Sextortion: Hacker erpressen Millionen mit Daten aus Carnival-Leak
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den vergangenen Monaten hat eine koordinierte Erpressungswelle an Fahrt gewonnen, die gezielt auf E-Mail-Adressen aus früheren Datendiebstählen zurückgreift. Aktuellen Berichten zufolge werden für diese sogenannten Sextortion-Kampagnen Informationen verwendet, die ursprünglich bei Einbrüchen in die Systeme der Hackergruppe ShinyHunters entwendet wurden. Betroffen sind Kunden und Nutzer zahlreicher namhafter Unternehmen aus verschiedenen Branchen.
Die Hintermänner der Kampagne versenden E-Mails, in denen sie behaupten, die Geräte der Empfänger kompromittiert zu haben. Um eine angebliche Veröffentlichung privater Daten zu verhindern, fordern die Angreifer die Zahlung von 2.000 US-Dollar in der Kryptowährung Bitcoin. Die für diese Nachrichten genutzten Kontaktdaten lassen sich unter anderem auf Leaks bei Unternehmen wie Amtrak, Hallmark, Substack, Betterment, CarGurus, ADT, Panera Bread und McGraw Hill zurückführen.
Umfangreiche Datenbestände von Carnival im Visier
Ein signifikanter Teil der aktuellen Kampagne stützt sich zudem auf Daten, die bei einem Vorfall beim Kreuzfahrtanbieter Carnival entwendet wurden. In diesem spezifischen Zweig der Erpressungswelle fordern die Täter ebenfalls einen Betrag von 2.000 US-Dollar, verlangen die Transaktion jedoch in der Kryptowährung Litecoin. Den Opfern wird hierbei eine Frist von 48 Stunden gesetzt.
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Carnival hatte den zugrunde liegenden Sicherheitsvorfall im April 2026 öffentlich gemacht. Ursache war ein Social-Engineering-Angriff auf ein Mitarbeiterkonto, der Mitte April entdeckt wurde. Nach Abschluss der Untersuchungen Ende desselben Monats begann das Unternehmen Ende Mai mit der Benachrichtigung der Betroffenen. Bei diesem Vorfall wurden die Daten von fast 6 Millionen Menschen exponiert. Zu den betroffenen Informationen zählen neben Namen, Adressen und E-Mail-Adressen auch Telefonnummern, Geburtsdaten und Daten aus Regierungsausweisen.
ShinyHunters bestreitet Beteiligung an Erpressungsversuchen
Obwohl die in den Erpresserbriefen verwendeten Datensätze eindeutig Leaks zugeordnet werden können, die mit der Gruppe ShinyHunters in Verbindung stehen, bestreiten die Hacker eine eigene Beteiligung an der aktuellen Sextortion-Welle. Branchenanalysten von BleepingComputer bestätigten jedoch, dass die in den E-Mails verwendeten Adressen aus authentischen Datenlecks stammen. Die Kampagne selbst soll bereits im April 2026 ihren Anfang genommen haben.
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Die Masche folgt einem bekannten Muster, bei dem Kriminelle versuchen, durch die Nennung realer Nutzerdaten wie E-Mail-Adressen oder Passwörtern eine besondere Glaubwürdigkeit und Bedrohungskulisse aufzubauen. Das FBI hat bereits allgemeine Warnungen vor solchen Betrugsmaschen herausgegeben. Experten raten dazu, auf derartige Forderungen nicht einzugehen und stattdessen die Sicherheitsvorkehrungen der eigenen Konten zu überprüfen, insbesondere wenn persönliche Daten im Rahmen bekannter Leaks veröffentlicht wurden.
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