Shilajit-Risiko, Schwermetalle

Shilajit-Risiko: Schwermetalle und fehlende Sicherheitsdaten

01.06.2026 - 20:30:54 | boerse-global.de

Das Naturprodukt Shilajit wird beworben, doch die Studienlage ist dünn und Schwermetallbelastungen sowie Wechselwirkungen sind dokumentiert.

Shilajit-Risiko: Schwermetalle und fehlende Sicherheitsdaten - Bild: über boerse-global.de
Shilajit-Risiko: Schwermetalle und fehlende Sicherheitsdaten - Bild: über boerse-global.de

Das Naturprodukt aus dem Himalaya enthält zwar viele Mineralien, die wissenschaftliche Datenlage ist aber dünn. Und es gibt gesundheitliche Risiken.

Die schwarz-braune Substanz, auch Mumijo genannt, besteht zu etwa 80 Prozent aus Huminstoffen und zu 20 Prozent aus Mineralien wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Besonders bekannt ist Shilajit für seinen Gehalt an Fulvinsäure.

Zusammensetzung bleibt rätselhaft

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Eine polnisch-australische Untersuchung aus dem Jahr 2023 stellte fest: Eine umfassende chemische Analyse des Produkts steht noch aus. Die genaue Zusammensetzung variiert stark je nach Herkunft. Das macht eine standardisierte Bewertung der Wirksamkeit schwierig.

Neben den Huminstoffen enthält Shilajit zahlreiche Spurenelemente. Hersteller bewerben gern die Kombination dieser Inhaltsstoffe. Doch die Identifizierung aller Bestandteile bleibt eine Herausforderung für die Forschung.

Was die Wissenschaft wirklich weiß

Die Studienlage ist dünn – aber es gibt einzelne Hinweise. Bereits 2011 deutete eine Studie darauf hin, dass die Inhaltsstoffe die Hemmung von Tau-Proteinen beeinflussen könnten. Das wäre für die Alzheimer-Forschung interessant.

Zur hormonellen Wirkung gibt es ebenfalls Daten: Eine Untersuchung mit 28 Männern aus dem Jahr 2010 zeigte einen signifikanten Testosteronanstieg nach der Einnahme. Eine Studie mit 43 Frauen aus dem Jahr 2023 berichtete über verbesserte Sexualfunktionen. Und eine Untersuchung mit 60 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren dokumentierte 2022 eine Verlangsamung des Knochenabbaus bei Osteopenie.

Doch Vorsicht: Das sind Einzelergebnisse. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkennt bisher keine gesundheitsbezogenen Wirkungen von Fulvinsäure an.

Regulatorische Tricks der Hersteller

Weil die EFSA keine Health Claims für Fulvinsäure zulässt, müssen Hersteller kreativ werden. Sie kombinieren den Mumijo-Extrakt mit anderen Inhaltsstoffen, für die es zugelassene Werbeversprechen gibt.

Ein Beispiel: Das Unternehmen Serotalin mischt Shilajit mit Zink. Für Zink gibt es einen von der EFSA bestätigten Claim zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels. Clever – aber auch problematisch.

Das Problem mit Schwermetallen

Ein erhebliches Risiko ist die Belastung mit Schwermetallen. In Shilajit-Präparaten wurden wiederholt Rückstände von Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium nachgewiesen.

Hinzu kommen mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Fachleute warnen vor der gleichzeitigen Einnahme mit Blutdrucksenkern, Blutverdünnern, Diabetes-Medikamenten und Schilddrüsenpräparaten.

Nebenwirkungen und wer besser die Finger davon lässt

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Anwender berichten über Übelkeit, Durchfall, Bauchkrämpfe und Schwindelgefühle. Die Verbraucherzentrale rät: Bei ersten Vergiftungssymptomen das Produkt sofort absetzen.

Bestimmte Personengruppen sollten ganz auf Shilajit verzichten. Schwangere, Stillende, Kinder und chronisch Kranke – für sie gibt es keine ausreichenden Sicherheitsdaten.

Das Problem: In Deutschland gibt es keine verbindlichen Höchstmengen für viele pflanzliche Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Die Verantwortung für Dosierung und Sicherheit liegt letztlich beim Verbraucher und den Herstellern.

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