SharePoint-Lücke CVE-2026-50522: Über 10.000 Server weltweit gefährdet
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 21:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hacker greifen ungepatchte Microsoft-Server an – über 10.000 Systeme weltweit gefährdet.
Sicherheitsforscher haben die aktive Ausnutzung einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in Microsoft SharePoint Server beobachtet. Der Fehler mit der Kennung CVE-2026-50522 erreicht einen CVSS-Score von 9,8 – die höchste Risikostufe. Angreifer können ohne Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion Code auf betroffenen Systemen ausführen.
On-Premises-Server im Visier
Die Schwachstelle betrifft ausschließlich lokale Installationen von SharePoint – darunter SharePoint Server 2016, 2019 und die Subscription Edition. Es handelt sich um ein Problem mit unsicherer Deserialisierung. Laut Berichten der Sicherheitsfirmen watchTowr und Defused zielen die Angriffe auf Anmelde-Endpunkte ab, wo .NET-Deserialisierungs-Payloads zur Ausführung kommen.
Schätzungen zufolge sind weltweit über 10.000 internetzugängliche SharePoint-Server ungeschützt. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die Lücke in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen – ein klares Signal für die Dringlichkeit.
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Maschinenschlüssel im Fokus
Besonders perfide: Angreifer stehlen gezielt die IIS-Maschinenschlüssel. Mit nur einer einzigen Anfrage können sie diese Schlüssel abgreifen und sich so dauerhaften Zugang zum Netzwerk verschaffen. Selbst nach dem Einspielen von Sicherheitsupdates könnten Angreifer über gestohlene Schlüssel und installierte Web-Shells weiterhin aktiv bleiben.
Neben CVE-2026-50522 beobachten Experten derzeit auch die Schwachstellen CVE-2026-32201, CVE-2026-45659 und CVE-2026-58644. Diese Lücken ermöglichen ein ganzes Spektrum an Angriffen – vom Diebstahl von Zugangsdaten bis zur vollständigen Übernahme des Systems.
Patchen allein reicht nicht
Microsoft hat am 14. Juli 2026 Sicherheitsupdates veröffentlicht. Die Patches betreffen die Build-Versionen 16.0.5561.1001, 16.0.10417.20175 und 16.0.19725.20434.
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Doch Sicherheitsexperten warnen: Das bloße Einspielen des Updates könnte unzureichend sein. Organisationen, die bereits vor dem Patch kompromittiert wurden, müssen zusätzlich alle Zugangsdaten und IIS-Maschinenschlüssel zurücksetzen. Andernfalls bleibt Angreifern eine Hintertür offen – selbst auf gepatchten Systemen.
Das Exploit Prediction Scoring System (EPSS) schätzt die Wahrscheinlichkeit weiterer Angriffe derzeit auf rund 19,7 Prozent – ein hoher Wert, der eine anhaltende Bedrohung signalisiert.
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