Senioren-App: Steinfurt integriert Präventionstipps ab sofort
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 13:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die digitale Transformation von Gesundheitswesen und Verwaltung wird für ältere Menschen zunehmend zur Hürde. Experten und Verbände schlagen Alarm.
Kritik an unübersichtlichen Gesundheits-Apps
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat die wachsende Unübersichtlichkeit digitaler Anwendungen scharf kritisiert. Er spricht von einem „App-Dschungel“, der Patienten verwirre statt helfe. Seine Forderung: eine zentrale Anwendung statt vieler Einzellösungen.
Die Senioren-Union in München geht noch weiter. Sie verlangt den dauerhaften Erhalt analoger Zugänge zu essenziellen Dienstleistungen. Die Befürchtung: Ohne digitale Kompetenzen droht älteren Menschen der Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe und medizinischer Versorgung.
Sicherheitslage: Gewalt und Trickbetrug nehmen zu
Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Heinsberg zeigen eine besorgniserregende Entwicklung. Die Gewaltkriminalität stieg 2025 auf 553 Fälle – ein Plus von 15,2 Prozent. Besonders drastisch: Raubdelikte legten um 64 Prozent auf 100 Fälle zu. Ein ehemaliger FDP-Landtagsabgeordneter fordert eine ehrliche Debatte und mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Niederlanden.
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Senioren bleiben dabei gezielte Opfer. In Bielefeld-Schildesche wurde eine 87-Jährige im Juli 2026 Opfer eines Raubes. Eine Täterin hatte sie aus einem Fahrzeug heraus angesprochen. In der Region Osnabrück vereitelte eine 84-Jährige einen Telefonbetrug: Ein angeblicher Sparkassen-Mitarbeiter wollte in ihre Wohnung, nachdem ein Komplize am Telefon einen Systemausfall vorgetäuscht hatte.
Prävention: Schulungen und Sicherheitstrainings
Erste Projekte zeigen, wie die digitale Kluft überbrückt werden kann. In Schleswig-Holstein schulten 80 speziell ausgebildete „digitale Gesandte“ rund 300 Senioren im Umgang mit mobilen Endgeräten. In Dresden ist ein Digitalcafé für die Generation 60+ bis Ende 2026 gesichert.
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Auch die Verkehrssicherheit rückt in den Fokus. In Köln stieg die Zahl der Pedelec-Unfälle bei Über-65-Jährigen von 19 (2019) auf 68 (2025). Die Schwerverletztenrate liegt bei Senioren mit 17,6 Prozent fast doppelt so hoch wie bei jüngeren Fahrern (8,9 Prozent). Hauptursachen: nicht angepasste Geschwindigkeit und Vorfahrtsfehler. Die Kölner Polizei bietet daher gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule spezielle Workshops an.
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