Secondhand-Möbel: Biedermeier-Sekretäre erzielen bis 20.000 Euro
09.06.2026 - 01:21:31 | boerse-global.de
Designklassiker erzielen heute Preise weit über ihrem ursprünglichen Anschaffungswert.
Diese Epochen sind besonders gefragt
Sammler und Investoren fokussieren sich auf bestimmte Stilepochen. Laut Marktbeobachtern sind vor allem Stücke aus Mid-Century-Modern (1940–1970), Jugendstil (1890–1910), Bauhaus (1919–1933) und Biedermeier (1815–1848) wertstabil oder steigen im Wert.
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Die Preise für gut erhaltene Originale sprechen eine klare Sprache. Ein Eames Lounge Chair mit Ottoman von 1956 wird aktuell zwischen 5.000 und 10.000 Euro gehandelt. Ein Bauhaus-Schreibtisch von Walter Gropius (um 1930) erzielt 5.000 bis 15.000 Euro. Biedermeier-Sekretäre aus der Zeit um 1830 erreichen Spitzenwerte von bis zu 20.000 Euro.
Kleine Objekte, große Rendite
Neben Möbeln rücken zunehmend kleinere Designobjekte in den Fokus. Nordeuropäische Glas-Kerzenständer oder Sammlerstücke wie die „Lachende Kaffeekanne“ von Peter Behrens sind auf Auktionsplattformen und Flohmärkten heiß begehrt. Der Wert bestimmt sich über den Designer, die Seltenheit bestimmter Farbtöne und den Erhaltungszustand.
Secondhand wird zum Milliarden-Geschäft
Die Professionalisierung des Sektors zeigt sich in den Umsatzzahlen. Die US-Kette Goodwill meldete für 2025 einen Jahresumsatz von über 7 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 50 Prozent gegenüber 2019. Gewerbliche Wiederverkäufer treiben diesen Zuwachs, indem sie gezielt nach unterbewerteten Stücken suchen.
Auch global ist der Handel mit Gebrauchtwaren ein bedeutender Wirtschaftszweig. Bereits 2016 betrug das Volumen für Secondhand-Kleidung rund 4 Milliarden US-Dollar. Die USA führten die Exportliste mit 648 Millionen US-Dollar an, gefolgt von Deutschland (371 Millionen) und Großbritannien (348 Millionen). Größter Importeur war 2017 Pakistan mit Einfuhren von 240 Millionen US-Dollar.
Einzelhandel und Medien entdecken den Trend
Klassische Möbelhäuser reagieren auf das wachsende Interesse. Ikea bietet in Formaten wie der „Zweiten Chance“ gebrauchte Produkte mit 30 bis 50 Prozent Nachlass. Das diene nicht nur der Kundenbindung, sondern auch der Ressourcenschonung.
Auch das Fernsehen hat das Thema für sich entdeckt. Die Show „That Thrifting Show“ feierte im März 2026 Premiere und wurde bereits für eine zweite Staffel (2027) verlängert. Designer-Duos gestalten dort Räume mit einem Budget von rund 2.000 US-Dollar – ausschließlich mit Secondhand-Funden.
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Flohmärkte bleiben die Basis
Trotz Digitalisierung sind physische Märkte zentrale Handelsplätze. In Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine hohe Dichte an spezialisierten Veranstaltungen. In Dormagen und Werne fanden im Juni Flohmärkte statt, die teils überregionale Besucher anzogen. Das Verbot von Neuware auf einigen Märkten unterstreicht den Fokus auf authentische Sammlerstücke.
Für den weiteren Juni 2026 sind Großveranstaltungen wie der „Flo(h)rian“ im Dortmunder Westfalenpark angekündigt. Mit mehreren Hundert Händlern gilt er als einer der größten Märkte Deutschlands. Spezialisierte Formate wie „Bambinis Flohwelt“ im Centro Oberhausen konzentrieren sich auf Kinderartikel und setzen ihre erfolgreichen Termine bis in den Herbst fort.
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