Signal-Phishing, Russische

Signal-Phishing: Russische Hacker greifen tausende Konten an

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amnesty und FBI warnen vor weltweiten Angriffen auf Signal-Konten. Gefälschter Support zielt auf Recovery-Keys und Zugangsdaten.

Signal im Visier russischer Hacker: FBI warnt vor Phishing-Kampagne
Ein Smartphone mit schwarzem Display liegt auf einem dunklen Büroschreibtisch, beleuchtet durch diffuses Licht. Illustration mit AI erstellt.

Amnesty International hat vor einer Phishing-Kampagne gewarnt, bei der russische Hacker gezielt Nutzer des Messengers Signal ins Visier nehmen. Donncha Ó Cearbhaill von Amnesty International erklärte, die Angreifer setzten dabei ein System namens „ApocalypseZ" ein und gäben sich gegenüber den Opfern als offizieller Signal-Support aus. Als Schutzmaßnahme empfahl er, die Registrierungssperre in der App zu aktivieren.

Journalist wurde Opfer der Angriffe

Wie konkret solche Attacken ablaufen können, zeigt der Fall des Journalisten Michael Isikoff. Sein Signal-Konto wurde durch Hacker kompromittiert, die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zugeordnet werden. Die Angreifer nutzten dafür eine Phishing-Nachricht, die ihn zur Eingabe seines Recovery-Keys aufforderte. Wer diesen Schlüssel preisgibt, verschafft Angreifern potenziell Zugriff auf Chatverläufe und Kontoinhalte.

FBI warnt vor globalem Ausmaß

Das FBI stufte den Vorfall nicht als Einzelfall ein, sondern warnte vor einer weltweiten Kampagne, von der nach Behördenangaben tausende Signal-Konten betroffen sind. Damit reicht das Problem weit über einzelne prominente Zielpersonen wie Isikoff hinaus und betrifft offenbar eine breite Nutzerbasis der als besonders sicherheitsbewusst geltenden App.

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Wie die Angriffe funktionieren

Sicherheitsexperten wiesen darauf hin, dass die Phishing-Versuche gezielt auf Chat-Backups und Recovery-Keys abzielen. Die Angreifer versuchen dabei, Nutzer durch gefälschte Support-Kontakte zur Herausgabe sensibler Zugangsdaten zu bewegen. Dabei betonten die Experten einen zentralen Punkt: Signal werde Nutzer niemals von sich aus kontaktieren und frage grundsätzlich nicht nach Registrierungscode, PIN oder Recovery-Key. Jede Nachricht, die genau danach fragt, sollte demnach als Betrugsversuch gewertet werden.

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Als konkrete Gegenmaßnahme rieten sowohl Amnesty International als auch weitere Sicherheitsexperten dazu, die Registrierungssperre in Signal zu aktivieren. Diese Funktion soll verhindern, dass ein Konto ohne zusätzliche Bestätigung auf einem neuen Gerät registriert werden kann, selbst wenn Angreifer bereits im Besitz sensibler Zugangsdaten sind.

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Angesichts der vom FBI beschriebenen Reichweite der Kampagne gilt die Aktivierung dieser Sicherheitsfunktion als eine der wichtigsten sofort umsetzbaren Vorsichtsmaßnahmen für Nutzer des Messengers.

Die Vorfälle verdeutlichen, dass selbst Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikationsdienste wie Signal nicht gegen Social-Engineering-Angriffe gefeit sind. Nicht die Verschlüsselung selbst wird dabei angegriffen, sondern das Vertrauen der Nutzer in vermeintlich offizielle Support-Kontakte ausgenutzt, um an Zugangsdaten und Recovery-Keys zu gelangen.

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