Shunya Mudra: Anfänger halten die Geste 5 bis 10 Minuten
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Ratgeber und Kursbeschreibungen rücken die Bandbreite yogischer Traditionen verstärkt in den Fokus. Moderne Darstellungen widmen sich dabei nicht allein klassischen Körperhaltungen, sondern greifen vermehrt spezifische Handgesten, meditative Routinen und Atemtechniken auf, um die körperliche und geistige Gesundheit zu unterstützen.
Gezielte Handgesten und sensorische Abschirmung
Einen Schwerpunkt bilden dabei sogenannte Mudras. Das Shunya Mudra wird als Geste beschrieben, bei der die Kuppe des Mittelfingers an die Daumenbasis gelegt und vom Daumen sanft gehalten wird. Dieser Übung wird zugeschrieben, Beschwerden wie Tinnitus oder Druckgefühle im Ohr sowie Stress zu mildern und die Konzentration zu schärfen.
Ratgeber weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass diese Praxis eine medizinische Behandlung nicht ersetzen kann. Anfängern wird eine Haltedauer von 5 bis 10 Minuten empfohlen, Fortgeschrittenen bis zu 45 Minuten. Zur allgemeinen Förderung des Wohlbefindens genüge eine tägliche Ausführung, bei Stresszuständen zweimal und bei Ohrbeschwerden dreimal täglich.
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Ergänzend wird das Garuda Mudra zur Entlastung des Oberkörpers dargestellt. Bei dieser Geste werden die Hände mit gespreizten Zeigefingern vor der Brust verschränkt. Sie soll die Durchblutung anregen, die Flexibilität der Gelenke unterstützen und zur Atemerleichterung beitragen.
Die empfohlene Dauer reicht von 2 bis 5 Minuten bei Einsteigern bis zu 15 bis 30 Minuten für Geübte. Treten stechende Schmerzen oder Taubheitsgefühle auf, sollte die Haltung unverzüglich beendet werden.
Zur inneren Einkehr dient zudem Karna Pidasana. Indem die Daumen sanft auf den Tragus gelegt werden, wird eine sensorische Abschirmung erreicht, die von einem gleichmäßigen Atemrhythmus mit vier Zählzeiten beim Ein- und Ausatmen begleitet wird. Bei akuten Mittelohrentzündungen, perforiertem Trommelfell, schwindel, hohem Fieber sowie schwerem Bluthochdruck wird von dieser Übung abgeraten.
Atemführung und dynamische Übungssysteme
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Neben Handgesten nehmen Pranayama-Techniken eine zentrale Rolle ein. Die Ujjayi-Atmung, bei der durch ein leichtes Verengen der Stimmritze ein gleichmäßiges Meeresrauschen imitiert wird, soll beruhigend wirken und den Geist zentrieren.
Vor dem Einschlafen empfiehlt sich hierbei eine Ausatmung, die doppelt so lang wie die Einatmung ist. Richard Rosen betont in seinen Ansätzen, dass Pranayama-Formen wie Ujjayi, Kapalabhati oder Nadi Shodhana gemeinsam mit Hatha-Asanas der Einheit von Körper und Geist dienen.
Einen dynamischen Gegenpol bieten kraftvolle Richtungen wie Vinyasa, Power Yoga oder Bikram Yoga. Letzteres folgt einer festgelegten Sequenz von 26 Positionen und wird in beheizten Räumen bei rund 40 Grad Celsius praktiziert.
Zur energetischen Ausrichtung gilt der klassische Sonnengruß Surya Namaskar, der traditionell vor Sonnenaufgang geübt wird, während am späten Abend auf anstrengende Bewegungen verzichtet werden sollte. Für die Bauchorgane beschreiben Hatha-Texte Nauli Kriya, eine Methode zur Isolation der geraden Bauchmuskeln, die auf nüchternen Magen praktiziert werden muss.
Ganzheitlicher Ansatz und praktische Umsetzung
Spirituelle Strömungen verbinden die Übungen mit mentaler Fokussierung. Hridaya Yoga setzt auf herzzentrierte Rückbeugen wie Kobra oder Brücke in Verbindung mit gleich langen Atemzügen, während Tara Yoga die Körperarbeit mit dem Mantra „Om Tare Tuttare Ture Svaha“ verknüpft. Auch Gurudev Sri Sri Ravi Shankar unterstreicht, dass Yoga keine bloße Gymnastik sei, sondern eine innere Haltung von Gelassenheit und Dienstbereitschaft.
Für die alltägliche Praxis schlagen Leitfäden Zeitfenster am Morgen, Mittag oder Abend vor, bei denen Yin-Posen drei bis fünf Minuten gehalten werden. Lokale Vereine erleichtern den Einstieg: So führt etwa der Turnverein Germania 1892 St. Ilgen donnerstags Hatha-Yoga-Einheiten im Bonhoeffer-Saal durch, die Körperhaltungen, Atemübungen und die Schlussentspannung kombinieren.
