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Smart Glasses boomen: Apple dreht bei Headsets um 180 Grad

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 21:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple stoppt Pläne für eine günstigere Vision Pro und konzentriert sich auf KI-Smart Glasses. Samsung Display stellt zugehöriges Komponentenprojekt ein.

Apple beendet günstige Vision Pro und setzt auf KI-Brillen
Schlanke, futuristische KI-Smartglasses mit leuchtenden digitalen Schnittstellen, neben einem Mikro-OLED-Schema auf weißer Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Konzern verabschiedet sich offenbar von der Entwicklung einer günstigeren Version seiner High-End-Brille Vision Pro. Stattdessen setzt das Unternehmen nun voll auf eine mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Smart Glasses.

Samsung Display beendet Komponentenentwicklung

Ein deutliches Zeichen für diesen Strategiewechsel ist das Aus eines speziellen Display-Projekts bei Samsung Display. Der Zulieferer wird sein sogenanntes G-VR-Projekt bis September 2026 offiziell einstellen. Dabei ging es um Mikro-OLED-Panels auf Glasbasis – eine Technologie, die als kostengünstigere Alternative zu den aktuell in der Vision Pro verbauten OLEDoS-Displays (OLED auf Silizium) gedacht war.

Die G-VR-Panels sollten eine Pixeldichte von 1.600 bis 1.700 Pixeln pro Zoll (PPI) erreichen. Das ist für Standarddisplays ein beachtlicher Wert, liegt aber nur etwa halb so hoch wie die 3.386 PPI der aktuellen Vision Pro. Eine Massenproduktion dieser Komponenten war ursprünglich für die Zeit nach 2028 vorgesehen. Die Einstellung des Projekts deutet nun darauf hin, dass die dafür vorgesehene Hardware aus Apples unmittelbarer Produktplanung gestrichen wurde.

Strategische Wende hin zu KI-gestützten Datenbrillen

Die Entscheidung, das günstigere Headset – in Branchenkreisen oft als Vision Air bezeichnet – zu kippen, fällt in eine Phase, in der Apple seine Entwicklungskapazitäten auf KI-fähige Smart Glasses konzentriert. Analysten rechnen mit einem Marktstart dieser neuen Produktkategorie frühestens Ende 2027.

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Die Marktdaten untermauern diesen Wechsel der Hardware-Prioritäten eindrucksvoll. Zahlen aus dem zweiten Halbjahr 2025 zeigen eine krasse Schere im Konsumenteninteresse: Weltweit brachen die Auslieferungen von VR-Headsets im vierten Quartal 2025 um 44 Prozent im Jahresvergleich ein. Gleichzeitig legten die Verkäufe von Smart Glasses im selben Zeitraum um 139 Prozent zu. Branchenkenner sehen darin einen klaren Trend: Das schlankere Design und die KI-Integration von Datenbrillen versprechen eine deutlich breitere Marktakzeptanz als klobige Mixed-Reality-Headsets.

Anpassungen in der Produkt-Roadmap

Die Absage reiht sich ein in eine Serie von Kurskorrekturen bei Apples Headset-Plänen. Bereits im Oktober 2025 gab es erste Berichte über eine Pause bei der Entwicklung eines Vision-Pro-Nachfolgers. Frühe Prognosen aus dem Jahr 2026 deuteten noch auf ein schlankeres Modell hin, das 2028 oder 2029 erscheinen sollte. Aktuellere Einschätzungen sprechen jedoch von einem vollständigen Rückzug aus dem Segment der günstigen Headsets.

Laut dem Analysten Ming-Chi Kuo war die Entscheidung, die Roadmap zu verschlanken und beide geplanten Vision-Pro-Varianten zu streichen, maßgeblich von der Führungsebene um John Ternus beeinflusst. Die bestehende Vision Pro bleibt unterdessen ein reines Premium-Nischenprodukt. Im Juni 2026 wurde der Preis sogar auf 3.699 US-Dollar (umgerechnet rund 3.400 Euro) angehoben – eine weitere Entfernung von der Massenmarktzugänglichkeit, die einst von einem Vision-Air-Modell erwartet wurde.

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Samsung setzt auf eigene XR-Technologie

Trotz des Endes des spezifischen Partnerschaftsprojekts mit Apple gibt Samsung Display die Entwicklung hochauflösender Display-Technologie nicht auf. Das Unternehmen arbeitet weiter an OLEDoS- und anderen Mikro-OLED-Varianten für eigene künftige Extended-Reality-Geräte (XR). Während Apple den Fokus auf Datenbrillen legt, hält Samsung offenbar an der Entwicklung günstigerer Headset-Komponenten für das eigene Produkt-Ökosystem fest. Die während des G-VR-Projekts gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei in die internen Hardware-Ziele einfließen.

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