Semaglutid, Skandinavische

Semaglutid: Skandinavische Studie findet bei 97.464 Patienten kein Krebsrisiko

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 97.464 Semaglutid-Anwendern zeigte sich kein statistisch erhöhtes Pankreaskrebsrisiko; Langzeitdaten und Peer-Review stehen noch aus.

Semaglutid: Skandinavische Studie findet keinen Anstieg bei Pankreaskrebs
Ein steriles, modernes medizinisches Labor mit glänzenden Oberflächen und medizinischen Instrumenten in natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Sicherheit des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Semaglutid in Bezug auf ein potenzielles Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskrebs) war Gegenstand einer umfassenden skandinavischen Registerstudie.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden im Rahmen der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) präsentiert, die im Zeitraum vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 in Mailand stattfand.

Die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) angeforderte und vom Hersteller Novo Nordisk finanzierte Studie liefert wichtige Daten zur Langzeitsicherheit des Wirkstoffs bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Umfassende Datenerhebung in Dänemark, Schweden und Norwegen

Die Untersuchung wurde von der University of Southern Denmark koordiniert und unter der Leitung von Anton Pottegård sowie weiteren Fachkollegen durchgeführt. Das Design der Registerstudie basierte auf einer breiten Datenbasis aus den drei skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen. Insgesamt wurden 97.464 neue Anwender von Semaglutid identifiziert, die an Typ-2-Diabetes erkrankt waren.

Um die statistische Aussagekraft zu gewährleisten, wurden diese Patienten mit gematchten Vergleichsgruppen kontrastiert, die andere Antidiabetika erhielten. Als Vergleichsmedikamente dienten dabei Sulfonylharnstoffe, SGLT2-Hemmer oder Insulin.

Die Nachbeobachtung der Patienten begann jeweils ein Jahr nach dem ersten Therapiebeginn, wobei die Voraussetzung für die Aufnahme in die Analyse mindestens zwei Rezepte im ersten Behandlungsjahr waren. Die mittlere Nachbeobachtungszeit nach dieser einjährigen Verzögerung wurde mit 1,40 bis 1,85 Jahren angegeben.

Statistische Auswertung der Krebshäufigkeit

In der Gruppe der Semaglutid-Nutzer wurden im Beobachtungszeitraum 131 Fälle von Pankreaskrebs dokumentiert, was einem Umfang von 167.399 Personenjahren entspricht. In der Vergleichsgruppe der Nutzer anderer Antidiabetika traten 123 Fälle bei insgesamt 140.306 Personenjahren auf.

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Die neue Registerstudie aus Dänemark, Schweden und Norwegen hat 97.464 Semaglutid-Anwender mit Typ-2-Diabetes über mehrere Jahre beobachtet — und kein erhöhtes Pankreaskrebsrisiko gefunden. Wer die Zahlen selbst einordnen will, statt auf Schlagzeilen zu reagieren, findet hier die gepoolte Hazard Ratio, das absolute Differenzrisiko und die methodischen Grenzen der Untersuchung in verständlicher Form. Kostenlosen Faktencheck zur Semaglutid-Sicherheit anfordern

Die statistische Analyse der Daten ergab eine gepoolte Hazard Ratio (HR) von 0,91 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall (KI) von 0,71 bis 1,16. Damit konnte kein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs unter der Anwendung von Semaglutid festgestellt werden.

Auch das absolute Differenzrisiko (IRD) unterstrich diesen Befund mit einem Wert von -0,10 Fällen je 1.000 Personenjahre (95-Prozent-KI -0,31 bis 0,10).

Laut den Studienautoren zeigten sich zudem keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Risiko und der Dosierung des Medikaments oder der Dauer der Behandlung. Auch in den länderspezifischen Einzelanalysen für Dänemark, Schweden und Norwegen wurde kein Risikoanstieg beobachtet.

Methodische Einschränkungen und wissenschaftliche Einordnung

Trotz der stabilen Datenlage weisen Fachleute auf methodische Einschränkungen hin. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie eine absolute Risikofreiheit nicht abschließend beweisen. Zudem liegen die Ergebnisse bislang lediglich als Kongressabstract vor und haben noch kein vollständiges Peer-Review-Verfahren durchlaufen.

Ein wesentlicher Aspekt bei der Interpretation der Ergebnisse ist die Dauer der Beobachtung. Während die meisten bisherigen Studien Zeiträume von drei bis sieben Jahren abdeckten, bleibt die Beurteilung des spezifischen Langzeitrisikos weiterhin ein Thema für die medizinische Forschung.

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Die Autoren der Registerstudie betonten, dass eine fortgesetzte Langzeitbeobachtung notwendig sei, um die Sicherheitsprofile der GLP-1-Rezeptor-Agonisten über Jahrzehnte hinweg vollständig zu verstehen.

Dennoch stützen die aktuellen Daten aus Skandinavien die Einschätzung, dass im klinischen Alltag bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes kein unmittelbar erhöhtes Pankreaskrebsrisiko durch Semaglutid befürchtet werden muss.

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