Secusmart-Messenger: BSI gibt Freigabe für Bundesbehörden
17.06.2026 - 11:56:40 | boerse-global.de
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilte die offizielle Einsatzerlaubnis für die verschlüsselte Kommunikationslösung. Sie ist für den Austausch von Informationen bis zur Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) freigegeben.
Der Messenger ist ein integriertes Feature der SecuVOICE-Plattform der BlackBerry-Tochter Secusmart.
Schluss mit App-Hopping in Ministerien
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Die Freigabe verfolgt ein klares Ziel: die digitale Kommunikation in der Bundesverwaltung zu vereinheitlichen. Bisher wechselten Nutzer zwischen verschiedenen Anwendungen für Telefonie und Kurznachrichten – in Fachkreisen als „App-Hopping“ bekannt.
Jetzt können Beamte verschlüsselte Telefonate und Chats in einer einzigen Applikation führen. Die Identifikation der Nutzer erfolgt über eine kryptografische Identität, die an die Rufnummer und den Fingerabdruck gekoppelt ist. Ein Rollout der Updates für berechtigte Nutzerkreise ist für die kommenden Wochen geplant.
BlackBerry rüstet Sicherheitsfunktionen auf
Zeitgleich zur Messenger-Freigabe kündigte BlackBerry umfassende Neuerungen für sein Unified Endpoint Management (UEM) an. Diese sollen die Souveränität bei der Kontrolle von Endgeräten in Hochsicherheitsbereichen stärken.
Zu den angekündigten Features gehören KI-gestützte Operationen und Post-Quanten-Kryptographie nach NIST-Standards. Damit will BlackBerry die Kommunikation gegen künftige Entschlüsselungstechnologien absichern. Das Management von macOS-Geräten lässt sich künftig ohne Cloud-Abhängigkeiten on-premises betreiben. Die neuen UEM-Funktionen sollen ab Sommer 2026 verfügbar sein.
BlackBerry betont, dass die UEM-Lösung bereits BSI-Zertifizierungen nach Common Criteria für Apple- und Samsung-Geräte in Regierungsumgebungen besitzt.
Eingebettet in die Sicherheitsstrategie des Bundes
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Die Messenger-Freigabe erfolgt in einer Phase verstärkter Bemühungen gegen digitale und hybride Angriffe. Erst kürzlich eröffnete Bundesinnenminister Dobrindt in Berlin das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid).
Dort koordinieren Behörden wie das BSI, das Bundeskriminalamt, der Bundesnachrichtendienst und der Verfassungsschutz ihre Arbeit gegen Spionage, Sabotage und Cyberangriffe. Fünf spezialisierte Arbeitsgruppen befassen sich unter anderem mit Lagebildern, Informationsaustausch und der Analyse von Desinformationskampagnen.
Der Fokus liegt verstärkt auf der Abwehr staatlicher Akteure und der Sicherung kritischer Kommunikationswege in Verwaltung und Wirtschaft. Die BSI-Freigabe für Secusmart unterstreicht laut Branchenbeobachtern die Strategie, staatliche Kommunikation durch zertifizierte, gehärtete Lösungen vor externen Zugriffen zu schützen.
