Sharing, Economy

Sharing Economy: Startup Mietzy vermittelt 6.000 Nutzer beim Geräteverleih

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mietplattformen, Reparaturzentren und Sozialkaufhäuser fördern Ressourcenschonung, während Deutschlands Elektroschrott-Sammelquote deutlich hinter dem Ziel bleibt.

Mietzy und Repair Cafés: Teilen statt Neukauf im Haushalt
Ein aufgeräumtes Regal mit verschiedenen Haushaltsgeräten und Werkzeugen in einem modernen Leihzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der deutschen Startup-Szene und in kommunalen Nachhaltigkeitsprojekten zeichnet sich ein deutlicher Trend zur gemeinsamen Nutzung von Gebrauchsgegenständen ab.

Anstatt Werkzeuge oder Haushaltsgeräte für den gelegentlichen Gebrauch neu zu erwerben, setzen immer mehr Verbraucher auf Plattformen und lokale Initiativen, die das Teilen, Leihen und Reparieren ermöglichen. Ein zentrales Beispiel für diese Entwicklung ist das Frankfurter Startup Mietzy, das den Privatverleih von Geräten über eine digitale Plattform organisiert.

Digitale Plattformen als Vermittler zwischen Privathaushalten

Das von Salim Zeyen und Benedikt Dreismann gegründete Unternehmen Mietzy verfolgt das Ziel, eine Infrastruktur für das sogenannte Privat-Sharing aufzubauen.

Das Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von Geräten zwischen Privatpersonen, wobei das Startup für seine Dienste eine Provision in Höhe von 15 Prozent erhebt. Aktuellen Berichten zufolge verzeichnet die Plattform bereits rund 6.000 registrierte Nutzer und ein Inventar von etwa 1.000 Geräten.

Nach dem erfolgreichen Start in Frankfurt am Main planen die Gründer eine Ausweitung des Angebots. Die Expansion soll sich zunächst auf das gesamte Bundesgebiet und in einem nächsten Schritt auf den europäischen Markt erstrecken. Das Modell greift den Gedanken der Kreislaufwirtschaft auf, indem bereits vorhandene Ressourcen effizienter genutzt werden sollen, anstatt die Produktion neuer Güter durch ständigen Konsum anzutreiben.

Stationäre Konzepte und die Reparatur als Nachhaltigkeitsfaktor

Ergänzend zu digitalen Plattformen haben sich in verschiedenen Regionen stationäre Zentren etabliert, die ähnliche Ziele verfolgen. Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung im kommunalen Raum ist das Zukunftshaus Würzburg.

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Seit seiner Eröffnung im Oktober 2022 wurden dort fast 2.000 Elektrogeräte repariert und etwa 4.000 Gegenstände zur Miete angeboten. Die Bilanz des Hauses weist zudem über 100.000 getauschte Dinge auf. Nach Angaben der Betreiber führt dieses Konzept zu einer jährlichen Einsparung von mehreren hundert Tonnen CO2.

Ebenfalls im Bereich der Ressourcenschonung aktiv ist das Repair Café in Nidderau, das auf eine zehnjährige Geschichte zurückblickt. Seit der Gründung wurden dort rund 1.500 Geräte zur Reparatur angenommen, wovon etwa 1.000 erfolgreich instand gesetzt werden konnten. Solche Initiativen unterstützen den Erhalt von Geräten und wirken der Entstehung von Abfall entgegen.

Ökonomische Herausforderungen und ökologische Notwendigkeiten

Die Relevanz solcher Sharing- und Reparaturmodelle wird durch aktuelle Statistiken zum Elektroschrott unterstrichen. In Deutschland fallen jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an.

Die derzeitige Sammelquote liegt mit 31,7 Prozent deutlich unter dem gesetzlich angestrebten Ziel von 65 Prozent. Projekte wie der Elektro-Cup in Bad Hersfeld versuchen bereits auf Schulebene, das Bewusstsein für die fachgerechte Entsorgung und Sammlung von Altgeräten zu schärfen.

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Neben ökologischen Aspekten gewinnen auch soziale Komponenten an Bedeutung. In Rostock-Lütten Klein steht beispielsweise die Eröffnung des Sozialkaufhauses „Glücksfund“ bevor, das auf einer Fläche von 600 Quadratmetern Haushaltswaren und Elektrogeräte anbietet. Durch ein abgestuftes Preissystem soll dort sichergestellt werden, dass auch einkommensschwache Haushalte Zugang zu notwendigen Gebrauchsgegenständen erhalten.

Insgesamt verdeutlichen sowohl kommerzielle Startups wie Mietzy als auch ehrenamtliche Initiativen und soziale Einrichtungen, dass die Sharing Economy im Bereich der Haushaltsgeräte ein wachsendes Marktsegment darstellt. Die Kombination aus digitalen Mietmodellen und lokalen Reparaturangeboten könnte langfristig dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch privater Haushalte signifikant zu senken.

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