Schwarzer Pfeffer: Mäuse mit Leukämie überleben in Versuchen länger
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Onkologie wird fortlaufend nach neuen Ansätzen gesucht, um bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems wirksamer zu behandeln. Im Fokus wissenschaftlicher Arbeiten stehen dabei immer wieder auch pflanzliche Wirkstoffe.
Eine im Jahr 2026 im Fachjournal Phytotherapy Research veröffentlichte Untersuchung kolumbianischer Forschender widmete sich der Frage, welche Effekte Extrakte aus schwarzem Pfeffer (Piper nigrum) auf Modelle der akuten myeloischen Leukämie haben. Die zugrundeliegenden Versuche wurden in Zellkulturen sowie an Mäusen durchgeführt und liefern erste biologische Anhaltspunkte.
Beobachtungen in Zellkulturen und Signalwege
Im Rahmen der Laborversuche untersuchte das Forschungsteam die direkte Wirkung des Pfefferextrakts auf Leukämiezellen. Dabei zeigte sich, dass die pflanzliche Substanz in vitro sowohl die Vermehrung als auch das Überleben der bösartigen Zellen verringerte.
Die Forschenden vermuten, dass diese Hemmung biochemisch unter anderem über den sogenannten PI3K/AKT/mTOR-Signalweg vermittelt wird. Diese Signalkaskade spielt im Zellstoffwechsel, bei der Regulierung des Zellzyklus und beim programmierten Zelltod eine zentrale Rolle.
Bei vielen Krebserkrankungen ist dieser Signalweg fehlerhaft aktiviert und trägt dazu bei, dass Tumorzellen unkontrolliert wachsen und Therapien widerstehen. Eine Beeinflussung dieses Mechanismus gilt daher in der präklinischen Forschung als ein vielbeachteter Ansatzpunkt.
Ergebnisse aus den Versuchen an Mäusen
Über die In-vitro-Tests hinaus überprüften die kolumbianischen Wissenschaftler den Extrakt an Tiermodellen. Bei Mäusen mit akuter Leukämie führte die Verabreichung des Extrakts zu messbaren Veränderungen des Krankheitsverlaufs.
Pfefferextrakt ließ Mäuse mit akuter Leukämie länger überleben und senkte die Zahl unreifer Blutzellen — doch die Forschenden selbst betonen: Für den Menschen ist daraus keine Therapie abgeleitet. Wer verstehen will, was solche Laborergebnisse bedeuten und wo die Grenzen liegen, findet hier eine klare Einordnung. Kostenlosen Leitfaden zur Einordnung anfordern
So sank im Blut der behandelten Tiere die Anzahl der zirkulierenden Blasten, also der unreifen und funktionsuntüchtigen Blutzellen, die für akute Leukämien charakteristisch sind. Zudem verbesserten sich verschiedene hämatologische Parameter. Neben der Normalisierung dieser Blutwerte beobachteten die Forschenden bei den Versuchstieren auch eine verlängerte Überlebensdauer im Vergleich zu Kontrolltieren.
Grenzen der Übertragbarkeit auf den Menschen
Trotz der im Labor und Tiermodell festgestellten Effekte betont das Forschungsteam die Grenzen der bisherigen Datenlage. Aus den vorliegenden Resultaten lässt sich keine therapeutische Wirksamkeit beim Menschen ableiten. Ein Einsatz von Pfefferextrakt zur Behandlung von Leukämiepatienten ist wissenschaftlich nicht belegt.
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Ergebnisse aus Tierversuchen und Zelllinien lassen sich aufgrund unterschiedlicher Stoffwechselprozesse und biologischer Komplexität nicht unmittelbar auf den menschlichen Organismus übertragen.
Um festzustellen, ob die Inhaltsstoffe von Piper nigrum tatsächlich therapeutisches Potenzial besitzen, wie sie dosiert werden müssten und welche Neben- oder Wechselwirkungen auftreten können, sind weitere umfassende präklinische Arbeiten sowie anschließende klinische Studien zwingend erforderlich. Bis dahin bleibt der Extrakt ein reiner Gegenstand der experimentellen Grundlagenforschung.
