Schwimmbad-Sanierung, Bund

Schwimmbad-Sanierung: Bund fördert 195 Projekte mit 250 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

942 Projektskizzen konkurrierten um Bundesmittel; 195 Vorhaben erhalten zusammen 250 Millionen Euro für kommunale Schwimmbäder.

Bund wählt 195 Schwimmbadprojekte für 250 Millionen Euro aus
Ein leeres kommunales Hallenbad mit blauem Wasser und hellen Fliesen in einer modernen, minimalistischen Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ hat der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Auswahl von 195 Projekten getroffen, die bundesweit mit insgesamt 250 Millionen Euro gefördert werden sollen.

Die Mittel, die aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität stammen, zielen primär auf die energetische Sanierung und Modernisierung der oft veralteten baulichen Substanz ab. Für den gesamten Förderzeitraum der Haushaltsjahre 2025 und 2026 stehen für das übergeordnete Programm zur Sanierung kommunaler Sportstätten insgesamt 916 Millionen Euro bereit.

Massive Überzeichnung der Fördermittel

Die Entscheidung des Ausschusses im September 2026 verdeutlicht die Diskrepanz zwischen dem Investitionsbedarf der Kommunen und den verfügbaren Bundesmitteln. Laut Angaben von Hansjörg Durz wurden für die aktuelle Förderrunde 942 Projektskizzen eingereicht. Das beantragte Fördervolumen summierte sich auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro, was einer deutlichen Überzeichnung des Budgets entspricht.

Ähnliche Zahlen nannte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), wonach fast 1.000 Anträge eingingen. In der Auswahl erhielten 74 der insgesamt 195 berücksichtigten Projekte eine Förderung von jeweils mehr als einer Million Euro.

Den höchsten Einzelbetrag sicherte sich die Stadt Iserlohn mit 6,84 Millionen Euro. Im Bereich des Spitzensports flossen zudem knapp 23 Millionen Euro an das nationale Schwimmsportzentrum Magdeburg, was etwa 45 Prozent der dort veranschlagten Gesamtkosten entspricht.

Regionale Schwerpunkte und Einzelprojekte

Die Verteilung der Mittel erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet, wobei verschiedene Schwerpunkte gesetzt wurden:

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Der Bund hat 195 Schwimmbad-Projekte mit 250 Millionen Euro ausgewählt — doch 942 Projektskizzen und 3,2 Milliarden Euro beantragtes Volumen zeigen, wie hart der Wettbewerb um die Mittel ist. Wer seine Sanierung jetzt strukturiert vorbereitet, erhöht die Chance auf eine Förderquote von bis zu 75 Prozent. Kostenlosen Förder-Leitfaden für Kommunen anfordern

  • Bayern: Das Gartenhallenbad Stadtbergen erhält eine Zuwendung in Höhe von 1.279.845 Euro. Die Einrichtung verzeichnet jährlich etwa 100.000 Besucher, verursacht jedoch ein jährliches Defizit von rund 800.000 Euro für die Kommune. Details zu Umfang und Beginn der geplanten Arbeiten stehen hier noch aus.
  • Schleswig-Holstein: Acht Projekte im Bundesland werden mit insgesamt 5,9 Millionen Euro unterstützt. Grömitz erhält 1,62 Millionen Euro für sein Hallenbad, während Lauenburg knapp 1,24 Millionen Euro für den Umbau des Freibads verbuchen kann. Weitere Mittel gehen nach Hemmingstedt, Lägerdorf, Elsdorf-Westermühlen, Schwentinental, Barmstedt und Quickborn.
  • Sachsen-Anhalt: Hier wurden drei Vorhaben mit zusammen über 6,4 Millionen Euro ausgewählt. Davon entfallen gut 3,2 Millionen Euro auf die Sanierung des Hallenbads Gräfenhainichen und 2 Millionen Euro auf den Ersatzneubau in Merseburg.
  • Saarland: Zwei Freibäder profitieren von insgesamt rund 4,48 Millionen Euro, wobei das Solarfreibad Limbach in Kirkel mit 3,6 Millionen Euro den größten Anteil erhält.

Technischer Sanierungsstau und wirtschaftliche Risiken

Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird durch technische Mängel in den Kommunen untermauert. Am Beispiel des Freibads in Lauenburg zeigt sich der Handlungsbedarf: Das dortige Nichtschwimmerbecken verliert laut Angaben der Badleitung täglich etwa drei Kubikmeter Wasser, was pro Saison rund 350 Kubikmeter aufbereitetes Warmwasser entspricht.

Die Bundesförderung deckt in der Regel bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten, kann jedoch bei nachgewiesener Haushaltsnotlage auf bis zu 75 Prozent steigen.

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Veraltete Beckentechnik verursacht laufende Kosten: In Lauenburg versickern täglich rund drei Kubikmeter Wasser, pro Saison etwa 350 Kubikmeter aufbereitetes Warmwasser. Kommunen mit Sanierungsstau brauchen eine belastbare Finanzierungsplanung, bevor die nächste Förderrunde startet. Sanierungsplanung jetzt kostenlos herunterladen

Kommunale Spitzenverbände wie der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag warnten im Sportausschuss des Bundestages vor den Risiken für den Breitensport. Das prognostizierte kommunale Defizit für das Jahr 2026 liege bei etwa 29,7 Milliarden Euro.

Ohne ausreichende Förderung sei das wohnortnahe Angebot, insbesondere in ländlichen Regionen, gefährdet. Der DOSB wies zudem darauf hin, dass bereits 60 Prozent der zehnjährigen Kinder nicht sicher schwimmen könnten, weshalb Fachverbände wie der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) eine Fortsetzung und Ausweitung der Programme fordern.

Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Fast 1,3 Millionen Euro für das Schwimmbad in Stadtbergen“

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