Skyr, Kühlregal

Skyr im Kühlregal: Umsatz steigt um 49,1 Prozent auf 403,8 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 01:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Proteinumsätze und Skyr legen zu, während Hersteller Getränke und Snacks mit zusätzlichen Nährstoffen weiterentwickeln.

Proteinprodukte und funktionale Lebensmittel wachsen im deutschen Handel
Frische Zutaten und eine Glaskaraffe auf einer hellen Holzküchenoberfläche bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Verbraucher greifen im Alltag zunehmend nach bequemen und individuell abgestimmten funktionellen Lebensmitteln. Diese Entwicklung treibt das Marktwachstum für nährstoffangereicherte Getränke sowie funktionale Zwischenmahlzeiten derzeit spürbar voran. Hersteller reagieren darauf mit gezielt angereicherten Rezepturen, die über den reinen Grundbedarf hinausgehen und ernährungsspezifischen Mehrwert bieten sollen.

Deutlicher Preisaufschlag und kräftiges Umsatzplus bei Proteinprodukten

Im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten verzeichnen proteinreiche Lebensmittel besonders hohe Zuwächse. Der Umsatz mit Proteinpulver stieg binnen zwei Jahren von 113 Millionen Euro auf 327 Millionen Euro. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der kaufenden Haushalte auf über 5,1 Millionen.

Für Produkte mit speziellem Eiweiß-Label sind Konsumenten zudem bereit, einen deutlichen Aufpreis zu zahlen: Im Schnitt kosteten Protein-Produkte 1,50 Euro, verglichen mit 1,07 Euro für vergleichbare Waren ohne entsprechenden Hinweis. Dies entspricht einem Preisaufschlag von 40 Prozent.

Auch im Kühlregal setzt sich diese Dynamik fort. Laut Daten des Marktforschungsinstituts NielsenIQ stieg der Skyr-Umsatz innerhalb eines Jahres um 49,1 Prozent auf rund 403,8 Millionen Euro. Neben Skyr erfreuen sich auch Naturquark, körniger Frischkäse sowie Pflanzendrinks einer anhaltend starken Nachfrage.

Wandel im Getränkeregal hin zu funktionalen Zusätzen

Während klassische Trinkmilch in reiner Form bei Konsumenten gegenwärtig weniger gefragt ist, entwickeln sich funktionale Milchmischgetränke zu Produkten mit Lifestyle-Charakter und weiterem Marktpotenzial. Hersteller setzen dabei verstärkt auf den Zusatz von Aromen, Proteinen sowie Mineral- und Ballaststoffen.

Anzeige

Der Skyr-Umsatz im Kühlregal ist binnen eines Jahres um 49,1 Prozent auf rund 403,8 Millionen Euro gestiegen — und Protein-Produkte erzielen im Schnitt 40 Prozent Preisaufschlag gegenüber vergleichbaren Waren ohne Eiweiß-Label. Wer jetzt sein Sortiment anpasst, sichert sich Anteile, bevor die Konkurrenz nachzieht. Unser kostenloser Trend-Report zeigt Ihnen Marktdaten, Rezeptur-Checkliste und Social-Media-Playbook für die Gen-Z-Zielgruppe. Trend-Report Proteinprodukte 2026 jetzt anfordern

Parallel dazu gewinnen auch im Bereich der pflanzlichen Alternativen funktionale Anreicherungen an Bedeutung. So brachte das schwedische Unternehmen Oatly in Deutschland zwei neue Haferdrinks auf den Markt: die Fiber Barista Edition und die Variante Fiber Low-Calorie. Beide Getränke liefern 5 Gramm Ballaststoffe pro Portion von 250 Millilitern.

Die kalorienreduzierte Version enthält dabei 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter und kommt ohne Zucker aus. Den Hintergrund für solche Anreicherungen bildet die Versorgungslage in Deutschland: Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm Ballaststoffen empfiehlt, liegt die durchschnittliche tatsächliche Aufnahme laut dem Max Rubner-Institut um 11 Gramm darunter.

Neue Darreichungsformen und verändertes Informationsverhalten

Die Diversifizierung des Sortiments umfasst auch neue Produktkategorien. Als Alternative zu cremigen Shakes gewinnt sogenanntes Clear Protein an Beliebtheit – fruchtige Mischungen auf Basis von Molkenprotein-Isolat oder pflanzlichem Erbsenprotein, die mit Wasser zubereitet werden.

Anzeige

Drei von vier Jugendlichen und jungen Erwachsenen informieren sich vorrangig über TikTok, Instagram und YouTube zu Ernährungsfragen — doch klassische Marketing-Kanäle erreichen diese Käufergruppe kaum noch. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Proteinprodukte und funktionale Rezepturen so positionieren, dass die junge Zielgruppe sie findet, versteht und kauft. Social-Media-Playbook Gen Z Ernährung jetzt sichern

Gleichzeitig stellen sich Zulieferbetriebe auf veränderte Anforderungen ein: Ein Hamburger Aromenhersteller startete eine spezialisierte B2B-Plattform für Getränkearomen, die insbesondere auf funktionelle Erfrischungsgetränke sowie Stabilität in Flüssigkeitsmatrizen fokussiert ist.

Unterstützt wird das Interesse an funktioneller Ernährung wesentlich durch jüngere Generationen. Laut einer SINUS-Studie stufen 8 von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 28 Jahren gesunde Ernährung als wichtig ein. Bei der Informationsbeschaffung spielen soziale Kanäle eine führende Rolle: Drei von vier der Befragten informieren sich vorrangig über Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube zu Ernährungsfragen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70201164 |