Schwimmen, Regelmäßiges

Schwimmen: Regelmäßiges Training senkt Alzheimer-Risiko um 34%

12.06.2026 - 07:22:01 | boerse-global.de

Studien belegen: Regelmäßiges Schwimmen und neue Antikörper-Therapien bieten vielversprechende Ansätze im Kampf gegen Alzheimer.

Schwimmen fördert Gehirnwachstum und senkt Alzheimer-Risiko
Schwimmen - Eine Person schwimmt anmutig in einem blauen Pool, mit Sonnenlicht, das durch das Wasser fällt. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Neurobiologe Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig erklärt: Die Sportart steigert die Durchblutung und fördert die Produktion des Wachstumsfaktors BDNF. Dieser wirke wie ein biologischer Dünger für neue Synapsen und Nervenzellen im Hippocampus.

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Für messbare Effekte empfehlen Experten drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche mit je 20 Minuten intensivem Schwimmen. Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen können diese Form der Bewegung ausüben – nach ärztlicher Absprache. Ein Bericht der Alzheimer's Association von Anfang Juni untermauert die Empfehlung: Eine Analyse der University of California, San Francisco, mit 12.000 Probanden zeigt, dass 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche das Demenzrisiko um 34 Prozent senken.

Antikörper-Therapien: Sieben Monate mehr Zeit

Im Bereich der Medikamente gibt es neue Langzeitdaten. Die Phase-3-Studie des Unternehmens Lilly zu Donanemab belegt: Der Wirkstoff verzögert den geistigen Verfall über drei Jahre. Besonders bemerkenswert: Der Effekt nimmt nach dem Absetzen des Medikaments weiter zu – sobald die Amyloid-Plaques im Gehirn entfernt wurden. Der Neurologe Harald Prüß von der Charité spricht von einem großen Erfolg, auch wenn die Verzögerung etwa sieben Monate beträgt.

Parallel bestätigen Langzeitdaten der Clarity-AD-Studie von Eisai und Biogen den Nutzen von Lecanemab. Der Antikörper verlangsamte den geistigen Abbau nach 18 Monaten um 27 Prozent im Vergleich zu einem Placebo. Doch Herausforderungen bleiben: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verneinte zuletzt einen Zusatznutzen für Donanemab. Zudem erfordern Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen eine engmaschige Überwachung per MRT.

An der ETH Zürich entwickelten Forscher einen experimentellen Wirkstoff namens „Compound 10“. In einer Studie an Mäusen verlangsamte die Substanz das Sterben von Nervenzellen und reduzierte Ablagerungen. Das Team sucht derzeit Partner für die klinische Weiterentwicklung.

Smartphone-Tests erkennen frühe Veränderungen

In der Diagnostik gewinnen digitale Lösungen an Bedeutung. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Fachjournal npj digital medicine untersuchte den Einsatz von Smartphone-basierten Gedächstnistests. Die neotiv-App erfasste kognitive Veränderungen bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung innerhalb von sieben bis zwölf Monaten. Die Ergebnisse korrelierten mit langjährigen klinischen Beobachtungen – und bieten Potenzial für ein effizienteres Monitoring außerhalb spezialisierter Zentren.

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Bei den Risikofaktoren identifizierte eine Analyse von rund 800.000 Erwachsenen, veröffentlicht am 10. Juni im Journal of the American Heart Association, niedrigen Blutdruck als signifikanten Faktor. In der UK Biobank war das Alzheimer-Risiko bei Menschen mit Hypotonie dreifach erhöht. Als möglicher Mechanismus gilt ein chronischer Sauerstoffmangel im Gehirn, der Proteinablagerungen begünstigt.

Ernährung, Schlaf und soziale Kontakte

Neben Bewegung und Medikamenten spielen weitere Faktoren eine Rolle. Ein Fallbericht dokumentierte die kurzzeitige Wiederherstellung von Erinnerungen und Mobilität bei einer 80-jährigen Alzheimer-Patientin nach der kontrollierten Verabreichung von Psilocybin. Forscher ordnen dies jedoch als Einzelfall ein.

Weitere Untersuchungen deuten auf protektive Wirkungen von zwei bis drei Tassen Kaffee täglich und einem stabilen Schlafrhythmus von sieben bis neun Stunden hin. Demgegenüber stehen erhöhte Risiken durch soziale Isolation und den häufigen Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel. In der Früherkennung könnten künftig Bluttests auf fehlgefaltete Proteine oder die Analyse von Darmmikrobiom-Metaboliten eine Rolle spielen – um kognitive Defizite bereits Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome zu identifizieren.

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