SearchLeak, Kritische

SearchLeak: Kritische Lücke in Microsoft 365 Copilot geschlossen

16.06.2026 - 11:45:44 | boerse-global.de

Eine kritische Schwachstelle in Microsofts KI-Assistenten ermöglichte Datenabfluss. Der Konzern hat den Fehler Anfang Juni behoben.

Microsoft 365 Copilot: Schwere Sicherheitslücke SearchLeak geschlossen
SearchLeak - A glowing, partially open digital padlock overlaid on a blurred background of abstract code and data streams, symbolizing a security vulnerability. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein einziger Klick genügte: Eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Microsoft 365 Copilot Enterprise hätte Angreifern den Zugriff auf vertrauliche Unternehmensdaten ermöglicht. Der Konzern hat den Fehler inzwischen behoben.

Die als CVE-2026-42824 registrierte und unter dem Namen SearchLeak bekannte Schwachstelle wurde von Forschern der Varonis Threat Labs entdeckt und gemeldet. Sie betraf den KI-gestützten Assistenten von Microsoft, der tief in die Unternehmensumgebung integriert ist.

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Drei-Stufen-Angriff auf die KI

Die Angriffskette war komplex und mehrstufig aufgebaut. Im ersten Schritt nutzten die Angreifer eine sogenannte Parameter-to-Prompt-Injection (P2P) – eine Manipulation über einen spezifischen Web-Parameter. Anschließend machten sie sich eine Race Condition bei der HTML-Darstellung zunutze, um die angezeigten Inhalte zu verändern.

Die dritte und entscheidende Stufe: Ein Server-Side Request Forgery (SSRF) über die Bing-Suche umging die Content Security Policy (CSP) der Anwendung. Das Ergebnis war ein Datenabfluss aus der Opferumgebung auf einen externen Server der Angreifer.

Das Tückische daran: Das Opfer musste lediglich auf einen scheinbar legitimen Microsoft-Link klicken. Die eigentliche Schadroutine lief über Microsofts eigene Infrastruktur ab – ohne weitere Interaktion des Nutzers.

Welche Daten in Gefahr waren

Aufgrund der engen Verzahnung von Copilot mit dem Microsoft Graph hätten Angreifer auf eine breite Palette sensibler Informationen zugreifen können:

  • E-Mails und Anhänge aus Postfächern
  • MFA-Codes und Einmalpasswörter (OTPs)
  • Kalendereinträge und Besprechungsdetails
  • Vertrauliche Dokumente aus SharePoint und OneDrive
  • Passwörter und Anmeldedaten
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Besonders alarmierend: Die Möglichkeit, Multi-Faktor-Authentifizierungscodes abzufangen, hätte Angreifern Tür und Tor für weitere Angriffe auf geschützte Systeme geöffnet.

Microsoft reagiert – Nutzer müssen nichts tun

Der Konzern hat die Lücke Anfang Juni geschlossen. Bereits am 4. Juni 2026 wurden serverseitige Patches aufgespielt. Da die Korrektur direkt in der Cloud-Infrastruktur erfolgte, müssen weder Administratoren noch Endnutzer manuell eingreifen.

Die Bewertung des Schweregrads fiel je nach Quelle unterschiedlich aus: Der Common Vulnerability Scoring System (CVSS) vergab Werte zwischen 6,5 und 7,5 – was als „hohes" Risiko eingestuft wird. Ausschlaggebend waren die Sensibilität der gefährdeten Daten und der minimale Aufwand für die Auslösung des Angriffs.

Bislang gibt es keine öffentlichen Hinweise darauf, dass die SearchLeak-Lücke vor der Schließung tatsächlich von Angreifern ausgenutzt wurde. Die Forscher von Varonis hatten ihre Erkenntnisse verantwortungsvoll an Microsoft gemeldet, bevor die Details an die Öffentlichkeit gelangten.

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