Sjögren-Krankheit: Phase-3-Studie zeigt Wirksamkeit von Dazodalibep
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung zur Behandlung der Sjögren-Krankheit hat eine wichtige Schwelle erreicht. Wie aus Berichten vom 22. September 2026 hervorgeht, lieferte die klinische Phase-3-Studie OASIZ 301 zum Wirkstoff Dazodalibep positive Ergebnisse.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf erwachsene Patienten, die unter moderater bis schwerer systemischer Krankheitsaktivität leiden. Dazodalibep wird als potenzielles First-in-Class-CD40L-Antagonisten-Fusionsprotein eingestuft und könnte eine Lücke in der bisher begrenzten Therapielandschaft dieser chronischen Autoimmunerkrankung schließen.
Studienergebnisse und klinische Wirksamkeit
Im Zentrum der Untersuchung stand der primäre Endpunkt, definiert als die Veränderung des EULAR Sjögren’s Syndrome Disease Activity Index (ESSDAI) gegenüber dem Ausgangswert in Woche 48. An der Studie nahmen laut unterschiedlichen Berichten zwischen 621 und 651 Probanden teil, die zu Beginn eine moderate bis schwere systemische Krankheitsaktivität mit einem ESSDAI-Wert von mindestens 5 aufwiesen.
Die Auswertungen zeigten eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung der Krankheitsaktivität. Den vorliegenden Informationen zufolge konnten positive Effekte bereits ab der vierten Woche nach Behandlungsbeginn festgestellt werden, wobei diese Verbesserungen über den gesamten Beobachtungszeitraum bis zur 48. Woche anhielten.
Konkrete numerische Werte zu den mittleren Veränderungen oder spezifische p-Werte wurden in der ersten Zusammenfassung der Ergebnisse noch nicht veröffentlicht. Das Unternehmen plant jedoch, detaillierte Daten auf einem kommenden medizinischen Fachkongress vorzustellen.
Sicherheitsprofil und pharmazeutischer Hintergrund
Hinsichtlich der Verträglichkeit von Dazodalibep wurde berichtet, dass die häufigsten unerwünschten Ereignisse mit einer Häufigkeit von mindestens 5 Prozent Nasopharyngitis, Harnwegsinfektionen, Hypertonie sowie infusionsbedingte Reaktionen umfassten.
Diese Vorfälle seien überwiegend als leicht bis moderat eingestuft worden. Die Rate der Studienabbrüche wurde als niedrig und zwischen den Studiengruppen ausgeglichen beschrieben. Zudem gab es keine signifikanten Ungleichgewichte bei thromboembolischen Ereignissen oder opportunistischen Infektionen.
Für viele Betroffene ist die Sjögren-Krankheit ein täglicher Kampf gegen Trockenheit, Schmerzen und Erschöpfung — und bislang gibt es keine von der FDA zugelassenen Medikamente, die die systemische Ursache angehen. Eine Phase-3-Studie zum Wirkstoff Dazodalibep hat nun ihren primären Endpunkt erreicht; die detaillierten Daten sollen auf einem Fachkongress folgen. Was das für Ihren Alltag und Ihr nächstes Arztgespräch bedeutet, fassen wir in einem kostenlosen Ratgeber zusammen. Kostenlosen Sjögren-Ratgeber anfordern
Der Wirkstoff Dazodalibep ist Teil des Portfolios, das Amgen durch die im Jahr 2023 abgeschlossene Übernahme von Horizon Therapeutics übernommen hat. Für Amgen markiert dieser Erfolg einen Wendepunkt, nachdem ein früherer Kandidat für die Behandlung der Sjögren-Krankheit, das Molekül AMG 329, aufgrund unzureichender Phase-2-Daten eingestellt werden musste.
Marktsituation und therapeutischer Bedarf
Die Sjögren-Krankheit betrifft laut Daten der National Institutes of Health etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung, wobei ein Großteil der Patienten weiblich ist. Die Erkrankung äußert sich durch extreme Trockenheit der Augen und des Mundes sowie durch systemische Symptome wie chronische Schmerzen und Erschöpfung.
Bisher existiert ein erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf. Es gibt derzeit keine von der FDA zugelassenen Medikamente, die die systemische Ursache der Krankheit adressieren.
Die einzige verfügbare medikamentöse Unterstützung beschränkt sich auf Muskarinagonisten wie Pilocarpin und Cevimelin, die oral eingenommen werden, um Symptome wie Mundtrockenheit zu lindern, jedoch keinen Einfluss auf die zugrunde liegende systemische Krankheitsaktivität haben.
Finanzielle Auswirkungen und Ausblick
Die Veröffentlichung der Studienergebnisse wirkte sich unmittelbar auf die Bewertung des Unternehmens an den Finanzmärkten aus. Die Amgen-Aktie verzeichnete nach Bekanntwerden der Daten Kurszuwächse von über 4 Prozent. Ein Realtime-Estimate bezifferte den Wert am 22. September 2026 zeitweise auf 407,38 US-Dollar, was einer Steigerung von 23,83 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.
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Finanziell blickt das Unternehmen auf ein stabiles Wachstum zurück. Für den Dreimonatszeitraum bis zum 30. Juni 2026 wies Amgen einen Umsatz von 10.054 Mio. USD sowie ein Nettoergebnis von 2.375 Mio. USD aus. Das verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) lag bei 4,37 USD. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2024 hatte der Umsatz noch bei 7.447 Mio. USD gelegen.
Weitere klinische Meilensteine stehen bevor. Die Studie OASIZ 303, die Patienten mit hoher Symptomlast, aber niedriger systemischer Aktivität untersucht, soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Eine offene Langzeitverlängerungsstudie (OASIZ 304) befindet sich derzeit in der Rekrutierungsphase. Ein konkreter Zeitplan für die regulatorische Einreichung von Dazodalibep wurde bislang nicht kommuniziert.
