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ServiceNow Arc: KI-Agent startet mit NVIDIA-Schutz und EmployeeWorks

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Arc ist in allen EmployeeWorks-Paketen enthalten; weitere Governance-Funktionen und Windows-Unterstützung sind angekündigt.
Moderne Server-Hardware in einem Rechenzentrum mit Fokus auf Kühlrippen und technische Komponenten. Illustration mit AI erstellt.

ServiceNow hat auf der Konferenz NVIDIA GTC Berlin seinen persönlichen, langlaufenden KI-Agenten Arc allgemein verfügbar gemacht. Das System wird über den hauseigenen Super Intelligence Control Tower (SICT) überwacht und setzt zur administrativen Durchsetzung auf NVIDIAs OpenShell-Plattform.

Arc ist ohne Aufpreis in sämtlichen Produktpaketen von EmployeeWorks enthalten, darunter die Editionen Foundation, Advanced und Prime. Die Unterstützung für Apple-Betriebssysteme ist bereits freigeschaltet, während eine Version für Windows in wenigen Wochen folgen soll.

Der Agent kann auf einer dedizierten virtuellen Maschine in der OpenShell-Laufzeitumgebung oder direkt auf dem lokalen Desktop betrieben werden. Technisch unterstützt Arc lokale Inferenzberechnungen auf NVIDIA RTX Spark, führt Aufgaben autonom aus, identifiziert anstehende Arbeiten proaktiv und erstellt fehlende Schnittstellen eigenständig.

Hardwarenahe Governance und AI Passport

Im Rahmen der Konferenz baute ServiceNow die Partnerschaft mit NVIDIA aus, um Sicherheits- und Kontrollmechanismen von der Software- auf die Hardware-Ebene auszuweiten. Kernelement dieses Ansatzes ist der AI Passport, ein kryptografisch signierter Berechtigungsnachweis für einzelne Agenten und MCP-Server.

Das System stützt sich auf Vorgaben aus Konfigurationsdatenbanken (CMDB), Governance-Richtlinien sowie bestehende Freigabeprozesse. Weichen Agenten zur Laufzeit von definierten Parametern ab, greifen Gegenmaßnahmen wie Umleitung, Drosselung, Neuverbindung oder eine Notabschaltung. NVIDIA fungiert dabei als Entwicklungs- und Einführungspartner.

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Die Kopplung des AI Passport an NVIDIA OpenShell und den Sicherheitsdienst NVIDIA Sentry auf BlueField-Datenverarbeitungseinheiten (DPUs) befindet sich laut Unternehmensangaben noch im Aufbau und ist für ein künftiges Release vorgesehen.

Nach der Fertigstellung soll ein Berechtigungswiderruf software- und hardwareübergreifend in rund einer Sekunde wirksam werden und Prozesse ohne Systemneustart isolieren. NVIDIA stellte auf der GTC Berlin parallel die nun verfügbare OpenShell-Referenzarchitektur vor, die Vera-Rubin-NVL72-Systeme für Inferenz, Vera-CPUs für Agenten-Umgebungen und BlueField-4-DPUs umfasst.

Neue Werkzeuge für EmployeeWorks

Das Softwarepaket EmployeeWorks wurde in der dritten Generation um sogenannte Productivity Assistants erweitert. Diese rollenbasierten Assistenten lassen sich ohne Programmierung aufsetzen und decken Aufgabenbereiche wie Recherche, Terminverwaltung oder HR-Dienste ab.

Ergänzend stehen Produktivitätsroutinen für automatisierte Hintergrundaufgaben und die Entwicklungsumgebung ToolSmith bereit. Die Plattform wurde mit mehr als 75.000 Programmierschnittstellen (APIs) trainiert und soll die Erstellung neuer Integrationen von Tagen auf Minuten verkürzen. Über eine Konversations-Schnittstelle lassen sich die Agentenfunktionen in bestehende Software einbinden.

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Rollout-Plan und Governance-Defizite

Während die Assistenten, Hintergrundroutinen und ToolSmith vorerst im kontrollierten Zugang bereitstehen, sind der AI Passport, die Erkennung nicht autorisierter Schatten-KI und das ITAM-Kostenmanagement für das vierte Quartal 2026 angekündigt.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die automatisierten Routinen derzeit weitgehend unbeaufsichtigt laufen und differenzierte Drosselungs- oder Blockierungsmechanismen erst noch fertiggestellt werden müssen.

Den Handlungsbedarf bei Kontrollmechanismen verdeutlicht der Banking AI Maturity Index 2026: Demnach setzen zwar 100 Prozent der untersuchten Banken KI-Technologien ein, aber lediglich 24 Prozent verfügen über adäquate Governance-Strukturen.

Erste Anwenderunternehmen verwalten bereits größere Flotten; so betreibt der Kunde LTM rund 1.500 Agenten, die jeweils einer Mitarbeiterkennung und einer Führungskraft zugeordnet sind.

ServiceNow verweist zudem auf Ergebnisse bei Kunden wie INRY mit um 60 Prozent beschleunigten internen Bearbeitungszeiten und einer Abschlussquote von 97 Prozent sowie der australischen Heilsarmee, bei der ein interner Assistent neun von zehn Anfragen ohne Eskalation löse und mehr als 5.000 Arbeitsstunden eingespart habe. Unabhängige Überprüfungen dieser Praxiszahlen liegen bislang nicht vor.

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