Sensomotorik-Training, Vorteile

Sensomotorik-Training: Évora-Studie zeigt Vorteile für Kraft und Gleichgewicht

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 153 Teilnehmenden erzielte Sensomotorik die besten Ergebnisse für Gleichgewicht, Koordination und Kraft; Aqua-Aerobic förderte Mobilität.
Ein heller, minimalistischer Übungsraum mit Holzboden und weichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Für die Erhaltung der körperlichen Unabhängigkeit im höheren Lebensalter spielt die gezielte Wahl der Trainingsmethode eine entscheidende Rolle. Eine Untersuchung der Universität Évora, die im Fachjournal Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde, hebt das sensomotorische Training als optimale Trainingsform hervor.

Die Trainingsmethode erzielte bei Menschen im Alter von über 55 Jahren die besten Ergebnisse zur Förderung von Kraft, Gleichgewicht und Mobilität. Dies ist auch für die Sturzprävention relevant, da etwa ein Drittel der Erwachsenen ab 60 Jahren jährlich stürzt.

Die Vergleichsgruppen der Évora-Studie im Detail

An der Untersuchung der Universität Évora nahmen 153 Personen im Alter von 55 bis 80 Jahren teil. Über einen Zeitraum von 24 Wochen hinweg absolvierten die Probanden Übungen in vier unterschiedlichen Gruppen: einer Kontrollgruppe, einer Sensomotorik-Gruppe, einer Aqua-Aerobic-Gruppe sowie einer Pilates-Gruppe.

Die Auswertungen zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Trainingsansätzen:

  • Sensomotorik-Gruppe: Die Teilnehmenden erreichten signifikante Verbesserungen bei Gleichgewicht, Koordination und Kraft.
  • Aqua-Aerobic-Gruppe: Das Training im Wasser steigerte insbesondere die Kraft in der unteren Körperhälfte sowie die Mobilität und Flexibilität.
  • Kontroll- und Pilates-Gruppe: In diesen beiden Gruppen waren keine wesentlichen Veränderungen messbar.
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Methodische Einschränkungen der Untersuchung

Die Wissenschaftler der Universität Évora verwiesen bei der Vorstellung der Daten zugleich auf methodische Limitationen. Dazu zählt eine vergleichsweise kleine Stichprobengröße in einzelnen Armen der Untersuchung; so umfasste die Pilates-Gruppe lediglich 22 Personen, bei denen es sich überwiegend um Frauen handelte.

Zudem wurden Faktoren wie das anfängliche Fitnessniveau der Probanden, deren Ernährung sowie die Einnahme von Medikamenten in der Studie nicht gesondert berücksichtigt.

Wissenschaftliche Einordnung weiterer Trainingsansätze

Die Bedeutung von gezielten Trainingsformen für ältere Menschen belegen auch weitere Forschungsarbeiten. Eine am 02.10.2026 von J. Li, H. Yang und L. Chen im Fachjournal Frontiers in Public Health publizierte Meta-Analyse untersuchte zehn Studien mit 13 Datensätzen und insgesamt 1361 Teilnehmern über 60 Jahre.

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Die Autoren stellten fest, dass Krafttraining den Fragilitäts-Score signifikant senkte, während Gehen und Tai Chi in den ausgewerteten Datensätzen keine statistische Signifikanz erreichten. Als Hinweis aus wenigen Studien ergaben sich die besten Effekte bei niedrig-mittlerer Intensität, Einheiten von unter 60 Minuten, einer Frequenz von über dreimal pro Woche sowie einer Dauer von unter 12 Wochen.

Grundsätzlich empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Erwachsene ein wöchentliches Pensum von mindestens 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver körperlicher Aktivität.

Während aerobes Training wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen besonders wirksam für das Gedächtnis ist, entfaltet Krafttraining seinen Nutzen vor allem indirekt über die allgemeine Gesundheit und die Hormonbalance.

Regelmäßige körperliche Aktivität regt die Durchblutung des Gehirns an und stimuliert die Freisetzung des Botenstoffs BDNF, der für das Überleben, das Wachstum und die Differenzierung von Nervenzellen sowie für die Neurogenese im Hippocampus wesentlich ist.

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