Siemens, Rekordquartal

Siemens meldet Rekordquartal: 3,52 Mrd. Euro Industriegewinn

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 03:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens, Merck und Daimler Truck übertreffen Erwartungen und heben Ziele an. KI-Nachfrage treibt Wachstum, Nielsen übernimmt DoubleVerify.

Deutsche Industrie: Rekordquartal dank KI-Boom und Prognoseerhöhungen
Modernes Firmenbüro mit Blick auf einen Industriepark, digitale Finanzcharts auf einem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehrere führende deutsche Industrie- und Technologiekonzerne haben am 7. August Rekordergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und ihre Jahresprognosen nach oben korrigiert. Vor allem die hohe Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz, Halbleitermaterialien und die erfolgreiche Integration digitaler Zukäufe treiben das Wachstum. Für den Standort Deutschland ist das ein starkes Signal: Die Industrie profitiert direkt vom globalen KI-Boom.

Siemens mit bestem Industriequartal aller Zeiten

Der Münchner Technologiekonzern Siemens meldete für das am 30. Juni endende Quartal das stärkste Industrieergebnis seiner Geschichte. Der Industriegewinn stieg um 25 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der vergleichbare Auftragseingang legte um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro zu – der Auftragsbestand summiert sich nun auf 132 Milliarden Euro.

Das Management führt das Wachstum auf die enorme Nachfrage nach KI-Datenzentren, Software und Fabrikautomation zurück. Siemens beliefert nach eigenen Angaben derzeit neun der zehn größten Rechenzentrumsbetreiber weltweit. Besonders stark entwickelte sich das Segment Smart Infrastructure: Die Bestellungen für Elektrifizierung und Elektroprodukte stiegen um mehr als 50 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen hob Siemens seine Gewinnprognose für 2026 an: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nachdem zuvor 10,70 bis 11,10 Euro erwartet worden waren.

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Merck KGaA und Daimler Truck legen nach

Auch der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA hat seine Jahresziele angehoben. Das bereinigte EBITDA stieg im zweiten Quartal um 9,4 Prozent auf 1,60 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun einen Wert zwischen 5,9 und 6,3 Milliarden Euro. Als Treiber nennt das Management die starke Nachfrage nach Halbleitermaterialien und Pharmazulieferungen – Kunden berichten demnach von Kapazitätsengpässen, die durch die KI-Entwicklung ausgelöst werden. Die Prognoseanhebung folgt auf die Übernahme von Bio-Techne für 11,3 Milliarden Dollar, die größte Akquisition des Konzerns seit über einem Jahrzehnt.

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck erhöhte ebenfalls seine Erwartungen. Das bereinigte EBIT soll 2026 nun zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro liegen, zuvor waren 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro angepeilt. Der Umsatz im Industriegeschäft wird auf 43 bis 47 Milliarden Euro veranschlagt – trotz eines leichten Rückgangs der bereinigten Umsatzrendite im zweiten Quartal.

Milliardenübernahme im Werbetechnik-Sektor

Die Konsolidierungswelle erfasst zunehmend auch die Digital- und Dienstleistungsbranchen. Der Medienmesskonzern Nielsen hat am 7. August eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von DoubleVerify getroffen. Der Kaufpreis beträgt rund 2,15 Milliarden Dollar in bar – das entspricht 13,60 Dollar je Aktie und liegt 30 Prozent über dem durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen 60 Handelstage. Die Transaktion wird vom Großaktionär Providence Equity unterstützt und soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist die Kombination von Nielsens Messkompetenz mit DoubleVerifys Werkzeugen zur digitalen Werbeverifikation.

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Im Bereich professioneller Dienstleistungen meldete Cognizant einen Quartalsumsatz von 5,5 Milliarden Dollar und schloss die Übernahme von Astreya für 634 Millionen Dollar ab. Die Jahresprognose liegt zwischen 22,04 und 22,35 Milliarden Dollar. Zudem vollendete MainSail Partners die Zusammenführung von MirrorWeb und Red Oak: Das neue Gemeinschaftsunternehmen konzentriert sich auf KI-gestützte Werbeprüfung und Compliance-Überwachung für mehr als 1.550 Finanzdienstleister.

Spezialsegmente mit Rückenwind

Auch Spezialanbieter profitieren vom Aufschwung. Der Kupferproduzent Aurubis hob seine Prognose für das operative EBT im Geschäftsjahr 2025/26 auf das obere Ende der Spanne von 425 bis 525 Millionen Euro an. Das Unternehmen verweist auf hohe Kapazitätsauslastung und steigende Metallpreise. Fortschritte gibt es zudem an der neuen Recyclinganlage im US-amerikanischen Richmond im Bundesstaat Georgia.

Beim Motorenhersteller Deutz stieg der Aktienkurs am 7. August um 6,4 Prozent, nachdem das Unternehmen über beschleunigtes Wachstum und steigende Auftragseingänge berichtet hatte. Das Management deutete an, dass die kürzlich erfolgte Übernahme von FFG es ermöglichen könnte, die strategischen Ziele für 2030 deutlich früher zu erreichen. Käufe von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern stützten das Vertrauen der Anleger zusätzlich.

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