Smart City Index 2026: Aachen springt in Top 10, Heidelberg fällt raus
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Digitalverband Bitkom hat erste Ergebnisse des Smart City Index 2026 bekannt gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt das Ranking deutliche Verschiebungen in der Spitzengruppe der digitalsten deutschen Großstädte. Während Aachen neu in die Top 10 aufgestiegen ist, hat Heidelberg seine Position unter den führenden zehn Kommunen verloren. Im vergangenen Jahr belegte Heidelberg noch den zehnten Platz.
Die Gruppe der zehn am höchsten bewerteten Städte umfasst in alphabetischer Reihenfolge Aachen, Bochum, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Die vollständigen Ergebnisse für insgesamt 83 Städte sollen am 8. September 2026 veröffentlicht werden. Die Erhebung stützt sich laut Verbandsangaben auf 14.442 Datenpunkte, die in fünf verschiedenen Kategorien erhoben wurden.
Rekorde und Partnerschaften beim Glasfaserausbau
Die Grundlage für die Entwicklung zur Smart City bildet die digitale Infrastruktur, bei der Marktteilnehmer zuletzt deutliche Fortschritte verzeichneten. Die Deutsche Telekom meldete für Juli 2026 einen Rekordmonat beim Glasfaserausbau.
Mit 273.000 neuen FTTH-Anschlüssen (Homes Passed) wurde der bisherige Höchstwert aus dem September 2025 von 266.000 Anschlüssen übertroffen. Insgesamt sind damit 13,9 Millionen Haushalte mit Geschwindigkeiten von bis zu 2.000 Mbit/s versorgt. Die VDSL-Versorgung erreicht laut Unternehmen 38 Millionen Haushalte mit bis zu 100 Mbit/s.
Parallel dazu gibt es signifikante Bewegungen im Bereich der Netzinfrastruktur-Finanzierung. Societe Generale übernimmt 50 Prozent der Anteile an der Vodafone-Tochter OXG von der Geodesia Holding. Vodafone hält weiterhin die verbleibenden 50 Prozent.
OXG verfolgt das Ziel, 7 Millionen Haushalte mit Glasfaser zu versorgen, wofür ein Investitionsvolumen von 7 Milliarden Euro veranschlagt wird. Bis zum Jahr 2029 besteht ein Rest-Funding-Bedarf von 832 Millionen Euro. Anfang 2026 erreichte das Unternehmen bereits 600.000 versorgte Haushalte in 39 Städten.
Regionale Projekte und kommunale Digitalisierung
Auch auf lokaler Ebene werden Infrastrukturprojekte vorangetrieben. In Münster erhalten 1.300 Haushalte im Rahmen des Förderprojekts „Graue Flecken“ Glasfaseranschlüsse. Die Investitionssumme beläuft sich auf 11,9 Millionen Euro, wobei der Bund 50 Prozent, das Land Nordrhein-Westfalen 40 Prozent und die Stadt Münster 10 Prozent der Kosten tragen.
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Ein Abschluss der Arbeiten in den Ortsteilen Häger und Nienberge wird für die erste Jahreshälfte 2028 angestrebt, mit dem Ziel einer nahezu vollständigen Versorgung des Stadtgebiets bis 2030.
In Kaarst hat das Unternehmen GlasfaserPlus, ein Gemeinschaftsunternehmen der Telekom und IFM, mit dem Bau von 12.800 FTTH-Anschlüssen begonnen. Bis 2034 plant der Anbieter bundesweit vier Millionen Anschlüsse.
In der Region Stuttgart verfolgt die Gigabit Region Stuttgart das Ziel, für ihre 178 Kommunen bis 2030 eine Glasfaserquote von 90 Prozent zu erreichen. Ein aktuelles Teilprojekt startete in Oberriexingen, wo 103 Haushalte und Gewerbeeinheiten an das Netz angebunden werden.
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Der Landkreis Augsburg setzt unterdessen auf die Zentralisierung seiner IT-Infrastruktur. Innerhalb von sechs Monaten wurde die Migration in Rechenzentren der LEW abgeschlossen. Dabei wurden 30 Verwaltungs- und Schulstandorte über Dark-Fibre-Leitungen angebunden, wobei Bandbreiten von bis zu 10 Gbit/s zur Verfügung stehen.
Herausforderungen im internationalen Vergleich
Trotz der Fortschritte beim Netzausbau sieht sich Deutschland im europäischen Vergleich mit Rückschlägen konfrontiert. Im aktuellen EU-Digitalranking (Bitkom-DESI 2026) fiel die Bundesrepublik auf Platz 17 von 27 Mitgliedstaaten zurück, nachdem sie im Vorjahr noch Rang 14 belegt hatte. Deutschland erreichte 51,1 Punkte, während der Spitzenreiter Dänemark auf 76,4 Punkte kommt.
Besonders deutlich wird die Diskrepanz bei der Nutzung: Zwar liegt die 5G-Abdeckung in Deutschland mit 99,5 Prozent über dem EU-Schnitt von 96,8 Prozent, jedoch nutzen lediglich 7 Prozent der Anschlüsse Bandbreiten von mindestens 1 Gbit/s. Im Bereich der digitalen Verwaltung belegt Deutschland den 22. Platz, während die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung auf Rang 11 eingestuft werden.
