Singapur: 246 Phishing-Fälle über Werbeanzeigen kosten mindestens S$1,4 Mio.
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Singapur haben Cyberkriminelle über manipulierte Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen erhebliche finanzielle Schäden verursacht. Wie aus Behördenangaben hervorgeht, registrierte die singapurische Polizei seit Juli 2026 mindestens 246 Phishing-Fälle nach diesem Muster. Die erfassten finanziellen Verluste belaufen sich dabei auf mindestens S$1,4 Mio., was umgerechnet RM4,47 Mio. entspricht.
Die Täter nutzten bezahlte Anzeigen auf beliebten Online-Plattformen, um potenzielle Opfer mit vermeintlich günstigen Warenangeboten anzulocken. Beworben wurden unter anderem Haushalts-, Lebensmittel- und Modeartikel zu auffällig niedrigen Preisen. Wer auf diese Offerten klickte, wurde auf professionell gestaltete Phishing-Websites weitergeleitet.
Dort forderten die Betreiber die Besucher auf, Kreditkarten- oder Onlinebanking-Informationen einzugeben. In mehreren Fällen wurden zudem Einmalpasswörter (One-Time Passwords, OTP) sowie digitale Freigaben abgegriffen, wodurch unautorisierte Abbuchungen direkt auf Konten der Kriminellen erfolgten.
Hohe Reichweite sozialer Netzwerke begünstigt Betrugsmaschen
Die Ermittler weisen darauf hin, dass die Betrüger von der weiten Verbreitung sozialer Plattformen im Stadtstaat profitieren. Nach Angaben der Behörde nutzen rund 87 % der Einwohner ab 15 Jahren wöchentlich große soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder TikTok. Durch zielgerichtete Werbekampagnen erreichen die manipulierten Angebote somit einen großen Teil der Bevölkerung direkt im alltäglichen Medienkonsum.
Wer sich mit dem Thema Online-Sicherheit befasst, sollte den Schutz des eigenen Mobilgeräts nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone wirksam gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
Um sich vor derartigen Angriffen zu schützen, raten die Sicherheitskräfte zur Wachsamkeit und empfehlen konkrete Schutzvorkehrungen. Dazu zählen das Einrichten strenger Transaktionslimits beim Onlinebanking, die konsequente Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie die Nutzung der bankseitigen Sicherheitsfunktion Money Lock, mit der Einlagen vor digitalem Schnellzugriff gesperrt werden können.
Zudem wirbt die Polizei für das sogenannte ACT-Prinzip als Handlungsleitfaden zur Betrugsprävention und verweist für Verdachtsfälle auf die behördliche ScamShield-Hotline mit der Kurzwahl 1799.
Rückgang bei Schadenssummen trotz langfristig hoher Verluste
Der Schutz von persönlichen Daten und Finanz-Accounts wie PayPal oder Online-Banking erfordert heute mehr als nur ein starkes Passwort. Erfahren Sie in diesem Gratis-Sicherheits-Leitfaden, welche Maßnahmen IT-Experten empfehlen, um WhatsApp und Co. endlich sicher zu nutzen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Trotz der aktuellen Phishing-Welle verzeichnete Singapur zuletzt eine leichte Entspannung bei den Gesamtzahlen der Internetkriminalität. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die gesamten Schäden durch Betrugsfälle auf S$410,6 Mio., nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch S$500,2 Mio. gemeldet worden waren. Auch die Gesamtzahl der registrierten Fälle ging im selben Vorjahresvergleich um rund 14 % zurück – von 19.644 auf 16.821 Vorfälle.
Gleichwohl bleibt die Belastung durch digitale Betrugsmuster auf einem historisch hohen Niveau: Seit 2019 hat Singapur nach Angaben der Polizei insgesamt mehr als S$4 Mrd. durch Betrugsaktivitäten verloren.
