SharePoint-Lücke, CVE-2026-58644

SharePoint-Lücke CVE-2026-58644: CVSS 9,8 – Hacker kapern Server

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 07:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft behebt mit über 700 Patches eine Rekordzahl an Sicherheitslücken, darunter mehrere aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstellen.

Microsofts Rekord-Patchday: Über 700 Lücken geschlossen
Abstrakte Darstellung von Cybersicherheit, Datenlecks und digitalem Risiko mit leuchtenden Linien und einem zerbrochenen Schildsymbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwischen 570 und 722 Schwachstellen wurden geschlossen – darunter mehrere kritische Zero-Day-Lücken, die bereits aktiv ausgenutzt werden.

Angreifer kapern SharePoint-Server

Besonders brisant: Eine als kritisch eingestufte Deserialisierungs-Lücke in SharePoint Server (CVE-2026-58644) ermöglicht Remote-Code-Ausführung. Der CVSS-Score liegt bei 9,8 von 10. Betroffen sind SharePoint Enterprise Server 2016, SharePoint Server 2019 und die Subscription Edition.

Hacker nutzen die Lücke bereits, um IIS-Maschinenkeys zu stehlen und sich dauerhaft in kompromittierten Systemen festzusetzen. Die US-Sicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstelle in den Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen. Bundesbehörden müssen die Patches bis zum 19. Juli installieren.

Zwei weitere Zero-Days aktiv

Neben der SharePoint-Lücke schließt Microsoft zwei weitere aktiv ausgenutzte Schwachstellen. CVE-2026-56155 betrifft die Active Directory Federation Services (ADFS), CVE-2026-56164 erneut SharePoint Server. Beide ermöglichen eine Eskalation von Privilegien.

Eine dritte Zero-Day-Lücke (CVE-2026-50661) steckt in der BitLocker-Verschlüsselung. Sie erfordert allerdings physischen Zugriff auf das Gerät.

Sicherheitsexperten raten dringend, nach der Installation der Updates die IIS-Keys zu rotieren und die Logs auf Einbruchsspuren zu untersuchen.

KI hilft bei der Fehlersuche

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Warum die Rekordzahl an Lücken? Microsoft setzt zunehmend auf eine KI-gestützte Pipeline namens MDASH. Sie identifiziert Schwachstellen schneller und beschleunigt die Bereitstellung von Patches. Allein 427 der geschlossenen Lücken stecken in Chromium-Komponenten.

Allerdings lief nicht alles rund: Auf bestimmten Dell-PCs blockiert ein Konflikt mit Intel-Treibern die Installation der Sicherheitsupdates.

Support-Ende für alte Systeme

Der Patchday markiert auch das Ende einer Ära. Der Support für SharePoint Server 2016, SharePoint Server 2019 und SQL Server 2016 wurde offiziell eingestellt. Unternehmen, die diese Systeme weiter nutzen, erhalten keine Sicherheitsupdates mehr.

Auch bei OneDrive gibt es eine wichtige Änderung: Ab dem 15. August wird die Synchronisation für Windows 10-Versionen älter als 22H2 eingestellt. Bestehende Installationen laufen weiter, Fehlerbehebungen gibt es aber nicht mehr.

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Fristen für Admins

Windows 10 LTSB 2016 und Windows 11 Version 24H2 (Home und Pro) werden bis zum 13. Oktober 2026 unterstützt. Der Mainstream-Support für Windows Server 2022 endet ebenfalls am 13. Oktober – Sicherheitsupdates gibt es aber bis 2031.

Für Windows 11 Enterprise und Education in Version 24H2 verlängert sich der Zeitraum bis zum 12. Oktober 2027.

Administratoren sollten die Migrationspläne für betroffene Systeme zeitnah umsetzen. Bei den ADFS-Patches ist laut Experten eine manuelle Überprüfung der Log-Dateien notwendig, um sicherzustellen, dass die Schutzmaßnahmen korrekt greifen.

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