Secondhand-Boom, Tonnen

Secondhand-Boom: 43 Tonnen Waren sparen Müll in Rietberg

30.06.2026 - 00:18:09 | boerse-global.de

Städte und Vereine fördern mit Flohmärkten und Läden die Kreislaufwirtschaft und finanzieren soziale Projekte.

Secondhand-Boom: Kommunen entdecken Gebrauchtwaren als Ressource
Secondhand-Boom - Ein geschäftiger Flohmarkt mit Ständen voller Secondhand-Waren, Menschen beim Stöbern und hellem Sonnenlicht, das durch Bäume fällt. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ob Flohmärkte, Konzeptläden oder Versteigerungen – die Wiederverwertung spart Ressourcen und fördert soziale Projekte.

43 Tonnen weniger Müll in Rietberg

Der Verein Pro Arbeit in Rietberg zieht eine positive Bilanz für 2025. Rund 43 Tonnen Waren brachte die Organisation zurück in den Umlauf. Das entspricht dem Volumen von 22 Müllcontainern. Der Verein betreibt ein Secondhandkaufhaus, eine Fahrradwerkstatt und bietet Qualifizierungsmaßnahmen an.

Auch Leipzig setzt auf das Prinzip Wiederverwendung. Der Konzeptladen „Wiederschön“ der Stadtreinigung feiert Anfang Juli 2026 sein zweijähriges Bestehen. Das Geschäft in den Höfen am Brühl fördert nachhaltigen Konsum und geschlossene Stoffkreisläufe.

Flohmarkt-Sommer in deutschen Städten

Die Dichte an Flohmarkt-Veranstaltungen ist im Sommer 2026 hoch. In Karlsruhe organisieren Stadtteile über das Jahr verteilt Hinterhof-Flohmärkte. Ende Juni waren Hagsfeld, Grötzingen und die Südstadt dran. Für September ist Knielingen geplant.

Magdeburg veranstaltet regelmäßig den Sonntags-Flohmarkt auf dem Uni-Campus. Die Auflage am 5. Juli 2026 gilt als größter Freiluft-Flohmarkt der Landeshauptstadt. Überregional lockte ein Markt am 28. Juni in Tilburg 250 private Stände. Mitte August folgt der Sommerflohmarkt in Hittfeld mit über 70 Ausstellern.

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Sozialprojekte profitieren vom Secondhand-Boom

Die Kreislaufwirtschaft ist oft mit sozialen Zielen verknüpft. Der Erlös des Magdeburger Sonntags-Flohmarkts fließt in soziale Projekte. Die Heilsarmee in Meißen betreibt seit fünf Jahren den Secondhand-Laden „Zweite Chance“. Das Sortiment aus Kleidung, Hausrat und Büchern stammt aus Spenden – die Verkaufserlöse finanzieren soziale Angebote.

Behörden nutzen Versteigerungen, um Fundgegenstände wiederzuverwerten. Das Ordnungsamt Düsseldorf versteigert am 30. Juni 2026 Fahrräder – darunter E-Bikes und Markenmodelle wie Rose, Gazelle oder Cube.

Langfristige Partnerschaften sichern die Abfallwirtschaft. In Freiburg verlängerte die Stadt die Zusammenarbeit zwischen dem Entsorger ASF und Remondis um 20 Jahre. Ein Erlös von rund 21 Millionen Euro fließt in den Bau einer neuen Gemeinschaftsschule und eines Gymnasiums.

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Weniger Lebensmittelabfälle bis 2030

Neben Gebrauchtwaren rücken andere Bereiche in den Fokus. Ein Dialogforum zwischen 2019 und 2021 entwickelte Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung. Ziel: 30 Prozent weniger Abfälle bis 2025, eine Halbierung bis 2030. Modellbetriebe erreichten bereits durchschnittliche Einsparungen von 25 Prozent.

Auch der Bausektor denkt um. Rückbaubare Konstruktionen – wie bei Holzwohnhochhäusern in Wolfsburg – gewinnen an Bedeutung. Sie ermöglichen eine echte Kreislaufwirtschaft für Baumaterialien.

de | wissenschaft | 69655863 |