Sicherheit: Cisco ISE mit kritischer Lücke CVSS 10.0 unter Attacke
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher und internationale Behörden warnen vor mehreren kritischen Schwachstellen in weit verbreiteten IT-Systemen, die bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt werden.
Betroffen sind die Identity Services Engine (ISE) von Cisco, Mobiltelefone der Google-Pixel-Serie sowie Backup-Lösungen des Anbieters Acronis. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die betroffenen Lücken in ihren Katalog bekanntermaßen ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen und fordert eine umgehende Behebung.
Kritischer Authentifizierungs-Bypass bei Cisco ISE
Besonderes Augenmerk liegt auf der Netzwerk-Management-Plattform Cisco ISE. Hier wurde die Schwachstelle CVE-2026-76460 mit dem maximalen CVSS-Score von 10.0 bewertet. Diese Lücke ermöglicht es unauthentifizierten Angreifern aus der Ferne, Authentifizierungsmechanismen über einen API-Endpunkt zu umgehen. Betroffen sind nach Angaben des Herstellers die Web-Management-Schnittstellen von ISE sowie ISE-PIC.
Zusätzlich zu dieser Zero-Day-Lücke meldete Cisco acht weitere Schwachstellen in der ISE-Umgebung. Darunter befinden sich zwei kritische Fehler zur Privilegienausweitung (CVE-2026-20305 und CVE-2026-20306) mit einem CVSS-Wert von 9.1 sowie drei kritische Sicherheitslücken, die eine Remotecodeausführung (RCE) ermöglichen.
Diese RCE-Lücken (CVE-2026-20307, CVE-2026-20176 und CVE-2026-20211) weisen CVSS-Scores von bis zu 9.9 auf und erlauben es authentifizierten Angreifern, Befehle mit Root-Rechten auszuführen.
Für betroffene Systeme stehen Updates bereit. Cisco empfiehlt die Installation der Versionen 3.1 Patch 12, 3.2 Patch 11, 3.3 Patch 12, 3.4 Patch 7 sowie der Patches 3 und 4 für die Version 3.5. Für die Lösung ISE-PIC gilt die Version 3.4 als letzte unterstützte Fassung.
Zero-Click-Angriffe auf Google-Pixel-Geräte
Google bestätigte zeitgleich die aktive Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle in den Modems von Pixel-Smartphones. Die als CVE-2026-58704 geführte Lücke (CVSS 8.8) ermöglichte sogenannte Zero-Click-Angriffe. Dabei konnten Angreifer ohne jegliche Interaktion des Nutzers auf sensible Daten zugreifen oder Privilegien innerhalb des Systems ausweiten.
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Die Behebung dieser Schwachstelle erfolgt im Rahmen des Sicherheitsupdates für September 2026. Laut verschiedenen Berichten schließt dieses umfangreiche Update neben der Modem-Lücke mehr als 100 weitere Sicherheitsrisiken, wobei teilweise von bis zu 200 Fixes die Rede ist. Die CISA hat für US-Behörden eine verbindliche Frist bis zum 19. September 2026 gesetzt, um diese Sicherheitsupdates auf allen betroffenen Geräten zu installieren.
Sicherheitsrisiken bei Acronis Backup-Plugins
Ebenfalls im Fokus der Behörden steht eine Schwachstelle bei Acronis. Die Lücke CVE-2026-87886 betrifft das Backup-Plugin für die Administrations-Oberflächen cPanel & WHM unter Linux. Ursache sind unsichere Dateirechte, die eine lokale Ausweitung von Nutzerrechten ermöglichen.
Zwar wurde eine Ausnutzung bisher nur in begrenzten, gezielten Angriffen beobachtet, dennoch stufen Experten die Gefahr mit einem CVSS-Score von 7.8 ein. Betroffen sind Versionen von cPanel & WHM vor dem Build 1.9.3.1021 sowie Plesk-Erweiterungen vor Build 1.8.11.638. Für Plesk-Nutzer wurde bislang keine aktive Ausnutzung gemeldet. Acronis hat zur Absicherung die Versionen cPanel & WHM 1.9.3 HF3 und Plesk 1.8.11 bereitgestellt.
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Die CISA verpflichtet US-Bundesbehörden durch die Richtlinie BOD 26-04 dazu, die identifizierten Lücken in Cisco- und Acronis-Produkten sowie bei den Google-Pixel-Geräten aufgrund der nachgewiesenen aktiven Ausnutzung priorisiert zu schließen. Die Frist für die kritische Cisco-Lücke CVE-2026-76460 endet demnach am 19. September 2026.
