Seoul startet 24/ 7-Parkplatz-Sharing ab Juli mit 2.000 Plätzen
22.06.2026 - 17:37:55 | boerse-global.de
Städte und Unternehmen setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, ticketloses Bezahlen und cloudbasierte Steuerung, um Platz effizienter zu nutzen und Kosten zu senken.
Unternehmen sparen bis zu 80 Prozent Verwaltungsaufwand
Digitale Plattformen ersetzen in der Unternehmenswelt zunehmend das manuelle Parkplatzmanagement. Anbieter wie ParkHere, das 2024 Teil der Everfield-Gruppe wurde, berichten von Einsparungen beim Verwaltungsaufwand von bis zu 80 Prozent. Die Systeme ermöglichen dynamische Platzvergabe und Buchung per App – mit Spitzenauslastungen von nahezu 100 Prozent.
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Großkonzerne wie Henkel, Telefónica und Zurich Insurance setzen bereits auf diese Technologie. Bei der HanseMerkur führte die Einführung eines digitalen Systems für 306 Stellplätze zu einer Steigerung der Auslastung um 390 Prozent. Für Henkel mit rund 2.000 Parkplätzen steht vor allem die Reduzierung des manuellen Aufwands im Vordergrund. Die Implementierung der Cloud-Lösungen dauert in der Regel vier bis acht Wochen.
KI-gesteuertes Einparken in Saudi-Arabien
Künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle beim autonomen Parken. OMODA JAECOO präsentierte kürzlich seine „Super Intelligent Valet Parking“-Technologie (SIVP), die speziell für Großstädte wie Riad und Dschidda entwickelt wurde. Das System erkennt selbstständig Parklücken und manövriert ohne Fahrer. Eine Fernsteuerungsfunktion holt das Fahrzeug auf Knopfdruck zurück. Die Technologie gilt als Baustein der saudischen Vision 2030.
Doch die Akzeptanz bleibt differenziert. Eine Studie von Parker Technology aus den Jahren 2025 und 2026 zeigt: 70 Prozent der Parkplatznutzer sind mit KI-gestütztem Service grundsätzlich einverstanden, doch 67 Prozent verlangen Transparenz über den KI-Einsatz. Ebenso viele vertrauen bei technischen Problemen lieber auf menschliche Hilfe. Klare Leistungsstandards wurden ebenfalls ermittelt: 58 Prozent der Kunden erwarten eine Reaktion innerhalb von 20 Sekunden, 75 Prozent wollen ihr Problem in unter zwei Minuten gelöst haben.
Ticketlos und bargeldfrei: Der Abschied vom Papier
Kommunen und Verkehrsbetriebe steigen auf nachhaltige, papierlose Systeme um. Im italienischen Cesena sparte die Einführung eines ticketlosen Systems mit Kennzeichenerkennung (LPR) und digitalen Zahlungen über zwei Jahre hinweg über 100.000 Parkscheine ein. Bei 7.500 Stellplätzen wurden in diesem Zeitraum gerade einmal drei Rollen Papier verbraucht.
Auch große Verkehrsknotenpunkte rüsten auf. Die Delhi Metro plant intelligente Parkhäuser an zwei Stationen mit Investitionen von umgerechnet rund 14 Millionen Euro. Die Anlagen unterstützen Zahlungen per FASTag, UPI und der National Common Mobility Card (NCMC). In den USA modernisiert der Orlando International Airport seine Parktechnik – nach einem Jahr mit 58,5 Millionen Passagieren.
In Deutschland hat die Stadt Kassel knapp 370 neue Parkscheinautomaten mit elektronischen Zahlungsmöglichkeiten installiert. Zwar gab es vereinzelt technische Pannen – etwa wenn Transaktionen ohne Ticketausgabe abgeschlossen wurden – doch die Stadtverwaltung betont, dass die Geräte überwacht und zeitnah repariert werden.
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Privatparkplätze für die Allgemeinheit: Anreize gegen Stau
Um den Verkehr in Innenstädten zu entlasten, setzen einige Metropolen auf Anreize zur Öffnung privater Parkflächen. In Ahmedabad (Indien) gewährt die Stadtverwaltung eine 100-prozentige Grundsteuerbefreiung für Einkaufszentren und Hotels, die ihre Tiefgaragen über eine App für die Öffentlichkeit freigeben. Von rund 200 eingeladenen großen Betrieben zögern einige Hotelbetreiber jedoch – aus Sicherheitsbedenken und weil Gästeparkplätze Vorrang haben.
In Seoul weitet der Bezirk Gangnam-gu sein intelligentes Parkplatz-Sharing aus. Ab dem 1. Juli wird der Dienst auf 24 Stunden an sieben Tagen im Jahr umgestellt. Bislang wurden über 2.000 private Wohnparkplätze für das Programm registriert, das über spezielle Apps gesteuert wird. Ziel ist eine effizientere Nutzung des knappen städtischen Raums.
