Skilliday-Trend, Europäer

Skilliday-Trend: 48% der Europäer buchen Lernreisen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berufstätige setzen auf funktionale Kurzreisen mit Lerneffekt oder Sport. Mastercard-Studie zeigt: 48 Prozent planen einen Skilliday.

Skillidays und Runcations: So verändert sich die Arbeitswelt
Eine Person entspannt in einer alpinen Landschaft mit Wanderrucksack, was die Kombination aus Erholung und Aktivurlaub zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt einfach nur am Strand zu liegen, setzen immer mehr Berufstätige auf funktionale Kurzreisen – mit Lerneffekt oder Sportprogramm. Klassische Langzeiturlaube führen oft zum „Post-Holiday-Syndrom“ oder zur „Leisure Sickness“. Der Trend geht daher zu strukturierten Regenerationsmaßnahmen, die Arbeitsrhythmus, Bewegung und Weiterbildung synchronisieren.

Fast jeder zweite Europäer plant einen „Skilliday“

Ein deutlicher Wandel zeigt sich im Reiseverhalten. Laut einer Untersuchung von Mastercard planen rund 48 Prozent der europäischen Arbeitnehmer für dieses Jahr einen sogenannten „Skilliday“. Im Vordergrund steht das Erlernen neuer Fähigkeiten. Besonders gefragt sind Kochworkshops (26 Prozent), Gastronomie-Kurse (27 Prozent) und Sprachkurse (30 Prozent). In der Schweiz haben bereits 39 Prozent der Befragten eine solche Reise gebucht. Fast die Hälfte der Schweizer Teilnehmer gibt an, dass Reisen durch den Lerneffekt an Sinn gewinne.

Parallel dazu boomen aktive Urlaubsformen. Daten des Anbieters CamperDays belegen einen Anstieg der Suchanfragen nach aktivem Tourismus um 5.000 Prozent. Das Interesse an Trailrunning stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Als bevorzugte Ziele für diesen Trend der „Runcations“ gelten Chamonix, die Dolomiten, der Schwarzwald sowie Madeira und Mallorca.

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Bewegung senkt Demenzrisiko um 45 Prozent

Die Wissenschaft liefert klare Argumente für aktive Erholung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies in ihren aktuellen Leitlinien darauf hin, dass sich bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos durch vermeidbare Faktoren beeinflussen lassen. Eine Metaanalyse in „The Lancet Public Health“ belegt zudem: Bereits 7.000 Schritte täglich senken das Risiko für Demenz, Krebs, Diabetes und Depressionen signifikant. Forschungen in „Nature Medicine“ zeigen, dass bei Patienten in frühen Stadien bereits 3.000 Schritte täglich die Alzheimer-Progression verlangsamen können.

Doch nicht nur Bewegung zählt – auch die psychische Entkoppelung ist entscheidend. Eine Studie im „Journal of Applied Psychology“ von Ryan Grant (University of North Carolina) belegt: Wer direkt nach Feierabend abschaltet, verbessert langfristig Erholung und Leistung. Experten raten, den Arbeitstag wie eine Bergwanderung zu organisieren – mit klaren Routinen für den Übergang in die Freizeit. Das ist besonders wichtig, denn rund 72 Prozent der Arbeitnehmer kennen das Phänomen der „Leisure Sickness“: Sie werden krank, genau wenn die Freizeit beginnt.

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Bildungsurlaub wird Pflicht – Bayern bleibt außen vor

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern sich. Ab dem 1. Januar 2027 besteht in 15 deutschen Bundesländern ein Anspruch auf Bildungsurlaub – Bayern bleibt die einzige Ausnahme. Bisher nutzen lediglich zwischen 0,63 und 1,45 Prozent der Berechtigten diesen Anspruch von fünf Tagen pro Jahr. Dabei könnten solche Maßnahmen helfen, den beruflichen Frust nach einer Auszeit zu mindern.

Zusätzlich gewinnen Erkenntnisse über die innere Uhr an Bedeutung. Wissenschaftliche Analysen zeigen: Eine Kernarbeitszeit von 9 bis 17 Uhr harmoniert oft nicht mit dem biologischen Rhythmus vieler Beschäftigter. Eine Anpassung der Arbeitszeiten an den individuellen Chronotyp könnte die Produktivität steigern.

Für kurzfristige Regeneration am Wochenende bieten sich kleinere deutsche Städte an. Eine Untersuchung von SumUp ergab: Kurztrips in kleinere urbane Zentren sind deutlich kosteneffizienter als Aufenthalte in Metropolen. Und wer sein Fitnessstudio kündigen will, profitiert von einer aktuellen BGH-Entscheidung: Kündigungen dürfen nicht durch angebotene Pausierungsoptionen erschwert werden.

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