Sicherheitswarnung: Windows-Zertifikate laufen 27. Juni 2026 ab
03.06.2026 - 14:34:45 | boerse-global.deDer Windows-Konzern reagiert auf Kritik und rüstet sein Betriebssystem für die Zukunft – mit neuen KI-Funktionen, mehr Leistung und einer wichtigen Sicherheitswarnung.
Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 und in aktuellen Testversionen von Windows 11 weitreichende Neuerungen vorgestellt. Im Kern geht es um drei Dinge: Nutzer sollen künftig selbst entscheiden können, welche KI-Komponenten auf ihrem Rechner laufen, das System wird für neue Hochleistungs-Chips optimiert, und Unternehmen müssen sich auf eine kritische Sicherheitsumstellung vorbereiten.
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KI-Modelle werden abwählbar
Erstmals können Anwender einzelne KI-Bestandteile von Windows 11 entfernen. Die experimentelle Insider-Version 26300.8553 enthält eine versteckte Einstellungsseite, die alle installierten KI-Modelle auflistet – mit Details zu Herausgeber, Version, Installationsdatum und Speicherverbrauch.
Bereits jetzt lässt sich das Phi Silica-Modell deinstallieren, das rund 2,5 Gigabyte Speicher belegt. Das ist eine direkte Reaktion auf die wachsende Kritik an automatisch installierten KI-Komponenten. Künftig sollen KI-Modelle wie normale Systemerweiterungen verwaltbar sein – und nicht mehr als nicht entfernbare Hintergrunddienste.
Parallel dazu testet Microsoft eine Funktion, die Web-Ergebnisse in der Windows-Suche abschaltet. Unter den Privatsphäre-Einstellungen können Nutzer die Suche dann auf lokale Dateien und Anwendungen beschränken.
Leistungsschub für neue Hardware
Der Taskmanager von Windows 11 wurde grundlegend überarbeitet – speziell für NVIDIAs neue RTX-Spark-Architektur. Das Update mit dem Namen "Workload Profile Scheduling" ist auf Systeme mit 20-Kern-Arm-Prozessoren und Blackwell-basierten RTX-Grafikkarten mit bis zu 6.144 CUDA-Kernen zugeschnitten.
Die technischen Anpassungen im Detail:
- Speicher: Unterstützung für bis zu 128 Gigabyte Unified Memory
- Prism-Emulator: Bessere Leistung für alte Anwendungen auf Arm-Hardware
- Energiemanagement: Optimierte Profile für rechenintensive KI-Aufgaben
Bereits Anfang der Woche präsentierte Microsoft die Surface RTX Spark Dev Box – einen Entwickler-Desktop mit einer KI-Leistung von einem Petaflop. Das Gerät kann lokale KI-Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern ausführen und soll noch 2026 in den USA auf den Markt kommen.
Ein optionales System-Update (KB5089573) vom 2. Juni 2026 verspricht zudem spürbare Verbesserungen im Alltag. Interne Tests zeigen: App-Startzeiten könnten sich um bis zu 40 Prozent verkürzen, die Bedienung von Startmenü und Action Center soll sogar um bis zu 70 Prozent flotter werden.
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Sicherheits-Umstellung: Frist läuft ab
Für IT-Abteilungen tickt eine Uhr: Mehrere kritische Secure-Boot-Zertifikate von Microsoft laufen 2026 aus. Das "Microsoft Corporation KEK CA 2011" und das "UEFI CA 2011" verlieren am 27. Juni 2026 ihre Gültigkeit, das "Windows Production PCA 2011" folgt im Oktober.
Die Zertifikate sind seit 2012 im Einsatz. Systeme, die nicht auf die neuere Zertifikatsfamilie von 2023 umgestellt werden, erhalten keine wichtigen DBX-Updates mehr. Das macht sie anfällig für sogenannte Bootkit-Angriffe – Schadsoftware, die bereits vor dem Betriebssystem-Start geladen wird.
Betroffen sind alle Windows-Geräte, aber auch Linux-Distributionen, die den Shim-Bootloader nutzen, sowie virtuelle Maschinen.
WSL 3: Linux-Tools in Echtzeit
Auf der Build-Konferenz kündigte Microsoft zudem die dritte Generation des Windows-Subsystems für Linux (WSL 3) an. Die Neuerung: Paravirtualisierter Hardware-Zugriff ermöglicht eine nahezu native Durchleitung von Grafik- und KI-Prozessoren. Damit lassen sich Linux-basierte KI-Tools wie PyTorch oder Ollama direkt in der Windows-Umgebung nutzen.
Die Unterstützung startet mit Qualcomms Snapdragon X Elite sowie Intels Meteor Lake und Lunar Lake. Die Kompatibilität mit AMD-Prozessoren befindet sich in Planung.
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