Sjögren-Syndrom: AlloNK-Daten zeigen weniger Schmerzen bei 73 Prozent
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf dem 17. Internationalen Symposium zur Sjögren-Erkrankung (ISSjD 2026) in Paris hat Artiva Biotherapeutics aktualisierte Daten zu seinem Zelltherapie-Kandidaten AlloNK (AB-101) in Kombination mit Rituximab vorgestellt.
Die Daten stammen aus einer Phase-2a-Basket-Studie und markieren einen weiteren Schritt in der Suche nach wirksamen Behandlungsoptionen für das Sjögren-Syndrom (SjD), eine Autoimmunerkrankung, die bislang nur eingeschränkt therapierbar ist.
Studiendesign und Patientenkollektiv
Die Therapie wird nach niedrig dosiertem Cyclophosphamid/Fludarabin ambulant intravenös verabreicht. In die bislang ausgewertete Kohorte wurden elf Patientinnen mit SjD eingeschlossen, deren Krankheitsdauer im Mittel 12,2 Jahre betrug. Die Teilnehmerinnen wurden mindestens sechs Monate nachbeobachtet, mit Stichtag im Juli 2026.
Verbesserungen bei Krankheitsaktivität und Symptomen
Nach sechs Monaten verbesserte sich der ClinESSDAI-Wert, der die systemische Krankheitsaktivität misst, von einem Ausgangswert von 14,6 um 6,9 Punkte. Der ESSPRI-Score, der patientenberichtete Symptome wie Trockenheit, Müdigkeit und Schmerzen erfasst, sank von 8,0 um 3,5 Punkte.
Bei acht Patientinnen mit Hyposalivation stieg der mittlere stimulierte Speichelfluss von 0,4 auf 1,1 Milliliter pro Minute – ein Wert, der laut den vorgestellten Daten über der als normal geltenden Schwelle von 1,0 Milliliter pro Minute liegt.
Bis Woche 24 berichteten die Patientinnen über deutliche subjektive Verbesserungen: 82 Prozent gaben eine Besserung der Trockenheitssymptome an, 55 Prozent eine Verbesserung der Müdigkeit und 73 Prozent eine Linderung der Schmerzen.
Der FACIT-Fatigue-Score, ein Maß für krankheitsbedingte Erschöpfung, stieg von 18,1 um 13,0 Punkte. Die globale Patientenbeurteilung verbesserte sich von 7,21 um 3,5 Punkte.
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Sicherheitsprofil über mehrere Indikationen hinweg
Die Sicherheitsdaten beziehen sich auf die gesamte Phase-2a-Basket-Studie mit 73 Patienten, die neben SjD auch rheumatoide Arthritis, systemische Sklerose und Myositis umfasst. Dabei traten laut den vorgestellten Ergebnissen keine Fälle von Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS), Neurotoxizität (ICANS), Graft-versus-Host-Erkrankung oder Hypogammaglobulinämie auf.
Kein Patient brach die Behandlung wegen unerwünschter Wirkungen ab. Acht Patienten, entsprechend 11 Prozent, erlebten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, darunter zwei schwerwiegende Infektionen, die nicht mit AlloNK in Verbindung gebracht wurden. Zwei der 73 Patienten wurden innerhalb der ersten 28 Tage hospitalisiert, ebenfalls ohne Bezug zur Zelltherapie.
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse insgesamt waren Übelkeit mit 40 Prozent, Kopfschmerzen mit 27 Prozent und Lymphopenie mit 25 Prozent.
Ausblick auf weitere klinische Prüfungen
Artiva Biotherapeutics plant, AlloNK in einer Phase-3-Studie bei refraktärer rheumatoider Arthritis zu testen, deren Start für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen ist. Darüber hinaus soll die Substanz auch bei systemischer Sklerose und Myositis weiter untersucht werden.
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Die in Paris präsentierten Daten zum Sjögren-Syndrom fließen dabei in die Bewertung des therapeutischen Potenzials der allogenen NK-Zelltherapie über mehrere Autoimmunerkrankungen hinweg ein.
Die vorgestellten Resultate basieren auf einer vergleichsweise kleinen Patientenzahl und einem Beobachtungszeitraum von sechs Monaten. Größere und länger laufende Studien werden zeigen müssen, ob sich die beobachteten Effekte auf Krankheitsaktivität, Speichelfluss und Symptomlast in einer breiteren Patientenpopulation bestätigen lassen und wie sie sich im Vergleich zu anderen in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffen für das Sjögren-Syndrom einordnen.
