Senioren-Mobilität, Materialien

Senioren-Mobilität: 60% der über 65-Jährigen bewegen sich zu wenig

11.06.2026 - 10:43:35 | boerse-global.de

Neue Materialien für Pflegekräfte bündeln 30 erprobte Übungen. Mobile Arztpraxis und barrierefreie Geldautomaten verbessern Alltag.

Mobilitätsmangel bei Senioren: Neue Konzepte für mehr Bewegung
Senioren-Mobilität - Eine ältere Person wird von einer Pflegekraft beim Gehen unterstützt, symbolisierend Mobilitätsförderung in der Pflege. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegen Daten des Robert Koch-Instituts. Für die pflegerische Versorgung ist das eine zentrale Herausforderung. Denn mangelnde Mobilität senkt die Lebensqualität massiv.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat daher neue Arbeitsmaterialien vorgelegt. Sie richten sich an Fachkräfte in der Langzeitpflege und bündeln 30 wissenschaftlich erprobte Interventionen. Dazu gehören das Otago-Übungsprogramm, die MAKS-Therapie oder alltagsnahe Aktivitäten wie die gemeinsame Apfelernte.

Anzeige

Um im Alter mobil zu bleiben, ist der Erhalt der Muskelkraft entscheidend. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 17 einfache Übungen, mit denen Sie in nur 3 Minuten täglich Ihre Muskeln stärken und Beschwerden aktiv vorbeugen können. 17 effektive Wunderübungen kostenlos anfordern

Bestnoten für Mobilitätsförderung in der Tagespflege

Dass sich konsequente Bewegungsförderung auszahlt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Baden-Württemberg. Die DRK-Tagespflege in Aalen erhielt bei einer Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst am 9. Juni Bestnoten. Besonders lobten die Prüfer die Mobilitätsförderung und die individuelle Alltagsgestaltung.

Mobile Praxis für Pflegeheime: Arztbesuch per LKW

Ein großes Problem für pflegebedürftige Menschen ist die Erreichbarkeit von Arztpraxen. Im Saarland leben rund 14.000 Menschen in Pflegeheimen. 81 Prozent von ihnen können aufgrund ihrer Immunität keine regulären Praxen mehr aufsuchen.

Die Saar-Universität entwickelt deshalb eine mobile Arztpraxis in Form eines Lastkraftwagens: die Mobile Geriatrie Unit. Das mit über 8 Millionen Euro geförderte Projekt startet im September 2026. Der Truck ist mit CT, Röntgen, Ultraschall und Labor-Equipment ausgestattet. Er soll 50 Pflegeheime mit rund 4.000 Bewohnern versorgen.

Barrierefreiheit: Geldautomaten für Rollstuhlfahrer

Auch im öffentlichen Raum verbessert sich die Zugänglichkeit. In Lörrach wurden im Juni neue Geldautomaten installiert. Sie sind speziell auf Rollstuhlfahrer zugeschnitten: unterfahrbar, mit Sprachsteuerung und optimierter Menüführung in einfacher Sprache.

Rikschas und Rollatortraining für mehr Teilhabe

Neben der medizinischen Versorgung geht es um soziale Teilhabe. In Friedberg kommen vermehrt Rikschas zum Einsatz. Ehrenamtliche Organisationen wie „Radeln ohne Alter“ ermöglichen damit Ausflüge für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Das Franz Sales Haus in Essen hat Tandem-E-Bikes angeschafft. Sie fördern die Mobilität im öffentlichen Raum für Menschen mit Behinderung. Und Mitte Juni ist in Rüsselsheim ein Rollatortraining geplant. Dort üben Senioren unter Realbedingungen das sichere Ein- und Aussteigen in Linienbusse.

Anzeige

Mobilität fängt zuhause an, doch oft fehlt der richtige Ansatz für ein effektives Training. Ein renommierter Orthopädie-Professor erklärt in diesem Gratis-Report, wie Sie sich für unter 50 Euro ein sicheres Heim-Fitnessstudio einrichten und so Ihre Unabhängigkeit bewahren. Kostenlosen PDF-Report für Ihr Heimtraining sichern

Entlastungsbetrag: Ungenutzte Mittel verfallen bald

Für Unterstützungsleistungen steht Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 ein monatlicher Entlastungsbetrag von 131 Euro zur Verfügung. Das Geld ist zweckgebunden für Tagespflege, Haushaltshilfen oder Betreuungsangebote.

Wichtig: Ungenutzte Beträge aus dem Jahr 2025 können nur noch bis zum 30. Juni 2026 abgerufen werden. Danach verfallen sie.

Neue Ausbildung für Pflegekräfte

Langfristig sichert die Qualität der Mobilitätsförderung die Qualifizierung von Personal. Die Euro Akademie Berlin bietet ab Mai 2027 eine 18-monatige Ausbildung zur Pflegefachassistenz an. Der Abschluss ermöglicht den direkten Berufseinstieg und dient als Grundlage für die Weiterqualifikation zur Pflegefachkraft.

de | wissenschaft | 69519624 |