Senioren-KI-Zentren, BAGSO

Senioren-KI-Zentren: BAGSO baut acht Lernorte bis Juli aus

02.06.2026 - 11:30:48 | boerse-global.de

BAGSO startet KI-Lernzentren für Ältere, während La Poste das Senioren-Tablet Ardoiz einstellt. Kommunen bieten analoge Alternativen.

Senioren-KI-Zentren: BAGSO baut acht Lernorte bis Juli aus - Bild: über boerse-global.de
Senioren-KI-Zentren: BAGSO baut acht Lernorte bis Juli aus - Bild: über boerse-global.de

Die Digitalisierung der älteren Generation steht vor einem Spagat: Künstliche Intelligenz soll zugänglich gemacht werden, während gleichzeitig der persönliche Ansprechpartner vor Ort nicht verloren gehen darf.

KI-Lernzentren: Bildungsoffensive für Ältere

Der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) läuft derzeit das Projekt „KILeo+". Ziel ist der Aufbau von acht lokalen KI-Lernzentren in ganz Deutschland. Das Besondere: Die Initiative richtet sich gezielt an Gruppen, die besonders von digitaler Ausgrenzung bedroht sind – ältere Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Bewohner ländlicher Regionen.

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Ausgewählte Partner erhalten KI-Technologie zur dauerhaften Nutzung. Interessierte lokale Organisationen können sich noch bis zum 12. Juli 2026 bewerben. Ein ähnlicher Trend zeigt sich in der beruflichen Weiterbildung: Für das Studienjahr 2026/27 setzt das WIFI Österreich stark auf KI-Kompetenzen. Die Angebote reichen von „KI-Grundlagen" über „KI im Marketing" bis zu „KI in der Gastronomie".

Das Erasmus+-Projekt DIGITALLI hat zudem ein mehrsprachiges Toolkit und ein KI-gestütztes Expertensystem für die Erwachsenenbildung entwickelt. Multiplikatoren-Veranstaltungen sind für Oktober 2026 geplant.

Hardware-Markt unter Druck: Senior-Tablet wird eingestellt

Während die Bildungsangebote boomen, kämpft der Markt für seniorenspezifische Hardware mit Problemen. La Poste stellt die Produktion seines Senioren-Tablets „Ardoiz" ein – Verkauf und Marketing enden bereits am 5. Juni 2026. Grund sind wirtschaftliche Schwierigkeiten der Tochterfirma Tikeasy. Rund 110.000 Geräte wurden verkauft, doch das Unternehmen konzentriert sich künftig auf andere Dienstleistungen für Ältere, etwa Essen auf Rädern – 2025 wurden bereits 12 Millionen Mahlzeiten ausgeliefert.

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Die Kommunen reagieren auf die Komplexität der Digitalisierung mit niedrigschwelligen Angeboten. Das „Digitale Café" in Twistringen (10. Juni 2026) oder die wöchentliche „Digitale Scheune 60+" in Lastrup bieten direkte Hilfe für Smartphone und Tablet. Senioren-Medienmentoren vermitteln zwischen komplexer Technik und Alltag. In Weingarten hat der Seniorenrat sogar den Verkauf von Papiertickets für den Regionalverkehr (KVV) wieder eingeführt – eine direkte Reaktion auf die digitale Ausgrenzung älterer Fahrgäste.

Digitale Verwaltung und Pflege: Zwei Seiten einer Medaille

Die Stadt Karben informiert über ihre mehr als 20 Online-Dienste. Ein Vortrag zum „Digitalen Rathaus" ist für den 21. Oktober 2026 geplant, ein Praxiskurs folgt am 5. November 2026.

Im Gesundheits- und Pflegesektor geht es um praktische Produktentwicklung und langfristige Finanzplanung:

  • Produktentwicklung: Das Start-up TechNurse hat eine Plattform geschaffen, die Medizintechnik und Pflegekräfte vernetzt. So sollen neue Technologien direkt an den Anforderungen der Praxis entwickelt werden – mittels Umfragen und Feldtests.
  • Infrastruktur: In Hoppegarten bei Berlin entsteht ein neues Seniorenzentrum mit 137 Pflegeplätzen. Fertigstellung: Ende 2027. Das Gebäude setzt auf moderne Energiestandards mit Wärmepumpen und Solaranlagen.
  • Finanzielle Perspektive: Die Pflegeleistungen werden voraussichtlich zum 1. Januar 2028 angepasst. Experten rechnen mit Steigerungen zwischen 7,8 und 11,4 Prozent – basierend auf Inflation und Lohnentwicklung der Jahre 2025 bis 2027. Der höchste Pflegegrad 5 könnte dann von 990 Euro auf 1.067 bis 1.103 Euro steigen.

Das soziale Netz: Mehr als nur Digitalisierung

Bibliotheken und Gemeindezentren in Kyritz, Leverkusen und Karlsruhe setzen weiterhin auf traditionelle Angebote: Handarbeitsgruppen und Kulturreisen bieten einen Ausgleich zur zunehmend digitalen Ausrichtung der Seniorenarbeit. Denn eines zeigt sich deutlich: Die beste KI nützt nichts, wenn der menschliche Kontakt verloren geht.

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