Konkrete Vorfälle wurden bislang nicht gemeldet. Das Thema bleibt trotzdem auf dem Radar.

Leipzig, Dresden und Chemnitz reagieren

In Sachsen ist die Problematik bereits angekommen. In Leipzig fallen Smart Glasses und andere getarnte Aufnahmegeräte wie smarte Kugelschreiber unter das allgemeine Foto- und Videoverbot. Dresden geht noch weiter: Im Saunabereich ist das Mitführen von Kameras generell untersagt – das schließt intelligente Brillen ein. Chemnitz setzt auf Schulung: Das Personal wird sensibilisiert, um entsprechende Geräte zu erkennen.

Internationale Debatte um Kennzeichnungspflicht

Die Diskussion erreicht längst die Politik. Im US-Bundesstaat Pennsylvania liegt mit der House Bill 2603 ein Gesetzesentwurf vor. Er fordert technische Mindestanforderungen für tragbare Aufnahmegeräte. Konkret: Smart Glasses müssten mit einer sichtbaren LED-Leuchte ausgestattet sein, die während einer aktiven Aufnahme leuchtet. Manipulationen an diesen Warnleuchten sollen unter Strafe gestellt werden.

Der Vorstoß reagiert auf die steigende Popularität von Modellen wie der Meta Ray-Ban sowie angekündigten Produkten von Google und Samsung.

Hersteller in der Kritik

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Meta steht besonders im Fokus. Berichten zufolge tauchte in den Brillen Softwarecode für Gesichtserkennungsfunktionen auf. Das Unternehmen wies eine aktive Nutzung solcher Funktionen zurück.

Auch der Anbieter ROKID geriet in die Schlagzeilen. Ein Nutzer hatte eine Flugbegleiterin heimlich gefilmt. Als Reaktion betonte das Unternehmen die Notwendigkeit von Sicherheits-Updates, um Missbrauch einzuschränken.

Die Debatte zeigt: Die Branche steht vor der Herausforderung, technologische Weiterentwicklung mit Persönlichkeitsrechten in Einklang zu bringen. Während Berlin das allgemeine Fotoverbot noch als ausreichend erachtet, deuten die Entwicklungen in anderen Regionen auf einen Trend zu spezifischeren Regulierungen für Wearables hin.

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