Getränke, Oxford-Studie

Sehr heiße Getränke: Oxford-Studie findet bis zu 3,17-fach erhöhtes Krebsrisiko

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beobachtungsdaten verknüpfen sehr heiße Getränke mit einem höheren Risiko für Speiseröhren-Plattenepithelkarzinome, belegen aber keine Ursache.

Oxford-Studie: Sehr heiße Getränke mit höherem Speiseröhrenkrebsrisiko verbunden
Eine dampfende Tasse auf einem dunklen Holztisch im gedimmten Licht. Illustration mit AI erstellt.

Kaffee und Tee gehören für viele Menschen zum Alltag – doch die Temperatur, mit der diese Getränke getrunken werden, rückt zunehmend in den Fokus der Krebsforschung. Eine Oxford-Studie, die im International Journal of Cancer veröffentlicht wurde, liefert neue Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen sehr heißen Getränken und einem erhöhten Risiko für bestimmte Formen von Speiseröhrenkrebs, wie fr.de berichtete.

Große Datenbasis, klare Muster

Für die Untersuchung werteten die Forschenden Daten des britischen Gesundheitsdienstes NHS von mehr als 977.000 Erwachsenen aus, die über zehn Jahre begleitet wurden. In diesem Zeitraum erkrankten 2.348 Teilnehmende an Speiseröhrenkrebs.

Die Auswertung zeigte, dass sehr heiße Getränke mit einem dreifachen Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre verbunden waren – eine bestimmte Krebsart dieses Organs.

Für Adenokarzinome, eine andere Form von Speiseröhrenkrebs, ließ sich dieser Zusammenhang nicht feststellen. Getränke, die lediglich heiß, aber nicht sehr heiß waren, gingen laut fr.de nur mit einem schwach erhöhten Risiko einher.

Eine ergänzende Auswertung von wmn.de vom 29. September 2026 präzisiert die Temperaturschwelle: Wer regelmäßig Getränke ab 65 °C konsumierte, hatte demnach ein bis zu 3,17-fach erhöhtes Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre.

Die Menge spielt eine Rolle

Neben der Temperatur rückte auch die konsumierte Menge in den Blick der Forschenden. Sechs oder mehr Tassen Kaffee oder Tee pro Tag waren mit einem deutlich höheren Risiko verbunden. Kamen dazu noch sechs oder mehr sehr heiße Getränke täglich, stieg das Risiko laut den Berichten von fr.de und wmn.de um zusätzliche 71 Prozent.

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Kaffee und Tee gehören zu Ihrem Alltag — doch die Temperatur entscheidet mit. Eine Oxford-Studie mit Daten von über 977.000 Erwachsenen fand bei sehr heißen Getränken ein dreifach erhöhtes Risiko für eine bestimmte Form von Speiseröhrenkrebs; ab 65 °C lag es in einer Auswertung sogar bis zu 3,17-fach höher. Auf Kaffee oder Tee müssen Sie deshalb nicht verzichten — nur auf die zu heiße Tasse. Kostenlosen Leitfaden zur sicheren Trinktemperatur anfordern

Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um Beobachtungsdaten, die keinen ursächlichen Zusammenhang belegen können, wie wmn.de betont. Zudem bleibe das absolute Risiko, tatsächlich an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, überschaubar – auch wenn sich das relative Risiko in den Daten deutlich erhöht zeigt.

WHO stuft heiße Getränke als wahrscheinlich krebserregend ein

Die Ergebnisse fügen sich in eine bestehende Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation ein. Die WHO stuft Getränke, die mit mehr als 65 °C konsumiert werden, bereits als wahrscheinlich krebserregend ein, wie sowohl fr.de als auch wmn.de berichteten. Die neue Oxford-Auswertung liefert damit zusätzliche Daten, die diese Einordnung stützen, indem sie einen konkreten Risikofaktor – die Temperatur beim Trinken – von der Getränkeart selbst abgrenzt.

Bedeutung für den Alltag

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ergibt sich aus den Daten kein Grund, auf Kaffee oder Tee zu verzichten. Vielmehr legen die Ergebnisse nahe, dass es sinnvoll sein kann, heiße Getränke etwas abkühlen zu lassen, bevor man sie trinkt – insbesondere bei sehr hohem täglichen Konsum.

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Wussten Sie, dass die WHO Getränke über 65 °C als wahrscheinlich krebserregend einstuft? Die neue Oxford-Auswertung liefert dazu zusätzliche Daten — und zeigt: Neben der Temperatur zählt auch die Menge. Sechs oder mehr Tassen täglich waren mit deutlich höherem Risiko verbunden, kamen sechs oder mehr sehr heiße Getränke hinzu, stieg es um weitere 71 Prozent. Wie Sie Ihre tägliche Tasse bewusst genießen, ohne auf Genuss zu verzichten, fasst dieser Leitfaden zusammen. 5 Regeln für Ihren sicheren Kaffeegenuss jetzt abrufen

Da die Studie auf Beobachtungsdaten beruht, lässt sich ein direkter Kausalzusammenhang zwischen Trinktemperatur und Krebserkrankung nicht abschließend belegen.

Dennoch fügt sich der Befund in ein Bild ein, das die WHO-Einstufung heißer Getränke seit Längerem nahelegt, und dürfte weitere Forschung zu der Frage anregen, welche biologischen Mechanismen – etwa thermische Reizungen der Speiseröhrenschleimhaut – hinter dem beobachteten Zusammenhang stehen könnten.

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