Server-DRAM, Preisanstieg

Server-DRAM: Preisanstieg 13–18% erwartet, Engpass bis 2027

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Speicherknappheit verteuert KI-Server und verlängert Lieferzeiten. Wiederaufbereitete Enterprise-Komponenten bieten Unternehmen eine kurzfristig verfügbare Alternative.

Refurbished-Server umgehen Engpässe bei Speicher und KI-Hardware
Reihen von Enterprise-Festplatten in einem Server-Rack mit leuchtenden Status-LEDs in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts langer Beschaffungszyklen für neue Enterprise-Hardware setzen Unternehmen zunehmend auf gebrauchte und wiederaufbereitete Server- und Storage-Komponenten. Branchenexperten wiesen zuletzt darauf hin, dass Refurbished-Enterprise-Hardware und Hochleistungs-Storage-Server derzeit schnell verfügbar seien und damit eine Möglichkeit bieten, die derzeit angespannten Lieferketten zu umgehen.

Als konkretes Beispiel wird die HPE-Festplatte R0Q57A mit 2,4 Terabyte Kapazität, 10K-SAS-Anbindung mit 12 Gigabit pro Sekunde und 2,5-Zoll-SFF-Format genannt, die auf Lager sei und weltweit versendet werde. Das Laufwerk sei kompatibel mit dem HPE-Speichersystem MSA 2060 sowie den ProLiant-Servergenerationen 9 und 10.

Speicher- und GPU-Knappheit als Ursache

Hintergrund der angespannten Lage ist ein globaler Mangel an High-End-Arbeitsspeicher, Storage-Kapazitäten und Grafikprozessoren, der laut Puget Systems seit 2025 durch die massiven Investitionen in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur ausgelöst wurde. Besonders betroffen seien Server-RDIMMs.

Puget Systems berichtete zudem von einem konkreten Kundenprojekt: Für einen Imaging-Server auf Basis einer Threadripper-Plattform mit 14 USB-Anschlüssen konnte die Abbildung von 14 Laufwerken auf unter 30 Minuten reduziert werden – zuvor waren dafür zwei bis drei separate Testbänke nötig gewesen.

Die Preisentwicklung bei Speicherkomponenten verschärft die Situation zusätzlich. Nvidia erhöhte die Preise für KI-Server der Plattformen Vera Rubin und Grace Blackwell mit Auslieferung Anfang 2027 um mehr als 15 Prozent, in einzelnen Fällen um bis zu 17 Prozent. Als Grund nannte das Unternehmen gestiegene Speicherkosten, die inzwischen etwa 25 Prozent der gesamten Serverkosten ausmachen würden.

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Für Server-DRAM prognostizierte Nvidia für das dritte Quartal 2026 einen Preisanstieg von 13 bis 18 Prozent im Quartalsvergleich, nachdem bereits im ersten Quartal 2026 ein Anstieg von 80 bis 90 Prozent im Quartalsvergleich verzeichnet worden war. Der Engpass werde nach dieser Einschätzung mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2027 anhalten.

Auswirkungen auf Beschaffungsstrategien

Diese Entwicklung erklärt, warum wiederaufbereitete Hardware für viele Unternehmen an Attraktivität gewinnt: Wer auf neue Systeme mit langen Lieferzeiten und steigenden Preisen wartet, riskiert Verzögerungen bei eigenen IT-Projekten. Refurbished-Komponenten wie die genannte HPE-Festplatte ermöglichen dagegen eine kurzfristige Anschaffung ohne Wartezeit auf neue Produktionschargen.

Auch bei anderen Anbietern zeigt sich der Trend zu flexiblen Beschaffungswegen: Cisco kündigte eine Partnerschaft mit Supermicro für Rack-Scale-KI-Systeme auf Basis von Nvidia NVL72- sowie HGX/MGX-Architekturen an, die ab Oktober 2026 bestellbar sein sollen – allerdings ohne garantierte Lieferzeit.

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AMD wiederum verstärkte laut Structure Research seine Aktivitäten bei der Beschaffung von Rechenzentrumskapazitäten, um Service-Provider-Partner und Großkunden zu unterstützen.

Bedeutung für Beschaffungsverantwortliche

Für IT-Einkäufer in Unternehmen und Behörden bedeutet die aktuelle Lage, dass klassische Neubeschaffung zunehmend mit Planungsunsicherheit verbunden ist. Wiederaufbereitete Enterprise-Hardware wie kompatible Festplatten für etablierte Serverplattformen bietet in diesem Umfeld eine praktikable Alternative, um laufende Infrastrukturprojekte ohne monatelange Wartezeiten fortzuführen.

Angesichts der von Marktbeobachtern erwarteten anhaltenden Verknappung bei Speicherkomponenten dürfte dieser Beschaffungsweg auch in den kommenden Monaten relevant bleiben.

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