Senioren-Schutz: Digitalkurse und Beratungen gegen Betrug ab Juni
28.05.2026 - 07:30:27 | boerse-global.deIn Niederbayern erbeuteten Betrüger allein an einem Tag einen hohen fünfstelligen Betrag. Gleichzeitig wächst das Angebot an Schutz- und Hilfsprogrammen für Senioren – von Sicherheitsberatungen bis zu Digitalkursen.
Schockanrufe mit System: So gehen die Täter vor
Am 25. Mai 2026 schlugen Betrüger in Deggendorf und Dingolfing zu. Ihre Opfer: drei Frauen im Alter von 76, 77 und 81 Jahren. Die Täter gaben sich am Telefon als verunglückte Verwandte aus – eine Masche, die als „Schockanruf" bekannt ist. Sie sprachen sowohl Deutsch als auch Russisch und erbeuteten einen hohen fünfstelligen Geldbetrag. Die Polizei fahndet nach einem männlichen Tatverdächtigen zwischen 25 und 30 Jahren, der das Geld abholte.
Wie schützt man sich vor solchen Anrufen? Der Seniorenbeirat Wiesbaden bietet am 1. Juni 2026 eine telefonische Sprechstunde an. Ein geprüfter Sicherheitsberater der Polizei klärt über Betrugsmethoden wie den Enkeltrick auf und gibt konkrete Verhaltenstipps.
Digitale Senioren: Kurse gegen den Anschlussverlust
Die Digitalisierung macht auch vor der älteren Generation nicht halt. Immer mehr Einrichtungen helfen dabei, den Anschluss zu halten.
Die VHS Lingen startet im Juni den Kurs „Netzhelden im Alter". An vier Terminen (8., 11., 15. und 18. Juni) lernen Teilnehmer, Falschmeldungen zu erkennen und mit Künstlicher Intelligenz kritisch umzugehen. Das Programm wird von der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung unterstützt. Die Teilnahme kostet 15 Euro.
Ob Online-Banking oder WhatsApp – die digitale Teilhabe birgt für Senioren leider auch technische Risiken durch Hacker und Viren. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in fünf einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Datenmissbrauch absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Zum Digitaltag am 26. Juni bietet das Duisburger Unternehmen EVACO eine kostenlose Online-Beratung zur Datenkompetenz an. Premiere feiert dabei ein neues deutschsprachiges Lehrbuch zum Thema.
Bereits Mitte Mai eröffnete das Jobcenter in Osterburg eine „DigiLounge light". Dort helfen Mitarbeiter bei digitalen Behördengängen und der Einrichtung von Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ein Blick nach Polen zeigt, wie nachhaltig solche Angebote wirken können: In Bielsko-Bia?a endete am 20. Mai ein Computer- und Smartphone-Workshop für Senioren, der seit Februar 2025 alle zwei Wochen stattfand. Die ältesten Teilnehmer waren 81 Jahre alt.
Bewegung gegen Demenz: Bayerns Gemeinden werden aktiv
In Kitzingen ehrte die Caritas am 26. Mai rund 100 Ehrenamtliche aus Patenschafts- und Nachbarschaftshilfeprojekten. Solche sozialen Netzwerke werden immer wichtiger, denn Einsamkeit ist ein Risikofaktor für viele Erkrankungen.
Das Projekt „Gestalt" in Würzburg setzt auf Bewegung für Menschen über 60. Zwölf Einheiten mit Gehen, Spielen und Tanzen sollen Demenz vorbeugen. Und in Stadtbergen laden Musik und Spiele am 29. Mai zu einem geselligen Seniorennachmittag ein.
Neben körperlicher Bewegung ist auch das gezielte Training der kognitiven Fähigkeiten entscheidend, um bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche elf Alltagsübungen Ihr Gedächtnis stärken und Demenz wirksam vorbeugen können. Gehirntraining-Ratgeber kostenlos sichern
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betont die Bedeutung der Vorsorge. Seit dem 1. April 2026 gibt es ein neues Lungenkrebs-Screening per Niedrigdosis-CT für rauchende Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren. Doch die Teilnahme an bestehenden Programmen ist ausbaufähig: 2023 lag die Quote beim Brustkrebs-Screening in Bayern bei nur 46 Prozent.
Strukturierte Hilfe: Von Hausbesuchen bis zur KI-Plattform
Manche Regionen gehen systematische Wege. In Köln hat ein Programm präventiver Hausbesuche in zehn Jahren über 18.000 Senioren erreicht – allein im letzten Jahr fanden mehr als 1.000 Beratungen statt.
In Österreich starten 38 Gemeinden im Bezirk Amstetten am 1. Juni eine KI-Plattform für Verwaltungsaufgaben und Bürgerdienste. Eine Pilotphase verlief erfolgreich. Auch im Gesundheitswesen zeigt sich der digitale Fortschritt: Im Mai 2026 begann in Güssing ein Pilotprojekt mit digitalen Überweisungen per QR-Code, das Patienten den Krankenhausaufenthalt beschleunigen soll.
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