Semaglutid-Tablette: Neue Adipositas-Therapie mit 17% Gewichtsverlust
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 05:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während die Forschung Fortschritte macht, kämpfen Verbraucher mit irreführenden Versprechen.
Kreatin: Körperliche Wirkung gesichert, kognitive Effekte fraglich
Kreatin gehört zu den am besten erforschten Nahrungsergänzungsmitteln. Der menschliche Körper produziert täglich etwa zwei Gramm selbst. Eine zusätzliche Zufuhr von drei bis fünf Gramm pro Tag kann die körperliche Leistung bei kurzen, intensiven Belastungen steigern. Die physische Wirkung gilt als gesichert.
Anders sieht es bei der kognitiven Leistungsfähigkeit aus. Ein systematischer Review der Universität Ottawa untersuchte die Auswirkungen von Kreatin auf Depressionen. Von fünf randomisierten kontrollierten Studien zeigten zwei eine Verbesserung der Symptomatik, drei fanden keine signifikante Wirkung. Die Forscher betonen: Klare Empfehlungen sind noch nicht möglich.
Interessant: Kreatinprodukte überholen beim Absatz bereits Proteinpulver wie Whey. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lehnte Health Claims für kognitive Vorteile jedoch bisher ab.
Hormonwerte als Vitalitätsindikator
Neben Supplementen rückt die Überwachung von Hormonwerten in den Fokus. Besonders der Prolaktinspiegel hilft, Ursachen für verminderte Libido oder Kopfschmerzen zu identifizieren. Der Normalbereich liegt bei Männern unter 20 ng/mL, bei nicht schwangeren Frauen unter 25 ng/mL.
Überschreiten Werte 200 ng/mL – ohne Schwangerschaft oder Medikamente – deutet das auf ein Prolaktinom hin. Symptome sind unregelmäßige Perioden oder Galaktorrhö. Bei plötzlichen Kopfschmerzen mit Sehverlust ist sofortige ärztliche Abklärung nötig.
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Semaglutid als Tablette: Neue Ära der Adipositas-Behandlung
Die EU-Kommission hat im Juli 2026 die Zulassung für eine Tablettenform des Wirkstoffs Semaglutid (Wegovy) erteilt. Bisher war das Präparat nur als Injektion bekannt. Die Oasis-4-Studie belegte bei täglicher Einnahme über 64 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 17 Prozent. Die Placebogruppe erreichte nur 3 Prozent.
Das Medikament ist verschreibungspflichtig und für Patienten mit einem BMI ab 30 oder ab 27 bei Begleiterkrankungen vorgesehen. Die Anwendung erfordert strikte Routine: Einnahme nüchtern, dann 30 Minuten ohne Nahrung oder Flüssigkeit.
„Goldener Windbeutel“ für LaVita
Die Branche steht wegen irreführender Werbung in der Kritik. Das Konzentrat LaVita erhielt den Negativpreis „Goldener Windbeutel“. Foodwatch kritisierte fehlende Belege für die Gesundheitsversprechen und den hohen Preis für ein Produkt, das hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat besteht. 39 Prozent der Stimmen entfielen auf LaVita. Zudem seien bei empfohlener Dosierung acht Vitamine und Nährstoffe überdosiert.
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Auch juristisch gibt es Bewegung: Die Produktionsfirma Nutracorp (More Nutrition, ESN) unterlag vor dem Bundesarbeitsgericht. Die Wahl eines Betriebsrates am Standort Elmshorn ist damit rechtskräftig. Rund 500 Beschäftigte streben Verbesserungen bei Arbeitsschutz und Arbeitszeiten an.
KI für personalisierte Ernährung
Die Zukunft der Supplement-Auswahl könnte technologisch unterstützt werden. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) stellten das KI-Tool CPN-Map vor. Es soll personalisierte Ernährungsempfehlungen ermöglichen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt über fünf Jahre mit 1,8 Millionen Euro. Ziel ist präzisere Prävention durch datengestützte Analysen.
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