SharePoint-Lücken: 8.700 Server durch aktive Exploit-Kette gefährdet
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher beobachten derzeit die aktive Ausnutzung einer Schwachstellenkette in Microsoft SharePoint. Angreifer verwenden dabei öffentlich verfügbaren Proof-of-Concept-Code (PoC), um Fernzugriffe auf Unternehmensserver zu erlangen. Berichten von Defused zufolge wurde bereits ein gezielter Einsatz dieser Angriffswerkzeuge in sogenannten Honeypots festgestellt, was auf eine zunehmende Bewaffnung der Exploits hindeutet.
Verkettung von Sicherheitslücken gefährdet Unternehmensserver
Im Zentrum der Bedrohung steht eine Kombination aus zwei spezifischen Sicherheitslücken: CVE-2026-55040 und CVE-2026-63520. Die erste Lücke, CVE-2026-55040, ermöglicht eine Umgehung der Authentifizierung (Auth-Bypass) und weist eine kritische Bewertung von 9.1 auf der CVSS-Skala auf. Diese Schwachstelle wurde bereits am 18. August in den Katalog der bekanntlich ausgenutzten Schwachstellen (KEV) der US-Cybersicherheitsbehörde CISA aufgenommen.
Die zweite Komponente der Angriffskette ist CVE-2026-63520 mit einem CVSS-Wert von 8.1. Diese ermöglicht eine Remote Code Execution (RCE) über den Business Connectivity Services (BCS) von SharePoint. Sicherheitsforschern zufolge werden internetexponierte Server gezielt auf diese Schwachstellenkombination hin sondiert, um unbefugten Code auszuführen.
Ausmaß der Bedrohung und Honeypot-Erkenntnisse
Die Organisation Shadowserver verfolgt aktuell mehr als 8.700 SharePoint-Server, die über das Internet erreichbar und potenziell von diesen Sicherheitslücken betroffen sind.
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Während der Proof-of-Concept-Code bereits öffentlich zugänglich ist, stand eine Bestätigung über vollständig erfolgreiche Code-Ausführungen in Produktivsystemen zuletzt noch aus. Dennoch unterstreicht die Meldung von Defused über den Einsatz in Honeypots die Dringlichkeit der Lage.
Die zeitliche Abfolge der Veröffentlichungen verschärft die Situation für IT-Verantwortliche. Microsoft gab bekannt, dass entsprechende PoCs für die Schwachstellenkette am 11. August sowie am 24. August veröffentlicht wurden. Damit steht Angreifern eine detaillierte Anleitung zur Verfügung, um verwundbare Systeme zu identifizieren und anzugreifen.
Behördliche Anweisungen und Patch-Empfehlungen
Die Relevanz der Bedrohung spiegelt sich auch in den Maßnahmen staatlicher Stellen wider. Die CISA hatte Bundesbehörden bereits angewiesen, die betroffenen Systeme bis zum 18. August zu patchen, um dem Risiko einer Kompromittierung entgegenzuwirken. Da die Schwachstelle CVE-2026-55040 als aktiv ausgenutzt gilt, ist das Zeitfenster für administrative Gegenmaßnahmen gering.
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Sicherheitsforscher raten Unternehmen und Administratoren dringend dazu, beide Schwachstellen – CVE-2026-55040 und CVE-2026-63520 – umgehend durch die bereitgestellten Sicherheitsupdates zu schließen.
Da die Kette für den vollständigen Zugriff auf das System optimiert ist, reicht die Behebung nur einer der beiden Lücken unter Umständen nicht aus, um die Integrität der Server langfristig zu gewährleisten. Experten betonen die Notwendigkeit einer sofortigen Aktualisierung aller internetexponierten SharePoint-Instanzen.
