Slush-Eis für Kinder: LLBB beanstandet 7 von 15 Proben wegen Glycerin
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 01:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deUntersuchungen an beliebten Erfrischungsgetränken weisen auf erhebliche gesundheitliche Risiken für junge Konsumenten hin. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) hat in Proben von Slush-Eis teils hohe Mengen des Zusatzstoffs Glycerin festgestellt. Die Ergebnisse geben Anlass zu deutlichen Warnungen hinsichtlich des Konsums durch Kinder, wie Berichte vom 15. Oktober 2026 verdeutlichen.
Hohe Konzentrationen in vorverpacktem Slush-Eis
Im Rahmen der Kontrollen stufte das LLBB bei 7 von 15 untersuchten Proben von Slush-Eis eine potenzielle Gesundheitsschädlichkeit fest. Alle beanstandeten Produkte lagen in vorverpackter Form vor. Den Laborergebnissen zufolge überschritt der gemessene Glycerin-Wert für Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren die Schwelle von 250 g/kg.
Bei Kleinkindern im Alter von 1 bis 3 Jahren lag der Wert sogar bei bis zur fünffachen Überschreitung, was von den Fachleuten als akutes Risiko gewertet wird. Auch für Erwachsene mit einem Körpergewicht von bis zu 60 kg erwiesen sich die nachgewiesenen Konzentrationen als zu hoch.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft Glycerin ab einer Aufnahme von 250 g/kg Körpergewicht als bedenklich ein. Gleichzeitig existiert bislang keine gesetzlich festgelegte Höchstmenge für diesen Zusatzstoff, was die Regulierung und den präventiven Verbraucherschutz erschwert.
Schwerpunkt „Süße Risiken“ im Jahresbericht
Die Resultate zu den tiefgekühlten Süßwaren sind Teil des Jahresberichts 2025 des Landeslabors, den Direktor Dr. Mike Neumann in Potsdam präsentierte. Unter dem Themenschwerpunkt „Süße Risiken“ wurden insgesamt 0,2 % aller Lebensmittelproben als gesundheitsschädlich bewertet. Neben den sieben Proben von Slush-Eis betraf dies sieben Proben von Süßwaren, denen Cannabinoide zugesetzt worden waren.
Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat bei 7 von 15 untersuchten Slush-Eis-Proben teils deutlich erhöhte Glycerin-Werte gefunden — bei Kleinkindern bis zur fünffachen Überschreitung der vom Bundesinstitut für Risikobewertung als bedenklich eingestuften Menge. Eine gesetzliche Höchstmenge gibt es bislang nicht. Unser kostenloser Eltern-Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie glycerinfreie Produkte erkennen und Slush-Eis selbst sicher zubereiten. Jetzt kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern
Insgesamt prüfte das LLBB für Berlin und Brandenburg im Jahr 2025 27.614 Lebensmittelproben inklusive Wein und Weinerzeugnissen. Dabei lag die Beanstandungsquote bei 14,3 %, wobei vor allem Kennzeichnungsmängel den Ausschlag gaben. Diese Quote gilt jedoch als nicht repräsentativ für den gesamten Warenkorb, da Lebensmittelkontrollen häufig risikoorientiert erfolgen.
Umfangreiche Kontrollen in der Region
Das LLBB, das seit 2009 besteht, deckt neben der Lebensmittelüberwachung ein breites Spektrum an behördlichen Prüfaufgaben ab. Im Jahr 2025 untersuchte die Einrichtung insgesamt mehr als 580.000 Proben. Den größten Anteil daran machte die Tierseuchendiagnostik mit 486.719 Proben aus.
Vorverpacktes Slush-Eis trägt oft keine verständliche Glycerin-Angabe — und eine gesetzliche Höchstmenge fehlt bislang. Wer seinem Kind dennoch eine kalte Erfrischung bieten will, kann mit wenigen Zutaten selbst zubereiten und so die Zusatzstoff-Frage umgehen. Unser kostenloser Ratgeber liefert Ihnen die Schritt-für-Schritt-Anleitung plus eine Grenzwert-Tabelle nach Alter und Gewicht. Selbst-zubereiten-Anleitung jetzt sichern
In den Sektoren Umwelt und Strahlenschutz fielen 28.247 Proben an. Darunter befanden sich 10.241 Gewässerproben, die Badegewässer und das Grundwasser umfassten, sowie 3.708 Proben von Trink- und Badebeckenwasser. Zudem analysierten die Fachleute 6.397 landwirtschaftliche Proben, zu denen Futtermittel, Düngemittel, Ernteprodukte und Pflanzen sowie landwirtschaftliche Böden und Saatgut zählten.
Weitere 2.952 Proben betrafen Bedarfsgegenstände, Kosmetika sowie Tabak und Tabakerzeugnisse. Zur Bewältigung spezifischer ökologischer Herausforderungen hat das Landeslabor zudem eine Analytik für die Goldalge Prymnesium parvum etabliert.
