Senioren-Medikation: 40% kämpfen mit Augentropfen und Packungen
23.06.2026 - 01:21:55 | boerse-global.de
Während Forscher an nicht-psychoaktiven Schmerzmitteln arbeiten, warnen Behörden vor gefährlichen synthetischen Alternativen. Gleichzeitig kämpfen Patienten um Versorgungssicherheit.
Gefährliche Synthetik-Drogen: Warnung aus Bremen
Das Gesundheitsamt Bremen schlug am Montag Alarm. Die Behörde warnt vor der Kräuterdroge „Spice“ – synthetische Cannabinoide, die schwere gesundheitliche Notfälle auslösen. Die Zahl der medizinischen Einsätze steigt. Zu den Symptomen zählen Atemstörungen und Bewusstlosigkeit.
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„Es besteht Lebensgefahr“, betont der ärztliche Leiter Kay Bultmann. Die Risiken reichen von schweren Vergiftungen bis zu bleibenden Schäden.
Parallel dazu wehren sich europäische Patientenorganisationen gegen Pläne, CBD als Drogenvorläufer einzustufen. Eine am Montag gestartete Petition argumentiert: Gefährliche Substanzen wie „Spice“ entstehen aus Industriechemikalien – nicht aus CBD.
Der globale Markt ist enorm. Seit September 2024 exportierte China fast 450 Tonnen CBD in 25 Länder, wie das International Narcotics Control Board im Februar mitteilte.
Schmerzfrei ohne Rausch: Fortschritte in der Forschung
Ein Team der University of California identifizierte bereits im März 2024 einen vielversprechenden Wirkstoff: ein Cannabidivarin-Analog (CBDV). In Tierversuchen linderte es Schmerzen, ohne an den CB1-Rezeptor zu binden – jenen, der für Rauschzustände verantwortlich ist.
Klinische Phase-1-Studien am Menschen starten in den kommenden 12 bis 18 Monaten. Bis zur Marktzulassung könnten jedoch noch Jahre vergehen.
Pharmazeutische Standards: THC-Toleranz festgelegt
Die Qualitätssicherung bei Medizinalcannabis bleibt ein zentrales Thema. Seit Juli 2024 gilt die Monographie „Cannabis Flower“ der Pharmacopoea Europaea. Der THC-Gehalt muss zwischen 90 und 110 Prozent des deklarierten Werts liegen.
Warum diese Toleranz? Die natürliche Variabilität der Pflanze und Herausforderungen bei der Probenahme machen präzise Werte schwierig.
International passen Länder ihre Regeln an. In Argentinien ersetzt die Resolution 1780/2025 das bisherige REPROCANN-System. Bestehende Registrierungen müssen bis November 2025 angepasst werden. Ärzte benötigen künftig eine spezielle Ausbildung und Registrierung im REFEPS-System.
Marktmodelle im Vergleich: Legalisierung birgt Risiken
Eine Studie der Universität Bath, veröffentlicht am Sonntag in „The Lancet Psychiatry“, untersuchte verschiedene Marktmodelle. Das Ergebnis: Kommerzielle Legalisierung wie in Teilen der USA und Kanadas erhöht das Risiko für problematischen Konsum und Psychose-bedingte Krankenhausaufenthalte.
Streng regulierte Märkte oder Entkriminalisierungsmodelle – wie in Deutschland seit April 2024 – zeigen dagegen keine signifikanten Veränderungen im Konsumverhalten.
Ältere Patienten: Wenn Medikamente zur Hürde werden
Die Gruppe der Senioren bekommt besondere Aufmerksamkeit. Eine am Sonntag in „Frontiers of Public Health“ veröffentlichte Studie der Unikliniken Essen und Düsseldorf zeigt: Viele ältere Menschen haben Probleme mit ihrer Medikation.
Befragt wurden 102 Personen ab 70 Jahren, die mindestens fünf Medikamente einnehmen. Die Ergebnisse sind alarmierend:
- 40 Prozent haben Schwierigkeiten mit Augentropfen
- 20 Prozent können Verpackungen nicht öffnen
- 20 Prozent kämpfen mit der Nachbestellung von Rezepten
- 5 Prozent haben bereits Medikamente verwechselt
Die Forscher fordern mehr Unterstützung im Alltag, um die Therapiesicherheit zu gewährleisten.
Politischer Streit: Warken bleibt hart
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken machte am Sonntag klar: Im Streit mit den USA um Medikamentenpreise gibt es keinen Spielraum für Zugeständnisse. Die US-Regierung hatte eine Untersuchung der deutschen Preisgestaltung eingeleitet.
Warken bekräftigt die Absicht, dynamische Abschläge durch fixe Beträge zu ersetzen. Ziel: mehr Planungssicherheit für das Gesundheitssystem.
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Großrazzia: 4 Tonnen Cannabis sichergestellt
Die Sicherheitsbehörden bleiben aktiv. Am Montag führten Ermittler der Polizei Köln gemeinsam mit Europol einen Großschlag gegen einen europaweiten Drogenring durch. In Nordrhein-Westfalen, Spanien und Österreich stellten sie über 4 Tonnen Cannabis sowie weitere Betäubungsmittel sicher.
Der Gesamtwert: über 11 Millionen Euro. Neun Haftbefehle wurden vollstreckt.
