Sildenafil, Viagra-Wirkstoff

Sildenafil: Viagra-Wirkstoff stoppt Metastasenbildung in Studien

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung zeigt: Sildenafil hemmt Cholesterinversorgung von Tumorzellen und könnte in Kombination mit Statinen die Metastasenbildung bremsen.

Viagra-Wirkstoff Sildenafil: Neue Hoffnung gegen Krebsmetastasen
Mikroskopische Aufnahme von Krebszellen in einem modernen Labor, die den Forschungsprozess zur Metastasenhemmung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Sildenafil, bekannt aus Viagra, könnte die Ausbreitung von Tumorzellen verhindern. Besonders in Kombination mit Statinen zeigt der Wirkstoff überraschende Effekte.

Cholesterin als Achillesferse der Krebszellen

Forschende des Weizmann Institute of Science haben einen bislang wenig beachteten Mechanismus identifiziert: Krebszellen sind auf eine stabile Cholesterinversorgung angewiesen, um sich im Körper auszubreiten. Sildenafil stört diese Versorgung gezielt.

Der Wirkstoff hemmt das Enzym PDE5, was den Botenstoff cGMP ansteigen lässt. Die Folge: Cholesterin-Transportproteine werden in den Lysosomen der Zellen abgefangen. Ohne Nachschub verlieren die Tumorzellen ihre Beweglichkeit – Metastasenbildung wird ausgebremst.

In Experimenten mit Mausmodellen und menschlichen Zellkulturen bestätigte sich der Effekt. Die Forscher testeten ihn an Melanom-, Lungenkrebs- und triple-negativen Brustkrebszellen.

Doppelte Blockade: Die Kombination macht's

Besonders spannend: Die gleichzeitige Gabe von Sildenafil und Statinen verstärkt die Wirkung. Während Statine die körpereigene Cholesterinproduktion senken, blockiert Sildenafil den Transport des vorhandenen Cholesterins. Den Krebszellen wird so die komplette Grundlage entzogen.

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Gestützt wird die Theorie durch eine große Datenanalyse. Die Forscher werteten anonymisierte Krankengeschichten von rund fünf Millionen Versicherten der israelischen Clalit-Gesundheitsorganisation aus. Über 20 Jahre zeigte sich: Patienten mit Sildenafil-Einnahme hatten eine höhere Überlebensrate.

Am besten schnitten jene ab, die Sildenafil und Statine bereits mindestens sechs Monate vor ihrer Krebsdiagnose genommen hatten.

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Klinische Studie in Planung

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse warnen Fachleute vor voreiligem Optimismus. Laborergebnisse und Beobachtungsdaten ersetzen keine klinischen Studien. Die Übertragung in die Praxis steht noch aus.

Als nächster Schritt ist eine Studie mit Frauen geplant, die an triple-negativem Brustkrebs erkrankt sind. Diese Krebsform gilt als besonders aggressiv, da herkömmliche Hormontherapien oft wirkungslos bleiben.

Sollten sich die Resultate bestätigen, könnte die Repositionierung von Sildenafil eine kostengünstige Option zur Senkung des Metastasierungsrisikos werden. Die Studie erschien im Juli 2026 im Fachjournal Cancer Research.

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