Schweiz, Mobilfunkanbieter

Schweiz: Mobilfunkanbieter blockieren Spoofing-Anrufe ab Juli

01.07.2026 - 20:28:15 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 müssen Schweizer Mobilfunkanbieter Anrufe mit gefälschten Nummern blockieren oder kennzeichnen. Erste Erfolge werden gemeldet.

Schweiz weitet Schutz vor Telefonnummern-Missbrauch aus
Schweiz - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt einen eingehenden Anruf von einer unbekannten Nummer, symbolisiert den Schutz vor Telefonbetrug. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 1. Juli 2026 gelten in der Schweiz verschärfte Vorschriften gegen den Missbrauch von Mobilfunknummern. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) verpflichtet Anbieter wie Swisscom, Sunrise und Salt dazu, Anrufe mit gefälschten Nummern – sogenanntes Spoofing – systematisch zu kennzeichnen oder zu blockieren.

Schutz wird auf Mobilfunk ausgeweitet

Bislang galt die Regelung nur fürs Festnetz. Seit Januar 2026 sind dort bereits Filter aktiv. Nun folgt der komplette Rollout für mobile Verbindungen. Konkret müssen die Anbieter Anrufe aus dem Ausland technisch unterbinden, die eine Schweizer Mobilfunknummer vortäuschen.

Lässt sich ein Anruf nicht eindeutig zuordnen, müssen die Provider die Nummer unterdrücken. Auf dem Display erscheint dann nur „unbekannt". Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) meldet weiterhin Hunderte gemeldete Betrugsfälle pro Woche.

Wie erfolgreich sind die Maßnahmen?

Branchenvertreter berichten bereits von ersten Erfolgen. Swisscom verzeichnete vor der Umstellung einen deutlichen Anstieg blockierter Anrufe im Vergleich zum Vorjahr. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) begrüßt die neuen Regeln und verweist auf Österreich. Dort hätten ähnliche Maßnahmen die Zahl betrügerischer Anrufe bereits spürbar gesenkt.

Anzeige

Während Behörden gegen Telefonbetrug vorgehen, rüsten Cyberkriminelle technisch auf, um direkt auf Ihre mobilen Daten zuzugreifen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Auch international reagieren Behörden. Australien führt zeitgleich ein Register für verifizierte SMS-Absender ein. Der Handlungsbedarf ist enorm: Laut Cybersicherheitsmonitor 2026 des deutschen BSI ist inzwischen jeder zehnte Bürger von Online-Kriminalität betroffen. Besonders rasant wächst der Deepfake-Betrug mit einem Fallzahlen-Anstieg von 1.300 Prozent. Der Schaden durch CEO-Fraud weltweit? Rund 2,8 Milliarden Euro allein im Jahr 2025.

WhatsApp führt Benutzernamen ein

Parallel zu den Telefonie-Regeln reagieren auch Plattformbetreiber auf die Bedrohung durch Identitätsdiebstahl. Meta startete Ende Juni die schrittweise Einführung von Benutzernamen für WhatsApp. Die Idee: Private Telefonnummern sollen weniger sichtbar sein.

Anzeige

Neue Funktionen wie Benutzernamen bei WhatsApp bieten zwar mehr Privatsphäre, schützen aber nicht vor allen Einfallstoren für Hacker. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Paket, wie Sie Ihre Identität und Ihre Kommunikation auf dem Smartphone mit IT-Experten-Tipps verlässlich schützen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Doch neue Funktionen schaffen auch neue Risiken. In Indien verzeichneten Behörden innerhalb von nur 20 Tagen rund 300 Fälle von Identitätsdiebstahl über den Messenger.

Weitere Neuerungen zum 1. Juli

Neben dem Kampf gegen Telefonbetrug treten in der Schweiz weitere Gesetzesänderungen in Kraft. Dazu gehören das Verbot körperlicher Bestrafung im Zivilgesetzbuch, neue Regeln für das Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen sowie die Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen. Im Gesundheitswesen übernimmt die Grundversicherung künftig die Kosten für digitale Anwendungen gegen Depressionen.

de | wissenschaft | 69669778 |