Schwarzmarkt-Preise: Reisepass kostet 1.500 USD, Chase-Konto 288 USD
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anlässlich des International VPN Day am 19. August 2026 verdeutlicht eine aktuelle Untersuchung von NordVPN die wachsende Besorgnis über die digitale Präsenz und den Schutz der Privatsphäre.
Die Ergebnisse zeigen eine drastische Bereitschaft der US-Bevölkerung zu persönlichen Opfern, um persönliche Daten dauerhaft aus dem globalen Netzwerk zu entfernen. Demnach gaben 33 Prozent der befragten US-Amerikaner an, auf den Konsum von Alkohol zu verzichten, falls sie im Gegenzug ihre gesamte digitale Existenz löschen könnten.
Neben dem Verzicht auf Alkohol zeigten sich viele Befragte bereit, weitere Einschnitte in ihren Lebensstil vorzunehmen. So würden 26 Prozent der Teilnehmer auf Videospiele verzichten und 19 Prozent gaben an, Süßigkeiten aufzugeben, um eine vollständige Löschung ihrer Daten aus dem Internet zu erwirken. Diese Zahlen unterstreichen ein tief sitzendes Unbehagen gegenüber der dauerhaften Speicherung persönlicher Informationen im digitalen Raum.
Abhängigkeit und Sorge um die Datensicherheit
Trotz des Wunsches nach Anonymität zeigt die Studie eine starke Abhängigkeit vom Internet. Rund 27 Prozent der befragten US-Amerikaner erklärten, dass sie sich keinen einzigen Tag mehr ohne Online-Zugang vorstellen könnten. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Risiken: 30 Prozent der Befragten äußerten explizit die Sorge, dass ihre persönlichen Daten unkontrolliert im Umlauf seien.
Die Menge der bereits geteilten Informationen ist laut den Erhebungen beträchtlich. So haben 70 Prozent der US-Amerikaner ihren vollständigen Namen im Internet preisgegeben. Weitere 66 Prozent teilten ihr Geburtsdatum und 56 Prozent ihre physische Adresse. Besonders sensibel sind Angaben zu Finanzdaten: 19 Prozent gaben Bankinformationen preis, während 15 Prozent sogar ihre Sozialversicherungsnummer online zugänglich machten.
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Der Schwarzmarkt für persönliche Informationen
Die Studie von NordVPN wirft zudem einen Blick auf die wirtschaftliche Bewertung dieser Daten im Dark Web. Dort werden gestohlene Informationen zu festen Preisen gehandelt, die je nach Sensibilität variieren. Während Zugangsdaten für Netflix bereits für weniger als 5 US-Dollar erhältlich sind, kosten E-Mail-Konten im Durchschnitt 27 US-Dollar.
Besonders wertvoll für Kriminelle sind vollständige Datensätze, sogenannte „Fullz“, die für etwa 35 US-Dollar gehandelt werden. Digitale Pässe erzielen denselben Preis, während physische Identitätsdokumente wie Führerscheine bei 50 US-Dollar liegen. Ein echter Reisepass kann auf dem Schwarzmarkt Preise von bis zu 1.500 US-Dollar erreichen.
Im Bereich der Finanzdienstleistungen werden Zugänge zu Chase-Konten für 288 US-Dollar und Cash-App-Profile für 555 US-Dollar angeboten. Auch Social-Media-Accounts haben einen Marktwert: Telegram-Zugänge kosten 12 US-Dollar, während TikTok-Accounts mit 60 US-Dollar deutlich höher bewertet werden.
Internationaler Vergleich: Japan zeigt sich zurückhaltender
Ergänzend zu den US-Daten liegen Ergebnisse einer Umfrage aus Japan vor, die im Frühjahr durchgeführt wurde. Dort ist die Bereitschaft zu persönlichen Opfern für die digitale Privatsphäre deutlich geringer ausgeprägt. 41 Prozent der japanischen Befragten gaben an, keinerlei Opfer bringen zu wollen, um ihre Daten löschen zu lassen.
Dennoch zeigen sich auch in Japan ähnliche Tendenzen bei der Internetnutzung. 26 Prozent der dortigen Teilnehmer können sich keinen Tag ohne Internet vorstellen.
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Das Teilungsverhalten bei sensiblen Daten ist ebenfalls vergleichbar: 52 Prozent gaben ihren Geburtstag an und 21 Prozent teilten Bankinformationen. Auf dem japanischen Schwarzmarkt erzielen gestohlene Kreditkartendaten etwa 27 US-Dollar, während Zugänge für Office 365 für 26,50 US-Dollar gehandelt werden.
Die Ergebnisse zum International VPN Day verdeutlichen die Diskrepanz zwischen der täglichen Internetnutzung und dem wachsenden Bedürfnis, die Kontrolle über die eigene digitale Identität zurückzugewinnen. Während die Sorge um den Verbleib privater Daten steigt, bleibt die Herausforderung bestehen, die Bequemlichkeit der Vernetzung mit effektiven Schutzmaßnahmen in Einklang zu bringen.
