Senioren-Gesundheit, Taillenumfang

Senioren-Gesundheit: Taillenumfang schlägt BMI als Risiko-Indikator

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher der Universität Rhode Island zeigen: Bei Senioren ist ein erhöhter BMI nicht zwingend riskant, ein großer Taillenumfang jedoch schon.

BMI-Studie: Übergewicht im Alter kann Sterberisiko senken
Ein Arzt misst bei einem älteren Mann den Taillenumfang in einer modernen Praxis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein höherer Body-Mass-Index geht bei älteren Menschen nicht zwangsläufig mit einem höheren Sterberisiko einher – im Gegenteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität Rhode Island, die im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass ein großer Taillenumfang unabhängig vom BMI mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden ist. Die Autoren um Furong Xu von der Universität Rhode Island empfehlen deshalb, beide Maße gemeinsam zu betrachten, um Gesundheitsrisiken bei Senioren realistisch einzuschätzen.

Studiendesign und zentrale Befunde

Die Forscher werteten Daten von 6905 Teilnehmern ab 65 Jahren aus, die über einen Zeitraum von 14 Jahren beobachtet wurden. Dabei zeigte sich bei Männern dieser Altersgruppe ein deutlicher Zusammenhang zwischen einem BMI im Bereich von 25 bis 35 und einem niedrigeren Sterberisiko: Männer mit einem BMI in der sogenannten Klasse I hatten ein um 46 Prozent niedrigeres Sterberisiko, Männer mit einem BMI in Klasse II sogar ein um 51 Prozent niedrigeres Risiko im Vergleich zu Normalgewichtigen. Diese Werte widersprechen der verbreiteten Annahme, dass Übergewicht im Alter grundsätzlich mit erhöhter Sterblichkeit einhergeht.

Anders stellt sich die Lage beim Taillenumfang dar. Überschritt dieser bei Männern 102 Zentimeter beziehungsweise bei Frauen 89 Zentimeter, stieg das Sterberisiko in der Studie um 24 Prozent – und zwar unabhängig davon, wie hoch der BMI der jeweiligen Person war. Das bedeutet: Auch Menschen mit einem BMI, der laut der Studie eher mit niedrigerer Sterblichkeit assoziiert ist, können durch einen großen Taillenumfang ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Anzeige

Da sich im Alter die Körperzusammensetzung verändert, ist der gezielte Erhalt von Kraft und Vitalität entscheidend für die langfristige Gesundheit. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause gegensteuern und Volkskrankheiten effektiv vorbeugen können. Kostenlosen Krafttraining-Ratgeber für zuhause anfordern

Warum der BMI allein nicht ausreicht

Der BMI berechnet sich allein aus Körpergröße und Gewicht und unterscheidet nicht zwischen Muskel-, Fett- und Knochenmasse. Gerade bei älteren Menschen kann dieser Umstand irreführend sein, da sich mit dem Alter die Körperzusammensetzung verändert.

Der Taillenumfang gilt hingegen als Indikator für die Verteilung von Bauchfett, das mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht wird. Die Studienautoren betonen daher, dass der BMI allein nicht ausreiche, um das Sterberisiko älterer Menschen verlässlich einzuschätzen, und plädieren dafür, den Taillenumfang systematisch als ergänzendes Maß heranzuziehen.

Bedeutung für die Praxis

Für die Bewertung der Gesundheit älterer Erwachsener ergibt sich aus der Studie eine differenziertere Sichtweise: Ein moderat erhöhter BMI muss demnach nicht per se ein Warnsignal sein, während ein großer Taillenumfang unabhängig vom Gewicht als eigenständiger Risikofaktor ernst genommen werden sollte.

Anzeige

Wer seine körperliche Verfassung im Blick behalten und aktiv etwas für seine Mobilität im Alter tun möchte, findet in diesen Experten-Tipps eine wertvolle Unterstützung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand Ihre Muskeln stärken und gesundheitlichen Beschwerden vorbeugen. 17 effektive Wunderübungen gratis als PDF sichern

Die Forscher aus Rhode Island empfehlen, beide Kennzahlen gemeinsam in ärztliche Untersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen einzubeziehen, um Risiken bei Menschen ab 65 Jahren genauer zu erfassen.

Für die tägliche Praxis in Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen könnte dies bedeuten, dass neben der Waage künftig auch das Maßband stärker in den Fokus rückt, wenn es um die gesundheitliche Einschätzung älterer Patientinnen und Patienten geht.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69996086 |