SK Hynix investiert 720 Milliarden Dollar in KI-Speicherfabriken
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix plant eine massive Erweiterung seiner Produktionskapazitäten und investiert 720 Milliarden US-Dollar in den Aufbau des sogenannten Yongin-Clusters. Ziel des Vorhabens ist die Schaffung des weltweit größten Netzwerks für Speicherfabriken, um die steigende Nachfrage nach Hardware für Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik zu bedienen.
Ausbau der Produktionskapazitäten im Yongin-Cluster
Das Großprojekt sieht den Bau von insgesamt vier Fabriken am Standort Yongin vor, die bis zum Jahr 2033 vollständig in Betrieb genommen werden sollen. Der Baubeginn für die erste Anlage ist für Februar 2025 projektiert. Nach der Errichtung des ersten Reinraums im Februar 2027 soll die Serienproduktion planmäßig im Mai 2027 anlaufen. Das Board von SK Hynix genehmigte hierfür sowie für weitere Projekte bereits Mittel in Höhe von 54 Billionen Won, was etwa 38 Milliarden US-Dollar entspricht.
Zusätzlich zum Yongin-Cluster investiert das Unternehmen in den Standort Cheongju. Dort soll ab Februar 2027 die M17-Fabrik entstehen, die auf die Fertigung von NAND-Speichern spezialisiert ist. Die Investitionssumme für diesen Standort wird mit 19,1 Billionen Won (13 Milliarden US-Dollar) angegeben. Erste Reinraumkapazitäten sollen dort im Dezember 2028 zur Verfügung stehen. In der strategischen Ausrichtung setzt SK Hynix bei NAND auf eine Zwei-Säulen-Strategie: Während in Cheongju Chips mit mehr als 300 Lagen gefertigt werden, konzentriert sich das Werk im chinesischen Dalian auf 100-Lagen-Strukturen.
Marktkapitalisierung und internationale Expansion
Die wirtschaftliche Bedeutung von SK Hynix spiegelte sich zuletzt in einer Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar wider. Im ersten Quartal 2026 hielt das Unternehmen einen Marktanteil von 58 Prozent im Bereich High Bandwidth Memory (HBM). Ein Nasdaq-Listing im Juli 2026 spülte zudem 26,5 Milliarden US-Dollar in die Kassen des Konzerns. Trotz dieser Erfolge unterlag die Aktie zuletzt Schwankungen und notierte am 13. August 2026 bei 154,41 US-Dollar, was einem Rückgang von 21 Prozent gegenüber dem Höchststand von 195 US-Dollar entspricht.
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Über die heimischen Grenzen hinaus forciert SK Hynix den Ausbau in den USA. Am 27. August 2026 soll der Bau eines 3,87 Milliarden US-Dollar teuren Werks für fortschrittliches Packaging in West Lafayette, Indiana, beginnen. Das Projekt wird durch den US CHIPS Act mit Direktförderungen von 450 Millionen US-Dollar sowie Krediten über 500 Millionen US-Dollar unterstützt. Die Massenproduktion von HBM-Speichern am US-Standort ist für die zweite Jahreshälfte 2028 vorgesehen.
Infrastruktur und staatliche Unterstützung
Die Realisierung des Yongin-Clusters erfordert eine umfangreiche Infrastruktur. Bis zum Jahr 2041 wird ein Strombedarf von mehr als 14 Gigawatt prognostiziert. Zudem benötigt die Anlage täglich rund 650.000 Tonnen Wasser. Um die Versorgung sicherzustellen, wurde am 12. August 2026 ein Abkommen zwischen der südkoreanischen Regierung, regionalen Behörden, dem Energieversorger KEPCO sowie Samsung und SK Hynix unterzeichnet.
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Flankiert wird das Projekt von regulatorischen Erleichterungen der Regierung. Die Aufhebung der „One Site, One Permit“-Regel für große Industriekomplexe soll Investitionen in Höhe von 2,5 Billionen Won beschleunigen. Zudem wurden die Fristen für Gassicherheitsinspektionen von sieben auf drei Tage verkürzt. Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Ausbau der Stromübertragungsnetze in Südkorea im Durchschnitt 13 Jahre in Anspruch nimmt, während der Bau einer Fabrik lediglich drei Jahre dauert. Aktuell liegen 20 von 54 Übertragungsprojekten hinter dem Zeitplan zurück.
