Sextortion-Welle, Strafen

Sextortion-Welle: EU verschärft Strafen auf 32 Jahre Verjährung

24.06.2026 - 15:26:07 | boerse-global.de

Betrüger fordern Bitcoin mit falschen Hardware-Übernahmen. EU reformiert Strafrecht und verlängert Verjährungsfristen für digitale Erpressung.

Sextortion-Welle: EU verschärft Gesetze gegen digitale Erpressung
Sextortion-Welle - A shadowy hand reaching for a laptop screen displaying a threatening email, symbolizing digital extortion and cybersecurity threats. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Betrüger behaupten fälschlicherweise, die gesamte Hardware ihrer Opfer übernommen zu haben. Das berichten Sicherheitsforscher von Malwarebytes in einem aktuellen Bericht vom 24. Juni.

Die Masche: Angst vor dem vermeintlichen Skandal

Die Täter fordern in ihren Nachrichten 1.490 Euro in Bitcoin. Andernfalls, so drohen sie, würden angebliche Videoaufnahmen privater Momente veröffentlicht. Die Masche ist alt, aber sie funktioniert immer wieder.

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Doch die gute Nachricht: Es gibt keinerlei Hinweise auf tatsächliche Geräte-Übernahmen. Die Kriminellen setzen schlicht auf Angst und Scham. Sie spekulieren darauf, dass ihre Opfer aus Furcht vor einem gesellschaftlichen Skandal zahlen – für etwas, das nie passiert ist. Die Kampagnen tauchen immer wieder in leichten Abwandlungen auf, mal mit anderer Summe, mal mit anderen Formulierungen.

EU verschärft Gesetze gegen digitale Erpressung

Während die Betrüger ihre Methoden verfeinern, zieht die Politik nach. Am 23. Juni einigte sich die Europäische Union auf eine Reform ihrer Strafrechtsrichtlinie. Im Fokus: die Bekämpfung digitaler Erpressung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Erstellung von Missbrauchsmaterial.

Die neuen EU-Regeln stellen unter anderem die Bezahlung von Live-Streaming-Missbrauch unter Strafe. Auch die Entwicklung von KI-Werkzeugen, die speziell für schädliche Inhalte konzipiert sind, wird kriminalisiert. Besonders bemerkenswert: Die Verjährungsfrist für diese Verbrechen wird auf 32 Jahre nach Volljährigkeit des Opfers verlängert. Die Mitgliedsstaaten haben nun drei Jahre Zeit, die Vorgaben in nationales Recht umzusetzen.

Internationale Fahndung: 17-Jähriger in Griechenland festgenommen

Die Strafverfolger arbeiten international vernetzt. Am 24. Juni wurde in Griechenland ein 17-Jähriger aus Kreta in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, Teil des „764“-Netzwerks zu sein. Diese internationale Gruppe soll über Plattformen wie Discord, Telegram, Snapchat und in Gaming-Umgebungen gezielt Minderjährige mit Sextortion und Erpressung bedrohen.

Das „764“-Netzwerk, das ursprünglich aus den USA stammt, ist mit einem globalen Geflecht digitaler Erpressung verbunden. Auch in den USA reagieren Gesetzgeber: In Wisconsin haben sich die Hinweise auf Sextortion im Jahr 2025 verdreifacht. Der Bundesstaat verabschiedete daraufhin neue Gesetze, die die Tat als Verbrechen (Felony) einstufen und zusätzliche Mittel für Spezialeinheiten bereitstellen.

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Neue Sicherheitsfunktionen gegen Account-Diebstahl

Die Welle der Sextortion fällt mit einem Anstieg anderer Formen digitaler Identitätsdiebstähle zusammen. Erst am 23. Juni gab es Warnungen vor sogenannten „Boss Scams“ auf WhatsApp. Hier nutzen Angreifer schadhafte ZIP-Dateien, um Web-Sitzungen zu kapern. Sie geben sich dann als Führungskräfte aus und fordern Finanzmitarbeiter auf, Firmengelder auf betrügerische Konten zu überweisen.

Die Plattformen reagieren. WhatsApp hat am 23. Juni ein neues Betrugswarnsystem für die Geräteverknüpfung eingeführt. Es markiert verdächtige Anfragen und zeigt den Standort des Geräts an, das eine Verbindung herstellen will. Parallel warnen Sicherheitsexperten vor betrügerischen Webseiten, die angeblich „VIP-Frühzugang“ zu kommenden Spielen wie GTA 6 anbieten – nur um die Kryptowährungs-Wallets der Nutzer zu leeren.

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