Schwimmfähigkeit: Jedes zehnte Kind kann nicht sicher schwimmen
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während Kommunen Millionen in Modernisierung stecken, kämpfen viele Einrichtungen mit Personalnot und Hygieneproblemen. Gleichzeitig boomen Präventionskurse im klinischen Umfeld.
Aquafitness im Krankenhaus: Prävention mit System
Das Hüttenhospital in Dortmund-Benninghofen setzt auf Bewegung im Wasser. Ab dem 20. Juli startet ein neuer Aquafitness-Kurs, der über zwölf Wochen läuft. Die Einheiten finden montags um 20:00 und 20:45 Uhr statt.
Mit 144 Euro Kursgebühr ist das Angebot nicht billig, aber medizinisch fundiert. Die Anmeldung läuft über das Portal Aquital. Solche Programme schließen eine Lücke zwischen Freizeitsport und Rehabilitation – gelenkschonendes Training unter professioneller Anleitung.
17 Millionen Euro für Sportstätten
Die Stadt Dortmund investierte 2025 rund 17 Millionen Euro in Sport- und Freizeitanlagen. Profitiert haben davon unter anderem das Freibad Stockheide und das Hallenbad Aplerbeck. Die städtischen Bäder, Zoos und Parks zählten 1,55 Millionen Besucher.
Doch die Rechnung geht nicht auf: Die Sparte verzeichnete ein Defizit von 6,6 Millionen Euro, ausgeglichen aus Kapitalrücklagen. Die Bilanzsumme lag bei 268,4 Millionen Euro. Ein teures Vergnügen für die Stadtkasse.
Neues Becken für Neheim
Das Freibad Neheim bekommt Zuwachs. Am 25. Juli öffnet ein neues 50-Meter-Becken – Investitionssumme: rund 3,2 Millionen Euro. Das Becken integriert Schwimmer- und Nichtschwimmerbereiche mit einer Tiefe von 90 Zentimetern.
Kann sich das rechnen? Zumindest steigert die Kommune damit die Attraktivität ihrer Anlage. Ob die Besucherzahlen die Kosten decken, bleibt abzuwarten.
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Ertrinken vermeiden: Rettungsschwimmer dringend gesucht
Die Statistik ist alarmierend: In Österreich ertrinken jährlich durchschnittlich 42 Menschen, neun Prozent davon Kinder. In Oberösterreich waren es sieben Todesfälle – ein überdurchschnittlicher Wert. Experten warnen: Jedes zehnte Kind kann nicht ausreichend schwimmen.
Die Konsequenz: Kommunen forcieren die Ausbildung von Rettungsschwimmern. Im Linzer Parkbad absolvierten 40 Teilnehmer einen 40-stündigen Lehrgang. Auch im Kreis Groß-Gerau reagieren Schwimmschulen und die DLRG auf die hohe Nachfrage. Viele Kurse sind bereits ausgebucht – von Anfängerschwimmkursen in Riedstadt bis zu VHS-Angeboten nach den Sommerferien.
Personalmangel: Bäder schließen temporär
In Essen mussten Mitte Juli das Nord-Ost-Bad und das Stadtbad Kupferdreh vorübergehend schließen. Grund: fehlendes Personal. Kein Einzelfall, sondern Symptom eines strukturellen Problems.
Und dann ist da noch die Hygiene: Im Warmfreibad Kaiserslautern sperrten Betreiber das Nichtschwimmer- und das Planschbecken – erhöhte Keimwerte. Die Besucherzahlen im Freibad Waschmühle blieben trotz eines Tagesrekords von 4.300 Gästen unter den Erwartungen.
Sonderveranstaltungen locken Besucher
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Kommunen setzen auf Events, um die Bäder attraktiv zu halten. Der Aqua-Park Baunatal feiert am 17. und 18. Juli sein 50-jähriges Jubiläum mit freiem Eintritt und Rettungsvorführungen der DLRG. In Sprockhövel gibt es am 18. Juli Nachtschwimmen, in Hersbruck ein Benefiz-Schwimmen für einen lokalen Kinderfonds.
Und das Lindenau-Bad in Hanau? Das kehrt ab dem 20. Juli nach personellen Anpassungen zum regulären täglichen Betrieb zurück. Pünktlich zur Hochsaison.
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