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Schweizer Armee verlässt Microsoft bis Oktober: Umstieg auf OpenDesk

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 17:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Europäische Verwaltungen und Militärs setzen aus Sicherheitsgründen zunehmend auf Open-Source-Lösungen wie OpenDesk und LibreOffice.

Open-Source-Trend: Schweizer Armee und Behörden verlassen Microsoft
Leuchtende Platine mit Europakarte, Symbol für digitale Souveränität und sichere Daten. Abstrakte Binärcode-Elemente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr öffentliche Verwaltungen und Militärbehörden in Europa setzen auf Open-Source-Software – aus Sorge um digitale Souveränität und Datensicherheit.

Schweizer Armee verlässt Microsoft-Cloud bis Oktober 2026

Das Schweizer Armee-Kommando für Cyberoperationen hat den Umstieg von Microsoft 365 auf die Open-Source-Plattform OpenDesk beschlossen. Die Migration soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein. Grundlage ist ein Schweizer Gesetz aus dem Jahr 2024, das Open-Source-Lösungen für staatliche Einrichtungen vorschreibt.

Ausschlaggebend waren Sicherheitsbedenken. Militärstrategen sehen erhebliche Risiken durch den US-Cloud-Act und geopolitische Abhängigkeiten. Microsoft drängt zunehmend auf cloudbasierte Infrastruktur – ein Modell, das sich mit den Sicherheitsanforderungen für klassifizierte Militärdaten nicht vereinbaren lässt.

OpenDesk wurde von der deutschen Organisation Zendis entwickelt. Die Schweizer Streitkräfte folgen damit einem Trend: Das österreichische Bundesheer setzt bereits auf LibreOffice, die Bundeswehr hat einen Rahmenvertrag für Open-Source-Lösungen abgeschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern plant 50.000 Nutzer

Auch in Deutschland treibt ein Bundesland die Ablösung von Microsoft voran. Mecklenburg-Vorpommern will Microsoft Office durch Alternativen wie Nextcloud Office (mit Collabora-Integration) und LibreOffice ersetzen. Die Begründung der Landesregierung: Digitale Souveränität sei unverzichtbar.

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Eine endgültige Entscheidung über die primäre Büro-Suite steht noch aus. Doch bereits 5.000 Mitarbeiter wurden von SharePoint auf Nextcloud umgestellt. Das mittelfristige Ziel: 50.000 Nutzer. Schon jetzt setzt das Land OpenProject für Projektmanagement und Open WebUI als KI-Assistenten ein.

Projektplaner räumen ein, dass die vollständige Migration Jahre dauern wird. Der Grund: Die tiefe Integration der bestehenden Software mit spezialisierten Verwaltungsanwendungen erfordert aufwendige Anpassungen. Mecklenburg-Vorpommern orientiert sich am Vorbild Schleswig-Holsteins, das bereits Tools wie Open-Xchange, Nubus und Opentalk eingeführt hat.

Kommunen ziehen nach – Technik entwickelt sich weiter

Auch auf kommunaler Ebene vollzieht sich der Wandel. Die Stadt Neuburg hat zwischen März und Juni 2026 ihren E-Mail-Verkehr von Microsoft Outlook auf OpenDesk umgestellt. Die Einrichtungskosten lagen im unteren fünfstelligen Bereich. Die Stadtverwaltung begründete den Schritt mit der Abhängigkeit von US-Technologieanbietern. Geplant ist der Ausbau der Plattform um Chat- und Videofunktionen.

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Das technische Ökosystem entwickelt sich parallel weiter. Am 10. Juli 2026 veröffentlichte The Document Foundation LibreOffice 26.2.4 – mit über 40 Fehlerbehebungen und Stabilitätsverbesserungen.

Auch die Privatwirtschaft reagiert. Dienstleister bieten spezielle Migrationspakete für Unternehmen an, die auf Linux Mint und LibreOffice umsteigen wollen. Ein Treiber: das Ende des Supports für Windows 10 im Oktober 2025. Branchenkenner beziffern die Einsparungen auf rund 150 Euro pro Nutzer und Jahr – verglichen mit proprietären Lizenzmodellen.

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