Selen-Mangel: Hohes Selen senkt Sterberisiko um 64 Prozent
08.06.2026 - 05:27:44 | boerse-global.de
Experten sehen in diesen „stillen Feuern“ eine wesentliche Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Auch Erschöpfungszustände, Autoimmunerkrankungen und Depressionen werden mit dauerhaft erhöhten Entzündungswerten in Verbindung gebracht.
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Zelluläre Prozesse entschlüsselt
Wissenschaftler haben die komplexen Abläufe auf zellulärer Ebene genauer untersucht. Eine Studie vom 5. Juni 2026 im Fachjournal Nature Communications zeigt: Störungen der Kalziumhomöostase aktivieren einen entscheidenden Signalweg. Die Ansammlung bestimmter Proteine führt zum Abbau von Reparaturmechanismen und aktiviert den sogenannten cGAS-STING-Signalweg.
Die Forschungsgruppe um Weifang Xiang von der Fudan-Universität in Shanghai erzielte bemerkenswerte Ergebnisse. In Versuchen mit Mäusen kehrte der Serotoninrezeptor-Antagonist Mianserin diesen Prozess um. Bei Progerie-Mäusen verlängerte sich die Lebensspanne um 30 Prozent, ältere Mäuse zeigten eine verbesserte Gesundheit.
Mikronährstoffe als Schlüsselfaktor
Neben zellulären Prozessen spielen spezifische Nährstoffe eine wichtige Rolle. Eine chinesische Studie im Scandinavian Journal of Gastroenterology untersuchte den Zusammenhang zwischen Selen-Spiegeln und der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD). Die Forscher werteten Daten von 1.787 Teilnehmern aus.
Das Ergebnis: Niedrige Selen-Werte korrelieren mit einem erhöhten Sterberisiko. Probanden mit den höchsten Werten – über 200 ?g/L – hatten ein um 64 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als jene mit niedrigeren Werten.
Fasten als Therapie-Booster?
Auch metabolische Ansätze werden bei Krebserkrankungen erprobt. Auf dem ASCO-Kongress im Juni 2026 stellten Forscher aus Rom eine Pilotstudie vor. 36 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom fasteten kurzzeitig begleitend zur Chemotherapie.
Die Kalorienzufuhr wurde von 36 Stunden vor bis 24 Stunden nach der Behandlung auf maximal 350 Kilokalorien pro Tag reduziert. Erste Ergebnisse deuten auf ein verbessertes Ansprechen auf die Therapie und längeres progressionsfreies Überleben hin.
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Neue Wirkstoffklasse gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
Im Bereich der Onkologie zeigt eine neue Wirkstoffklasse Erfolg. Das Biotech-Unternehmen Revolution Medicines stellte Daten zu Daraxonrasib vor. Die experimentelle Pille wirkt als molekularer Klebstoff gegen das KRAS-Protein.
Bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs verdoppelte sich die Überlebenszeit im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie auf 13 Monate.
Prävention bleibt entscheidend
Parallel zur medikamentösen Forschung betonen Mediziner die Bedeutung der Früherkennung. Im Rahmen der Awareness-Woche für Prostatakrebs im Juni 2026 wurde bekannt: In Deutschland gibt es jährlich rund 79.600 Neuerkrankungen. Doch nur jeder vierte Mann nutzt die Früherkennungsangebote.
Fachleute wie Sebastian Purps-Pardigol und Ralf Moll empfehlen, oxidativem Stress und chronisch erhöhten Cortisolspiegeln entgegenzuwirken. Als wirksame Gegenmaßnahmen gelten regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und gezielte Reize durch Sauna oder Intervallfasten. Diese Maßnahmen unterstützen die Regeneration und helfen, die stillen Feuer im Körper zu kontrollieren.
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