Seers Technology: KI bewertet Vorhofflimmern-Risiko mit 30 Sekunden EKG
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Medizintechnikunternehmen Seers Technology hat ein südkoreanisches Patent für ein KI-System registriert, das das Risiko für paroxysmales Vorhofflimmern bewertet. Die Technologie benötigt für die Analyse lediglich 30 Sekunden eines Ein-Kanal-EKGs und kann eine Risikoeinschätzung selbst dann vornehmen, wenn zum Zeitpunkt der Messung ein normaler Sinusrhythmus vorliegt, wie südkoreanische Medien am 30. September 2026 berichteten.
Analyse subtiler Muster bei unauffälligem Herzrhythmus
Paroxysmales Vorhofflimmern tritt anfallsartig auf und bleibt bei routinemäßigen Herzuntersuchungen häufig unentdeckt, da die Episoden unregelmäßig verlaufen und ein Standard-EKG oft in beschwerdefreien Phasen mit unauffälligem Takt abgeleitet wird. Das patentierte System von Seers Technology setzt an dieser diagnostischen Lücke an: Die künstliche Intelligenz analysiert die EKG-Wellenform und kombiniert diese mit der Auswertung von R-Peak-Mustern sowie Veränderungen der individuellen Schlagintervalle.
Durch die Erfassung dieser feinen Abweichungen im normalen Rhythmus berechnet das Modell eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0–100 %. Auf dieser Grundlage soll die Technologie das medizinische Personal dabei unterstützen, Hochrisikopatienten frühzeitig und gezielt zu identifizieren, um rechtzeitig präventive oder weiterführende diagnostische Schritte einzuleiten.
Ein Standard-EKG zeigt oft einen unauffälligen Takt — genau in der beschwerdefreien Phase, in der paroxysmales Vorhofflimmern unentdeckt bleibt. Ein neu patentiertes KI-Verfahren setzt hier an: Es bewertet aus 30 Sekunden Ein-Kanal-EKG das Risiko, auch wenn zum Messzeitpunkt ein normaler Sinusrhythmus vorliegt. Unser kostenloser Praxisleitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie diese Risikobewertung in Ihre EKG-Diagnostik einordnen. Praxisleitfaden jetzt anfordern
Erweiterung der Wearable-Plattform mobiCARE
Seers Technology plant, die neu patentierte Methodik in den KI-Dienst seiner tragbaren EKG-Lösung mobiCARE einzubinden. Bislang konzentriert sich das Wearable-System vorrangig auf die Erkennung und detaillierte Analyse bereits aufgetretener Arrhythmien.
Mit dem neuen Verfahren soll die bestehende Funktionalität um eine vorausschauende Krankheitsrisiko-Vorhersage erweitert werden. Das Unternehmen zielt damit darauf ab, die klinische Entscheidungsfindung durch automatisierte Vorsorgeanalysen direkt über mobile Überwachungssysteme im Alltag oder in klinischen Versorgungsmodellen zu verbessern.
